Gewerbebau in Kaufbeuren

Transparente und energieaktive Gebäudehülle

Im süddeutschen Kaufbeuren, rund eine Autostunde westlich von München, verbindet das neue Ausstellungsgebäude des Allgäuer Bauelementehändlers Linara, einer Tochter der Solarlux-Gruppe, architektonische Qualität mit ökologischen und wirtschaftlichen Anforderungen. Der Neubau mit Ausstellungs-, Büro-, Werkstatt- und Logistikflächen setzt mit seinen großzügigen Glasanteilen auf Transparenz und Offenheit und folgt einer konsequent ressourcenschonenden Bauweise. 

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Dreigliedriger Gebäudekomplex mit klarer Zonierung

Das Gebäude gliedert sich in drei klar ablesbare Baukörper: zwei zueinander versetzte Riegel sowie einen nach Norden anschließenden kubischen Baukörper, in dem Logistik-, Lager- und Werkstattbereiche untergebracht sind. Der Besucher*innenzugang liegt an der Westfassade des zweigeschossigen Neubaus und führt in den hinteren Gebäuderiegel. Rechts von ihm, integriert in die Pfosten-Riegel-Fassade, lässt sich der Ausstellungsbereich mit einem 5 Meter hohen und 4,90 Meter breiten cero Maximal-Schiebefenster von Solarlux großflächig öffnen. Mitarbeitende nutzen einen separaten Eingang an der Ostfassade, der in den vorderen Riegel mit Büro- und Schulungsräumen führt.

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Als offene, moderne Bürolandschaft konzipiert, bietet der Bürotrakt auf zwei Etagen rund 40 Arbeitsplätze. Akustikpaneele an der Decke sowie großzügige Glasflächen für natürliche Belüftung und viel Tageslicht sorgen für eine angenehme Arbeitsatmosphäre. Ergänzt wird das Raumangebot durch Rückzugs- und Kommunikationszonen sowie eine Cafeteria im Erdgeschoss, die sowohl Treffpunkt für die Mitarbeitenden als auch erste Anlaufstelle für Gäste ist.

Der langgestreckte Baukörper folgt dem Geländeverlauf und fügt sich in die Umgebung ein. Stellplätze und die für den Betrieb und Anlieferung benötigten Außenflächen sind als insektenfreundliche Heuwiesen angelegt, um die Artenvielfalt zu fördern. Das rund 500 Quadratmeter große Flachdach des Bürotrakts ist begrünt. 

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Energiegewinnung durch BIPV-Fassade

Charakteristisch für den Neubau ist die Fassadengestaltung mit bauwerkintegrierter Photovoltaik (BIPV). Die PV-Elemente sind entlang der Nord-Süd-Ausrichtung des Gebäudes angeordnet und erzielen so eine optimierte solare Nutzung: Morgens und abends trifft die Sonne an der West- und Ostfassade auf die in einem Winkel von 142 Grad zueinanderstehenden dunkelgrauen Module. Ihre Ausrichtung rhythmisiert nicht nur das Fassadenbild, sondern erhöht auch die aktive PV-Fläche nochmals um sieben Prozent. So erzeugen 750 PV-Module auf einer Fläche von etwa 850 Quadratmetern eine Gesamtleistung von rund 145 kWp. Die gewonnene Sonnenenergie wird direkt für das Gebäude genutzt und trägt so zur Reduzierung des Energiebedarfs bei. Die Nutzung von Geothermie sowie die thermische Betonkernaktivierung ergänzen das energieeffiziente Baukonzept.

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Doppelfassade als Klimapuffer

Die westliche Gebäudehülle des Bürotrakts ist über beide Geschosse als Doppelfassade ausgebildet. Eine äußere, ungedämmte Ebene und eine innere, hochwärmegedämmte Ebene bilden zusammen einen gläsernen Laubengang. Im geschlossenen Zustand sorgt die Konstruktion für eine hohe Wärmedämmung und dient zugleich als Solar-Luft-Kollektor. Mitarbeitende können die inneren Glas-Faltwände je nach Bedarf öffnen und die vorgewärmte Frischluft in die Arbeitsräume leiten – ein Vorteil insbesondere an kälteren Tagen. Bei hohen Außentemperaturen hingegen werden die äußeren Schiebe-Dreh-Elemente vollständig geöffnet, sodass sich kein Hitzestau bildet.

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Transparente Gebäudehülle mit vielfältigen Öffnungsmöglichkeiten

Für die innere, wärmegedämmte Ebene der Doppelfassade wurde das Glas-Faltwand-System Highline von Solarlux eingesetzt, das sich durch sehr gute U-Werte in Verbindung mit schmalen Profilansichten auszeichnet. Die insgesamt acht Glas-Faltwände mit einer Breite von 6 Metern und einer Höhe von bis zu 3,30 Metern bestehen aus je acht Elementen. Die Glas-Faltwände sind mittig mit einem Stulp ausgestattet und ermöglichen vielfältige Öffnungsvarianten. Werden alle Elemente zur Seite geschoben, entsteht eine maximale Öffnungsbreite von rund 5,40 Metern. Auch Spaltlüftungen sind möglich: In dem Fall werden die Faltelemente in vordefinierten Positionen festgestellt.

