Seesport- und Erlebnispädagogisches Zentrum in Kloster

Hybride Wärmeversorgung und kluge thermische Zonierung sparen Heizenergie und Ressourcen

Die Bleilochtalsperre im thüringischen Vogtland staut die Saale seit 1932 zum Stausee mit dem größten Fassungsvermögen Deutschlands. Damit bietet der See seit vielen Jahrzehnten einen idealen Ausgangspunkt für Seesportbegeisterte, etwa für Rudernde. Für sie steht im Saalburg-Ebersdorfer Ortsteil Kloster seit den 1950er-Jahren ein kleines, steinernes Bootshaus. Im Rahmen der IBA Thüringen wurde dieses vom Berliner Architekturbüro Ludloff Ludloff weiterentwickelt, das den zugehörigen nichtoffenen Realisierungswettbewerb 2020 für sich entscheiden konnte. Die neuen Flügelbauten in Holzbauweise zeichnen sich durch eine markante, unregelmäßig gefaltete Dachlandschaft aus, die die Wellen des Wassers architektonisch übersetzt. Um Energie und Ressourcen zu sparen, ist das Gebäudeinnere in verschiedene Temperaturzonen unterteilt.

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In den Anbauten des neuen Seesport- und Erlebnispädagogischen Zentrums stehen Seminarräume, Gästezimmer und Aufenthaltsbereiche zur Verfügung. Erschlossen werden sie über einen offenen, balkonartigen Laubengang an der Rückseite. Die Architekt*innen entwickelten ihr Projekt nach dem Prinzip der Einfachheit und entschieden sich für einen „radikal lokalen“ Holzbau mit einem nachweislich minimierten Wertschöpfungsradius. Verbaut wurde ausschließlich Konstruktionsvollholz, das überwiegend aus (Borkenkäfer-)Schadholz in Nichtsichtqualität (NSi) besteht.

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Die wichtigsten und zugleich sichtbarsten Tragelemente sind die insgesamt 84 unbehandelten Lärchenholzstämme. Sie tragen die gesamte Konstruktion der Flügelbauten einschließlich der Innenausbauten, wodurch das Bild ufernaher Pfahlbauten entsteht. Die Stämme sind teilweise deutlich überdimensioniert. Dies ergibt sich jedoch weder aus brandschutztechnischen noch aus tragwerksplanerischen Anforderungen, sondern aus der Verfügbarkeit des Materials: Die Hölzer stammen aus dem rund 160 Kilometer entfernten Thüringer Forst Sondershausen. Die Verwendung der verfügbaren Holzquerschnitte folgt damit konsequent dem Entwurfsprinzip der konstruktiven Einfachheit. Zugleich entspricht sie dem übergeordneten Anliegen des Bauherrn, dem Landessportbunds Thüringen, das Vorhaben als Modellprojekt für regionales und umweltgerechtes Bauen zu realisieren.

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Verschiedene Temperaturzonen

Das bestehende Bootshaus dient heute als Empfangsgebäude mit Büros, Küche, Sanitärräumen und Haustechnik. Hinzu kommt ein großzügiger, gebäudehoher und wettergeschützter Multifunktionsraum, der beispielsweise für sportliche Aktivitäten genutzt werden kann. Eine transluzente Wand trennt ihn thermisch von einem weiteren Bereich ab, der im Seegeschoss – aufgrund des Geländeversprungs also im Untergeschoss – als Gymnastikraum und im darüberliegenden Teilgeschoss als Speiseraum dient. Auf diese Weise ist der Bestandsbau in verschiedene Temperaturzonen gegliedert. Die unbeheizten Bewegungs- und Haustechnikräume fungieren ganzjährig als Pufferzonen für die beheizten Bereiche. Durch die thermische Zonierung und die Beschränkung der Beheizung auf regelmäßig genutzte Flächen lässt sich der Energiebedarf deutlich reduzieren. Gedämmt wurde der Bestandsbau nur dort, wo es erforderlich war. Zum Einsatz kam eine Innendämmung aus Holzwolle.

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Alt und Neu kombiniert

Ursprünglich wurde das Bootshaus über einen Gaskessel mit einem außen auf dem Grundstück aufgestellten Flüssiggastank beheizt. Da der Kessel zum Zeitpunkt des Umbaus noch eine Restlaufzeit von gut zehn Jahren aufwies, entschieden sich die Projektpartner, ihn weiter zu betreiben, anstatt ein noch funktionsfähiges Gerät vorzeitig auszutauschen. Das Heizsystem wurde dennoch modernisiert und von einer rein gasbasierten auf eine hybride Anlage umgestellt. Die Grundlast, die ohnehin während des größten Teils des Jahres ausreicht, übernimmt nun eine Luft/Wasser-Wärmepumpe. Über eine Frischwasserstation ist sie zudem für die Warmwasserbereitung zuständig. Der bestehende Kessel unterstützt die Wärmepumpe nur noch bei Spitzenlasten und wird dadurch entsprechend geschont.

