Haus R128 in Stuttgart

Zweiläufige Stahlholmtreppen mit Wendepodest

Seit Jahren beschäftigt sich Werner Sobek mit ressourcensparenden Möglichkeiten in der Planung von Tragwerken, Fassaden und Haustechnik. Für sich und seine Familie plante er am Rande des Talkessels von Stuttgart, unmittelbar in einer Frischluftschneise an einem extremen Steilhang ein Versuchshaus, dessen Radikalität nicht nur in seiner Erscheinung als transparentes Glashaus, sondern insbesondere in seinem Innenleben und der verwendeten Baustoffe und Techniken liegt.

Gallerie

Das 1999/2000 errichtete Haus R128 kann kaum eingesehen werden, so dass der transparente „Einraum” sich offenherzig zeigen kann. Vier Geschosse hoch, erfolgt der Zugang ins Haus über eine abenteuerlich feingliedrige Brücke, die an die oberste Ebene führt, von der aus sich ein atemberaubender Blick über Stuttgart bietet. In dieser Ebene befinden sich Küche und Essbereich. Nach unten schließen sich Wohn- und Schlafebene sowie ein Kinderzimmer mit Technikbereich an. Die vier Nutzungsebenen werden jeweils durch wenige Möbelstücke definiert. Damit wird das Konzept der maximalen Transparenz auch im Inneren des Bauwerks konsequent umgesetzt.

Das Tragwerk des Gebäudes besteht aus einem durch Diagonalen ausgesteiften Stahlskelett, das auf einer Stahlbeton-Bodenplatte steht. Die Decken sind aus Elementen in Dickholzbauweise gefertigt. Alle tragenden und nichttragenden Bauteile sowie die Fassade sind modular aufgebaut und werden durch leicht lösbare Verbindungen zusammengehalten. Es gibt keinerlei Putz oder Estrich, so dass auch keine schwierig oder gar nicht zu entsorgenden Werkstoffverbunde entstehen. Gallerie

Atemberaubend ist auch das Energiekonzept des Hauses: als echtes Nullenergiehaus besteht die Dachfläche aus Photovoltaikelementen, die Deckenuntersichten sind mit Kühl- und Heizdecken, die von einem Langzeitspeicher angefahren werden, die Fassaden sind komplett mit Dreifachverglasung mit einem k-Wert von 0,44 Wm2K ausgestattet.

Auffällig ist das Fehlen von Schaltern und sonstigen Bedienelementen. Bei der Planung ging es darum, anzuwenden, was für Automobil und Gerätebau schon längst gilt. Mit einer modernen Sensortechnik lassen sich Licht und Temperatur regeln, Türen und Fenster öffnen, ja sogar der Kühlschrank öffnet sich per Radarsensor. Auch Knöpfe an den Armaturen im Bad sucht man vergeblich, da sie per Sensor angewählt und bedient werden.

Treppe
Das zentrale Verbindungselement sind allerdings keine Rolltreppen, sondern minimierte Stahlholmtreppen. Die Gitterroststufen werden von schrägen, zum Holm senkrecht stehenden, Distanzflachstählen unterstützt und sind am oberen Auflagepunkt verschweißt. Die Geländer bestehen aus tragenden Rundrohrrahmen mit Spannseilen als Geländerfüllung.

Bautafel

Architektur: Werner Sobek, Stuttgart / Mitarbeiter: Zheng Fei, Robert Brixner
Projektbeteiligte: Ingo Weiss engineering (Statik), Transsolar Energietechnik, Stuttgart (Energieplanung); Ing. Büro Müller, Weissach (HLS-Planung); Baumgartner, Kippenheim (Regelungstechnik); J. Köhnlein Automation, Albstadt (Sprachsteuerung+Sensortechnik); seele /se-stahltechnik f. Stahlbau u. Fassade (Generalunternehmer)
Bauherr/in: Ursula und Werner Sobek
Standort: Römerstrasse 128, Stuttgart
Fertigstellung: 2000
Treppentyp: zweiläufig gerade Treppe mit Gitterroststufen, innen und außen
Bildnachweis: Zooey Braun, Stuttgart; Roland Halbe/artur

Baunetz Architekten

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