Klang-Räume – Musik und Akustik

Podcastfolge von Radio Wissen im Bayerischen Rundfunk

Etwa 40.000 Jahre alt sind die ältesten Musikinstrumente: Flöten, die an der Schwäbischen Alb nahe Ulm entdeckt wurden. Im Laufe der Jahrtausende, in denen der Mensch musiziert, haben sich Stile und Instrumente verändert. Wie sieht es jedoch mit den Räumen aus, in denen Musik gemacht wird? Dieser Frage ist eine Folge der Hörfunksendung Radio Wissen gewidmet, die am 23. August 2022 im zweiten Hörfunkprogramm des Bayerischen Rundfunks ausgestrahlt wurde. 

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Die Reise in die Geschichte von Musikräumen beginnt im 4. Jahrhundert vor Christus im Theater der antiken Kultstätte Epidauros – ein Halbrund, das in den Hang eines Berges gebaut wurde. Die Anordnung der Ränge, eine hölzerne Bühnenrückwand und Masken, die die Schauspielenden getragen haben, sorgten für eine gute Akustik. Weiter führt die Reise nach Rom auf das Forum Romanum. Da die große Platzanlage von 20 bis 25 Meter hohen Tempeln umgeben war, hatte das Forum seine ganz eigene Akustik mit relativ langer Nachhallzeit. Die nächsten Stationen sind die Epochen Romanik und Gotik. In dieser Zeit habe erstmals die Architektur die Musik, die darin gemacht wurde, bestimmt. Ohne Kathedrale gäbe es keine gregorianischen Gesänge, so die These.

Es folgt erneut ein Zeitsprung ins Wien des beginnenden 19. Jahrhunderts. Die Musiker*innen aus dieser Zeit passten sich an die unterschiedlichen akustischen Bedingungen der Räume an, in denen sie spielten. Beispielsweise reagierte Beethoven als Dirigent seiner eigenen Werke durch variable Orchestergrößen auf den Raum, der damals noch in der Regel bei Hofe angesiedelt war. Es geht weiter auf den Spuren des ersten als solchen geplanten Konzertsaals nach Leipzig im Jahr 1781 und schließlich ins 19. Jahrhundert, in dem immer mehr Konzertsäle entstanden. Im 20. Jahrhundert wurde schließlich aus dem akustischen Erfahrungswissen ein Planungswissen und es entstanden Säle, in denen die Akustik gezielt berechnet wurde.

Die 22-minütige Podcastfolge ist informativ und unterhaltsam zugleich. Es kommen unter anderem Karlheinz Müller, Professor für Akustik an der Universität für Musik und darstellende Kunst in Wien und Prof. Stefan Weinzierl, Leiter des Fachgebietes Audiokommunikation an der Technischen Universität Berlin zu Wort. Abrufbar ist die Folge in der Mediathek des Bayerischen Rundfunks (siehe Surftipps).

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