Terminal 3 am Frankfurter Flughafen

Personenströme organisieren

Im April dieses Jahres startete die erste Maschine vom neu eröffneten Terminal 3 am Frankfurter Flughafen. Der Neubau von Mäckler Architekten soll jährlich das rege Treiben von rund 19 Millionen Passagieren stemmen, verspricht aber schon im Vorfeld eine Erweiterbarkeit auf bis zu 25 Millionen Passagiere pro Jahr – und das im laufenden Betrieb. Nachdem ein Großteil der Airlines von Terminal 2 bereits in den Neubau gezogen ist, steht für dieses bald eine Kernsanierung an. Terminal 3 wird bis zu deren Abschluss den Großteil der internationalen Fluggesellschaften aufnehmen. 

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Lage auf dem Flughafen-Areal 

Anders als Terminal 1 und 2 liegt der neue Gebäudekomplex auf der Südseite des Rollfelds und positioniert sich damit vis-à-vis der Hauptanlage samt Fernbahnhof. Dieser Platz im Süden wurde 2005 geschaffen, kurz nachdem die hier stationierte US-Armee ihren Stützpunkt aufgab. Noch im selben Jahr kürte die Fraport AG das städtebauliche Konzept von Foster + Partners für das neue Terminal und die dazugehörige Infrastruktur zum Gewinnerentwurf. Die Baugenehmigung folgte rund zehn Jahre später. Anwohner*innen befürchteten Ruhestörungen durch das erhöhte Verkehrsaufkommen und übten bis zuletzt Kritik am Vorhaben.

Tragwerk der Halle

360.000 Quadratmeter Bruttogrundfläche misst der gigantische Neubau, der Passagiere in der großzügigen Check-in-Halle empfängt. Hier ragen 18 Meter hoch dunkle Stahlstützen empor, tragen ein ca. drei Meter hohes Kassettendachtragwerk in der Größe von 2,5 Fußballfeldern. Es ragt weit über die Glasfassade, überdacht so umlaufend die Vorplätze des Gebäudes und lässt das Terminal wie eine hochskalierte Version der Mies’schen Nationalgalerie wirken. Die Glasfassade ist horizontal geknickt und soll so aufkommende Windlasten minimieren, ungünstige Reflektion von Radarstrahlen verhindern und gleichzeitig den Einfall von Tageslicht steigern. Die Tragwerksplanung stammt von Bollinger und Grohmann aus Frankfurt am Main. Die bauliche Umsetzung betreute CHM Airport, ein Teil der Firmengruppe Mäckler Architekten, der auf die Planung von Flughäfen spezialisiert ist.

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Grundriss anhand der Abfertigungslogistik

Zur Anreise vom rund zweieinhalb Kilometer entfernten Hauptgebäude des Flughafens können Passagiere die neue SkyLine nutzen und gelangen so ebenfalls über den zentralen Haupteingang in die Halle. Gleich nach dem Check-in verteilen sich die Passagierströme strahlenförmig zu den Gates, denn rückseitig an die Halle schließt ein Riegel an, der sich mit drei Armen weit auf das Rollfeld erstreckt: Es sind die jeweils rund 600 Meter langen Flugsteige G, H und J. Sollte in Zukunft auch noch der Flugsteig K ergänzt werden, würde die Anlage eine annähernd symmetrische Form erhalten und ihrem Konzept The Growing Beetle ein Stück weit gerechter werden.

Durchgangs- und Aufenthaltsort

Zwischen den funktional gestalteten Bereichen überrascht Terminal 3 mit expressiven Details wie parabolischen Oberlichtern und pilzförmigen Rundstützen. Ziel der Architekt*innen sei gewesen, diesen massiven Durchgangsort mit mehr Aufenthaltsqualität zu versehen. Am deutlichsten wird dieser Anspruch auf dem sogenannten Marktplatz, einer Retailfläche mit aktuell über sechzig Shops, Cafés und Restaurants und mit einer amorph geformten Decke aus Aluminiumrohren. Auch diese Flächen sind auf Wachstum ausgelegt, genauso wie die Gepäcksysteme, sämtliche Gates und die Erschließungswege.

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Organisation der Bewegungsströme

Der Höhenunterschied im Bauwerk beträgt bis zu elf Meter. Grundvoraussetzung für eine spätere Erweiterung im laufenden Betrieb war die eigenständige Erschließung der Geschosse im ersten Bauabschnitt. Die Treppenaufgänge befinden sich überwiegend im hinteren Bereich der Halle, im Übergang zum anschließenden Riegel und rund um den Marktplatz. Die Konzentration der vertikalen Erschließung in diesem Bereich bedurfte einer passgenauen Organisation der Bewegungsströme. Hinter dem Check-in leiten die ersten Fahrtreppen zur Gepäckaufgabe. Für Passagiere mit sperrigen Koffern und Gepäckwagen wurden darüber hinaus zehn um zwölf Grad geneigte Fahrsteige eingeplant. Angesichts der Ausdehnung des Terminals, dessen Umgriff auf einer Skizze von Mäckler Architekten die Fläche der Frankfurter Innenstadt anreißt, sind die Wege weit. Neben den Fahrtreppen, die die Höhe überwinden, brauchte es daher auch Fahrsteige für die langen Wege zu den Gates. Insgesamt wurden 43 Fahrtreppen, 36 Fahrsteige und zehn 12-Grad-Fahrsteige verbaut.

Millimeterarbeit bei der Montage 

Der Einbau war aufgrund der Größe und der Logistik der Baustelle bereits kompliziert. Viele Gewerke waren gleichzeitig vor Ort und mussten aufeinander Rücksicht nehmen. Hinzu kamen aber auch die Ausmaße der Fahrtreppen mit bis zu 45 Metern Länge und 36 Tonnen Gewicht. Die Förderanlagen wurden vorfertig angeliefert und mussten dann durch teilweise sehr schmale Rohbauöffnungen per Kran ins Gebäude gehoben werden. Ein Kraftakt, der eine spezielle Schwerlastaufhängung in den Geschossdecken nötig machte, und eine Millimeterarbeit, um die schwarz lackierten Edelstahlwangen der Treppen nicht zu beschädigen. Alle Treppen werden digital überwacht und Störungen zentral in einer Technikzentrale gemeldet. Denn im Schnitt werden hier am Terminal 3 rund 50.000 Reisende am Tag ein-, um- und aussteigen; da müssen die Förderanlagen störungsarm laufen.

Bautafel

Architektur: Mäckler Architekten, CHM Airport
Projektbeteiligte: Drees & Sommer, Schüßler-Plan Ingenieurgesellschaft (Projektsteuerung); Bollinger und Grohmann (Tragwerksplanung); Glas Trösch (Fassade); Schindler (Fahrtreppen und Fahrsteige)
Bauherr*in: Fraport AG, Frankfurt am Main
Fertigstellung: 2026
Standort: Am Luftbrückendenkmal, 60549 Frankfurt am Main
Bildnachweis: HGEsch Photography, Fraport AG

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