Deckenheizung

Arten, Aufbau, Einsatzbereiche

Gallerie

Seit der Ölkrise Anfang der 1970er Jahre spielen Flächenheizsysteme eine wichtige Rolle in der Heiztechnik. Waren es zunächst Fußbodenheizungen, sind heute auch Wand- und Deckenheizungen üblich. Letztere geben ihre Wärme größtenteils als Wärmestrahlung (Infrarotstrahlung) an den Raum ab. Die Wärmestrahlen treffen auf die übrigen Raumflächen und erwärmen sie. Die Flächen wiederum geben die Wärme teils über Strahlung, teils über Konvektion (Umwälzung) ab. Da die an der Decke erwärmte Luft meistens nicht weiter aufsteigen kann, ist der Konvektionsanteil jedoch gering. Stattdessen kommt der Effekt der Strahlungsheizung zum Tragen, der ein gleichmäßiges Temperaturprofil erzeugt. Das hat zur Folge, dass der Raum wärmer empfunden wird und so die Raumlufttemperatur um 2 bis 3 Kelvin abgesenkt werden kann.

Eine Form der Deckenheizung ist die Bauteilaktivierung in Betondecken mit kombinierter Heizung/Kühlung, ansonsten wird sie häufig in Industriehallen, Sportbauten und Werkstätten eingesetzt. In den meisten Fällen dient Wasser als Heizmedium, es gibt aber auch mit Gas betriebene Deckenheizungen, wie etwa die direkt beheizten Hell- und Dunkelstrahler sowie elektrisch betriebene Deckenstrahlungsheizungen. Grundsätzlich gibt es folgenden Arten von Deckenheizungen:

  • Rohrdeckenheizung
  • Deckenstrahlplattenheizung
  • Hohlraumdeckenheizung
  • Gasbetriebene Hell- und Dunkelstrahler
  • Elektrische Deckenstrahlungsheizungen
Rohrdeckenheizung
Bei dieser Heizung werden nahtlose Rohre entweder in der Betondecke oder im Deckenputz verlegt. Verlaufen die Rohre direkt in der Betonschicht, handelt es sich um die älteste Form der Bauteilaktivierung, auch Crittall-Decke genannt. Eine ander Deckenkonstruktion ist z.B. die Hohlsteindecke. Sie besteht aus einer etwa 6 bis 7 Zentimeter starken Betondecke mit integrierten Heizrohren und wir an der eigentlichen Tragdecke aufgehängt. Die Heizrohre werden bereits bei der Deckenherstellung eingelegt. Dagegen wird bei im Deckenputz verlegten Heizrohren oder Kapillarohrmatten erst die Decke hergestellt, danach die Rohre bzw. das Rohrregister an der Decke aufgehängt. Anschließend wird die Decke in mehreren Schichten verputzt. Zum Einsatz kommt Kalkzementmörtel mit Beigaben wie Jutegewebe. Die gesamte Putzschicht besitzt eine Dicke von etwa 5 bis 6 Zentimetern. Ebenfalls zu den Rohrheizungen gehören Heiz- und Kühldecken sowie Deckensegel mit Kapillarrohrmatten, die eine gleichmäßige Oberflächentemperatur erzeugen.

Deckenstrahlplatten
Die plattenförmigen Heizelemente bestehen meistens aus Stahl- oder Aluminiumblechen, an denen die Heizrohre befestigt sind. Sie können als lang gestrecktes Band (Bandstrahler) oder als einzelne Platten waagerecht oder schräg an der Decke angeordnet sein. Ihre Oberseite ist wärmegedämmt. Das durchströmende Wasser gibt seine Wärmeenergie hauptsächlich als Strahlungswärme an den Raum ab. Sie können aber auch, von kaltem Wasser durchflossen, zum Kühlen genutzt werden.

Hohlraumdeckenheizung
Bei ihr werden die Heizrohre im Hohlraum zwischen der nach unten gedämmten, tragenden Decke und der abgehängten Decke geführt. Letztere wird durch Strahlung und Konvektion aufgeheizt und gibt ihre Wärme an den Raum ab. Die Hohlraumdeckenheizung kann mit sehr hohen Warmwassertemperaturen, auch mit Dampf, betrieben werden.

Hell- und Dunkelstrahler
Anders als die mit Wasser als Heizmedium betriebenen Deckenheizungen werden die überwiegend in Produktionshallen eingesetzten Hell- und Dunkelstrahler direkt beheizt und mit Erdgas oder Flüssiggas bei sehr hohen Temperaturen betrieben. Bei ihrem Einbau ist auf einen genauen Abstand zur bestrahlten Fläche zu achten. 

Hellstrahler nutzen das heiße Abgas der Verbrennung; ihr Name beruht auf der sichtbaren Verbrennung des Gas-Luft-Gemisches auf den wärmeabgebenden Keramik- oder Metallplatten an der Geräteunterseite. Hellstrahler benötigen keine Abgasführung und können auch als mobile Geräte (mit Gasflasche) verwendet werden. Bei Dunkelstrahlern strömen Heißluft oder Abgase mit Temperaturen von über 300°C durch Rohre, die unter der Hallendecke montiert sind. Die Gase werden durch abstrahlende Platten oder Rohre geleitet. Die Abstrahlung ist unsichtbar.

Deckenstrahlungsheizung
Elektrisch betriebene Deckenheizungen bestehen aus metallischen Heizfolien. Diese werden mit ihren Randleisten auf Holzlatten geheftet und mit Gipskartonplatten, Paneelen oder Profilbrettern zum Raum hin abgedeckt; zur Decke hin sind sie gedämmt.

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