Eine großflächige Photovoltaikanlage erzeugt Strom für den Betrieb der Wärmepumpe und den allgemeinen Eigenverbrauch. Eine Steuerungstechnik koordiniert die Energieströme und gebäudetechnischen Anlagen mit dem Ziel, die Emissionen möglichst gering zu halten. Denkbar wäre auch gewesen, den See als Umweltwärmequelle für eine Wasser/Wasser-Wärmepumpe zu erschließen. Der damit verbundene zusätzliche Aufwand gegenüber einer konventionellen Luft/Wasser-Wärmepumpe ließ sich jedoch zunächst vermeiden. Eine solche Lösung könnte auch zu einem späteren Zeitpunkt noch umgesetzt werden. -tg

Bautafel

Architektur: Ludloff Ludloff Architekten, Berlin
Projektbeteiligte: Fuchs Ingenieurgesellschaft, Bergisch Gladbach (Haustechnik); Ingenieurbüro für Tragwerksplanung, Berlin (Tragwerk); Schönherr Landschaftsarchitekten, Berlin (Landschaftsarchitektur); Müller-BBM Building Solutions, Berlin (Bauphysik); Sachverständigenbüro für Brandschutz Arnhold, Weimar (Brandschutz); Ingenieurbüro Bärbel Prokoph, Ahrensfelde (Küche); Holzbau Pfeiffer, Remptendorf (Ausführung Holzbau)
Bauherr*in: Landessportbund Thüringen e.V., Erfurt
Fertigstellung: 2024
Standort: Kloster 1, 07929 Saalburg-Ebersdorf-Kloster
Bildnachweis: Thomas Müller, Weimar; Ludloff Ludloff Architekten, Berlin

BauNetz Architekt*innen

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Das bestehende Bootshaus am See der Bleilochtalsperre wurde seitlich durch Flügelbauten ergänzt, deren Entwurfsidee von Ludloff Ludloff Architekten dem Prinzip der „Einfachheit“ folgt.

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Seesport- und Erlebnispädagogisches Zentrum in Kloster

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Statt das Tal mit einem kompakten Baukörper zu besetzen, fügt sich der Neubau des Hirschbachbads 4a Architekten in die umgebende Topografie ein.

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Das neue Main Bad Bornheim steht direkt neben der über 40 Jahre alten Eissporthalle mit ihrem markanten Dach und füllt den städtebaulichen Raum auf dem dreieckigen Grundstück effizient aus.

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Das neue Hallenbad nach Plänen von 4a Architekten fügt sich durch die Höhenstaffelung und die abgerundeten Ecken in niedrigere Umgebungsbebauung ein.

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Das Biohotel Sturm in Mellrichstadt (der Bestandsbau im Hintergrund) hat einen Erweiterungsbau mit 12 Zimmern nach Plänen von SLG Architekten erhalten.

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Das Hotel Alex Lake Zürich befindet sich direkt am Ufer des Zürichsees. Einzig ein Holzsteg grenzt das Gebäude vom Wasser ab.

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Die von Karl und Bremhorst Architekten geplante Sporthalle Liefering ist ein Leuchtturmprojekt der Stadt Salzburg.

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Sporthalle Liefering in Salzburg

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In Zeiten des deutschlandweiten Bädersterbens investierte die Kleinstadt Stutensee nördlich von Karlsruhe in ein neues Hallenbad nach Plänen von 4a Architekten.

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Firm Architekten aus Lustenau erweiterten das Hotel am Holand in Au um einen Wellnessbereich.

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Die eiförmige, öffentliche Sauna Solar Egg wurde von den schwedischen Designern Mats Bigert und Lars Bergström entworfen.

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Das Jugendhaus sticht durch seine dynamische Form und den weitläufig angelegten Außenaufgang ins Auge

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Nordöstliche Gebäudeecke mit Terrasse

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Das Hotel verbraucht keine fossilen Brennstoffe

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Mitten im Wald, unauffällig und tiefergelegt: Der Baukörper wurde um einen Meter abgesenkt

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Klare Formen prägen die Berghütte am Rande des Nationalparks Hohe Tauern im Salzburger Land

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Ansicht Südwest

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Südöstliche Ansicht der Großen Westfalenhalle

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