Entwässerung von Fassaden
Nicht nur Dächer oder Freiflächen müssen sicher entwässert werden, auch Fassaden sind vor Niederschlagswasser zu schützen. Bis zu fünfzig Prozent des auf einem Grundstück anfallenden Wassers können an der Gebäudehülle niedergehen. Besonders kritisch ist der Bereich am Übergang zwischen Fassade und Boden. Hier muss stehendes, aufstauendes oder drückendes Wasser zuverlässig abfließen, um Feuchteschäden an der Bausubstanz zu verhindern.
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Türen in der Gebäudehülle
Zu den sensiblen Punkten zählen Tür- und Fassadenanschlüsse. Es sollte sichergestellt sein, dass keine Feuchtigkeit von außen in das Gebäude oder in die Abdichtungsebenen eindringen kann. Neben Schlagregen und Spritzwasser ist auch mit Schmelzwasser durch Schnee und Eis zu rechnen. Aufgrund der höheren Wärmabstrahlung an Türen tauen Schneeverwehungen schneller ab, und der verbleibende Schneematsch behindert den Abfluss des Wassers.
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Bei niedrigen Türschwellen, bei denen die Anschlusshöhe der wasserführenden Schicht von 15 Zentimetern über der Nutzschicht nicht eingehalten werden kann, ist eine dauerhaft rückstaufreie Entwässerung sicherzustellen. Die Flachdachrichtlinie sieht in diesen Fällen rinnenförmige Entwässerungsroste mit einer Breite von 10 bis 15 Zentimetern zwischen Türanschluss und Bodenbelag vor. Diese verhindern, dass sich Wasser staut oder durch Winddruck hochgedrückt wird. Ist kein Vordach vorhanden, sollte die Gitterrostbreite mindestens 15 Zentimeter betragen.
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DIN-Normen und Regelwerke
Ein spezifisches Regelwerk für Fassadenrinnen liegt derzeit nicht vor. Dennoch gibt es etablierte Normen, auf deren Grundlage Planung und Ausführung sicher erfolgen können. So regelt die aktualisierte DIN 18531 (veröffentlicht im August 2025) die Abdichtung von Dächern, Balkonen, Loggien und Laubengängen. Die DIN 18533 behandelt die Abdichtung erdberührter Bauteile. Beide nennen die Einbindung von Schlitz-, Drainage- oder Fassadenrinnen als Lösung zur Entwässerung bei reduzierter Anschlusshöhe. Dabei wird das Wasser nicht direkt zur Entwässerungsrinne geführt, sondern über seitliche Drainschlitze unterhalb der Belagsebene abgeführt.
Ein zusätzliches technisches Hilfsmittel zur Planung stellt das derzeit in Bearbeitung befindliche Merkblatt Schnittstelle Bauwerksabdichtung – Baukörperanschluss bodentiefer Elemente dar. Es wird federführend vom Institut für Fenstertechnik (ift Rosenheim) erarbeitet und liefert praxisnahe Hinweise für die Schnittstelle zwischen Abdichtung, Entwässerung und Gestaltung.
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Häufig wird die DIN EN 1433: Entwässerungsrinnen für Verkehrsflächen als Grundlage für Linienentwässerung genannt. Für Fassadenrinnen ist sie jedoch nur bedingt geeignet, da sie geschlossene Systeme mit dichten Verbindungen und hohen Belastungsklassen ab A 15 (1.500 Kilogramm) voraussetzt. In Fassadenbereichen, vorwiegend im Sockelbereich, sind solche Anforderungen technisch oft nicht umsetzbar. Deutlich praxisnäher ist hier die DIN EN 1253: Abläufe für Gebäude, die auch geringere Belastungsklassen wie K 3 (300 Kilogramm) für Wohn- und Gewerbebauten oder L 15 (1.500 Kilogramm) für leichte Fahrzeugbelastung berücksichtigt.
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Darüber hinaus definiert die DIN EN 1253 sicherheitsrelevante Anforderungen wie zum Beispiel eine maximale Schlitzweite von 8 Millimeter in barrierefreien bzw. barfuß begehbaren Bereichen.
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