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Die äußere, ungedämmte Ebene besteht aus dem Schiebe-Dreh-System Proline T, das in Kombination mit der Ganzglas-Brüstung SL Plus ein einheitlich transparentes Fassadenbild erzeugt. Die jeweils 6 Meter breiten Elemente wurden im Werk in Modulbauweise vorgefertigt und vor Ort an die vorgestellte Stahlkonstruktion montiert. Für die vollständige Öffnung der äußeren Hülle lassen sich die Schiebe-Dreh-Elemente platzsparend an den Stahlstützen des Laubengangs parken. Auch hier besteht die Möglichkeit der Spaltlüftung. 

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In der Ausstellungshalle spielen Transparenz und Offenheit ebenfalls eine große Rolle. Hier kommt das Glas-Faltwand-System Megaline zum Einsatz, das auf der Südseite in die Pfosten-Riegel-Fassade aus Holz und Aluminium montiert wurde. Die 4,90 Meter hohen und 1 Meter breiten einzelnen Faltelemente des sechsteiligen Systems lassen sich trotz ihrer Maße leicht öffnen und schließen. Für Gäste und Mitarbeitende entstehen auf diese Weise nahtlose Übergänge zwischen Innen- und Außenbereich. 

Bautafel

Architektur: Architekt Dr. Peter Kuczia
Projektbeteiligte: Dobler GmbH & Co. KG Bauunternehmung, Kaufbeuren (Generalplanung); Solarlux, Melle (Hersteller: Schiebefenster cero III und Glas-Faltwand Megaline in der Pfosten-Riegel-Fassade; CO2mfort-Fassade: Schiebe-Dreh-System Proline T mit Ganzglas-Brüstung SL Plus für die äußere, ungedämmte Ebene; Glas-Faltwand Highline für die innere, gedämmte Ebene)
Bauherr*in: Holtgreife Immobilien
Fertigstellung: 2024
Standort: Bavariaring 22, 87600 Kaufbeuren
Bildnachweis: Constantin Meyer (Fotos); Dr. Peter Kuczia (Pläne)

Fachwissen zum Thema

Fenstertüren werden oft als Balkon- oder Terrassentüren eingesetzt. Im Bild das Beispiel einer Glas-Faltwand mit Holzrahmen (Serie Woodline von Solarlux).

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Glaswände/​Balkone

Fenstertüren

Fenstertüren sind Kombinationsformen von Fenstern und Türen mit unterschiedlicher Öffnungsart. Meistens lassen sich beide Fenster-...

Glasfaltwände ermöglichen einen unmittelbaren Zugang nach außen (im Bild: Modell der Serie Combiline aus Holz und Aluminium von Solarlux).

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Glaswände/​Balkone

Glas-Faltwände

Platzsparende Fenster- und Türelemente aus bodentiefen Verglasungen erlauben die nahtlose Verbindung zwischen Innen- und Außenraum.

Das physiologische Wohlbefinden der Menschen hängt dabei stark von der Qualität der Luft ab (im Bild: Lüftung über gläserne Schiebe-Elemente).

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Bauphysik

Lüftung, Luftwechsel, Luftzirkulation

Thermischer Auftrieb, Strömungsgeschwindigkeit, Differenzdruck, Lüftungsfläche, Lage der Öffnungen und die Gebäudehöhe stehen beim Lüften in gegenseitiger Abhängigkeit.

Schiebefenster bestehen aus einem Blendrahmen und Flügeln, die in einem Schienen- bzw. Nutsystem seitlich verschoben werden (im Bild: großformatige Schiebefenster cero-III von Solarlux mit schmalen Rahmen)

Schiebefenster bestehen aus einem Blendrahmen und Flügeln, die in einem Schienen- bzw. Nutsystem seitlich verschoben werden (im Bild: großformatige Schiebefenster cero-III von Solarlux mit schmalen Rahmen)

Fensterarten

Schiebefenster

Sei es horizontal, vertikal oder in Dachschrägen: Während der Bewegung bleibt der Flügel parallel zur Wandebene; im geöffneten Zustand ragt er nicht in den Raum hinein.

Kontakt Redaktion Baunetz Wissen: wissen@baunetz.de
Baunetz Wissen Fenster und Türen sponsored by:
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Der Gewerbebau Linara in Kaufbeuren setzt mit seinen großzügigen Glasanteilen auf Transparenz und Offenheit und folgt einer konsequent ressourcenschonenden Bauweise.

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Gewerbebau in Kaufbeuren

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Arzignano ist eine norditalienische Kleinstadt unweit von Vicenza in Venetien. Den Mittelpunkt der Stadt bildet die Piazza Libertà, der Freiheitsplatz, mit dem Rathaus.

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Das Architekturbüro Thomas-McBrien und das Bauunternehmen New Wave London planten und realisierten die Dachaufstockung gemeinsam.

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In einem kleinen Ort nahe Carpineti in der Emilia Romagna, errichteteStudio Bocchi eine Fabrikationshalle für High-Tech-Metallverarbeitung.

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Das ehemalige Warenhaus befindet sich zwischen Rokin und Kalverstraat in der Amsterdamer Innenstadt. Es wurde 1912 eröffnet und mehrfach erweitert.

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Das niederländische Architekturbüro MVRDV entwarf eine Fassade für den dreigeschossigen Flagship-Store eines italienischen Juweliers in Bangkok.

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Klein, temporär, beachtenswert: Eine Interimslösung sind die insgesamt 30 vorgefertigten, modularen von Bogevischs Buero entworfenen Marktpavillons auf dem Markt am Elisabethplatz in München-Schwabing.

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Das Modulare Gebäude auf dem Firmengelände des Merck-Konzerns in Darmstadt ist Teil eines Masterplans vom Architekturbüro HENN aus Berlin.

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Der gläserne "schlafende Wal" in der Kölner Innenstadt.

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