Zeekr Concept Store in Amsterdam
Immersive LED-Fensterwände und Schaufenster
Die Räume eines historischen Warenhauses, das zur Konkursmasse der niederländischen Warenhauskette Vroom & Dreesmann (V&D) gehörte, wurden als Re-Use zu dem Zeekr Concept Store für den chinesischen Automobilhersteller Geely mit einer immersiven Installation für E-Automobile umgebaut.
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Historisches Warenhaus
Die niederländische Kaufhauskette Vroom & Dreesmann, vergleichbar etwa mit dem deutschen Kaufhof, wurde 1887 gegründet und verfügte nach einem raschen Wachstum bereits um die vorletzte Jahrhundertwende mehrere Filialen. Das Warenhaus zwischen Rokin und Kalverstraat in der Amsterdamer Innenstadt wurde 1912 eröffnet und mehrfach erweitert, sodass das heute erhaltene Bauwerk eine architekturgeschichtlich eklektizistische Mischung aus Neo-Renaissance, Jugendstil, Expressionismus, Amsterdamer Schule und Klassischer Moderne darstellt.
V&D ging 2015 in Konkurs. Nachdem mehrere Rettungsversuche gescheitert waren, wurden sämtliche Warenhäuser der Kette geschlossen. Das eindrucksvoll-repräsentative Gebäude in Amsterdam stand trotz 1A-Lage, wechselnder Interessenten und Investoren einige Zeit leer. Schließlich kam es zu einer vollständigen Sanierung für ein Re-Use mit Büros in den oberen Etagen; Einzelhandel und Gastronomie konzentrieren sich nun nur noch auf die straßenseitigen Erdgeschoss-Zonen. Die Elektro-Fahrzeug-Marke Zeekr übernahm Räume mit einer Fläche von rund 2.000 Quadratmetern im Erd- und Untergeschoss für einen Concept Store, in dem die erst 2021 in China gegründete Marke in Europa vorgestellt wird.
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Concept Store
Die Umbauplanung übernahm das in London ansässige Architekturbüro Unknown Works, das einen zuvor ausgelobten Wettbewerb für sich entscheiden konnte. Das Team von Unknown Works konzentrierte sich besonders auf drei Aspekte, nämlich erstens die Reaktivierung der Schaufenster am Rokin und der Kalverstaat sowie entlang der Passage Sint Jorissteeg zwischen beiden Straßen, zweitens auf eine minimalistisch-elegante Atmosphäre à la White Box und drittens auf eine audiovisuelle Installation mit immersiven LED-Fenstern als Mittelpunkt.
Schaufenster
Die historischen Schaufenster mit teils aufwendig um die Gebäudeecke gebogenen Gläsern wurden denkmalgerecht restauriert und ertüchtigt. Aufgrund ihrer hohen Transparenz bieten sie Passanten, Rad- und Autofahrern sowie von den vorbeifahrenden Booten auf dem Kanal eine gute Einsehbarkeit in die Ausstellungsräume.
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Immersive LED-Fenster
Die ursprünglich in der Raummitte angeordneten Rolltreppen wurden demontiert, um in Verbindung mit dem Untergeschoss einen zweigeschossigen Luftraum zu schaffen. In der Mitte dieses sogenannten Voids steht eine orange lackierte Scherenhubbühne, die Assoziationen an eine Kfz-Werkstatt weckt. Sie trägt ein Zeekr-Automobil, das sich damit heben, kippen und senken lässt, um ähnlich wie in einem Flugsimulator eine dynamische Fahrt vorzuspielen. Dieser Eindruck wird durch umlaufende LED-Fensterwände verstärkt, die als audiovisuelle Animation imaginäre Szenen europäischer Städte und Landschaften projizieren und wiederum vom Automobil gespiegelt werden. Für diese immersive Mapping-Installation wurde eine innovative großflächige transparente LED-Screen-Technologie eingesetzt, die davor nur in China getestet wurde.
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Die transparenten LED-Fenster dienen dabei nicht nur als Begrenzung und Umwehrung der Bühne im Luftraum, sondern bilden als Raum-in-Raum-Konzept einen leuchtenden Quader innerhalb des Stores. Dieser Quader wiederum wirkt wie eine übergroße animierte 3D-Vitrine und verweist somit auf ein historisches Prinzip der Warenpräsentation.
White Cube
Weißer Terrazzo-Boden, sichtbar gelassene Betonstützen, helle Putzoberflächen und modulares Edelstahl-Mobiliar bilden eine Art neutrales Passepartout à la White Cube für die Inszenierung der Automobile mit farbwechselnder Lichtsteuerung. So kann beispielsweise am Koningsdag, dem Geburtstag von König Willem-Alexander, der gesamte Raum in oranges Licht getaucht werden, der symbolischen Farbe des Hauses Oranien-Nassau.
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Als weitere Nutzungen sind ein Café und eine Bar, Bereiche für
die Konfiguration der Automobil-Ausstattung, Beratungsräume für
individuelle Kundengespräche sowie multifunktionale Flächen für
Events, Vorträge, Produktvorstellungen und ähnliche Veranstaltungen
integriert. -sj
Bautafel
Architektur: Unknown Works, London (Concept Store); François Marie Joseph Caron, Amsterdam (1912); Jan Kuijt, Amsterdam (Erweiterung 1934); Office Winhov, Amsterdam (Sanierung 2019)
Projektbeteiligte: Theo Games Petrohilos, Ben Hayes, Kaowen Ho (Projektteam); Spect/NL und Turner & Townsend/NL (Projektmanagement), Factory Fifteen, London (LED-Animation)
Fertigstellung: 2023
Standort: Rokin/Kalverstraat, Amsterdam/Niederlande
Bildnachweis: Ossip van Duivenbode, Amsterdam; Factory Fifteen, London; Zeekr, Amsterdam; Unknown Works, London – alle über Salt, London
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