Wärmebrücken: Planungshinweise

Auf Grundlage der DIN 4108 Beiblatt 2: 2006-03 Wärmeschutz und Energie-Einsparung in Gebäuden - Wärmebrücken – Planungs- und Ausführungsbeispiele können bereits rechnerisch bewertete Wärmebrückendetails in die Planung übernommen werden. Dem Planer werden mit dem Beiblatt 2 insgesamt 95 Ausführungsbeispiele zu diversen Bauteilanschlüssen, wie z.B. Bodenplatte, Deckenplatte, Fensteranschlüsse, Rollladenkästen und Dachanschlüsse, zur Verfügung gestellt. Die Details entsprechen dem Stand der Veröffentlichung von 2004. Da diese Norm jedoch nur Standarddetails darstellt, muss bei eigen entwickelten Details ein objektbezogener Nachweis erfolgen. Allen Details des Beiblattes 2 liegt eine Dämmung mit einer Wärmeleitfähigkeit von λ = 0,040 W/(mK) zugrunde. Damit bleibt die Norm hinter den heute üblichen Anforderungen an die Dämmstoffqualität zurück.

Gallerie

Hinsichtlich der Nachweise zu kritischen raumseitigen Oberflächentemperaturen können die Details so umgesetzt werden, da sämtliche dargestellten Anschlüsse die Anforderungen der DIN 4108-2 zur Schimmelpilzbetrachtung erfüllen. Für einen detaillierten Nachweis zur energetischen Qualität der einzelnen Wärmebrücken können die aufgeführten Psi – Werte [ψ] übernommen werden, die je Detail ausgewiesen sind.

Um den Einfluss der Wärmebrücken in der energetischen Bilanzierung zu reduzieren, ist die Ausführung einer durchgehenden und außenseitigen Dämmebene die sinnvollste Maßnahme. Bauteile wie Balkonplatten, Attiken oder die Dämmebene durchstoßende Konsolen müssen thermisch getrennt oder allseitig gedämmt werden. Durchdringen diese Bauteile die Dämmebene des Gebäudes, dürfen sie keine direkte Verbindung des warmen Innenraums zum kalten Außenraum ermöglichen. Auf diese Besonderheit nimmt die DIN 4108-2 direkt Bezug. Ohne zusätzliche Wärmedämmmaßnahmen ist die Ausführung von thermisch nicht getrennten Bauteilen unzulässig! Zur Umsetzung der thermischen Trennung bietet die Industrie unterschiedliche Einbauteile, wie Kimmsteine für das Mauerwerk oder Isolationskörbe für auskragende Betonplatten, Holzkonstruktionen oder auch Stahlkonstruktionen an.

Nach Beiblatt 2 können bei der energetischen Betrachtung einige Details vernachlässigt werden. Dazu zählen ausreichend überdämmte Anschlüsse der Ecken von Außenwänden, Anschlüsse von Innenwänden und Decken, die in Außenwände einbinden und mindestens mit 100 mm Dämmstoff mit einer Wärmeleitfähigkeit von 0,40 W/(mK). Weiterhin zählen dazu einzelne Türanschlüsse von Wohngebäuden in der Hüllfläche bei Haustüren, Kellertüren oder Türen zu unbeheizten Dachräumen, sowie kleinflächige Querschnittsveränderungen durch Steckdosen, Leitungsschlitze oder Anschlüsse kleinflächiger Bauteile wie z.B. Unterzüge oder Erker, die eine außen liegende Dämmschicht von min. R ≥ 2,5 m²∙K/W haben.

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