Anforderungen und Ziele des Feuchteschutzes

Bauwerke unterliegen unterschiedlichen umweltbedingter Einflüsse. Ein zentraler Aspekt der Planung ist dabei immer der Schutz des Bauwerks vor Wasser – denn es bildet die Grundlage für bauliche, energetische oder hygienische Mängel.

Gallerie

Folgende Arten von Wasser/Feuchtigkeit haben Einwirkungen auf Gebäude (siehe auch Abb. 1):

  • Niederschlag
  • Spritzwasser
  • nicht drückendes Wasser
  • drückendes Wasser
  • Bodenfeuchtigkeit
  • Grundwasser
  • Baufeuchte
  • Wasserdampf
  • Tauwasser

Bei der Planung und Bewertung von Feuchtigkeit müssen unterschiedliche Normen genutzt werden: Für die Feuchtigkeit, die von außen auf das Gebäude einwirken kann, sind u.a im konstruktiven Bereich die DIN 4095 Baugrund Dränung zum Schutz baulicher Anlagen – Planung, Bemessung und Ausführung, die Norm DIN 18195: Abdichtung von Bauwerken – Begriffe sowie die Normenreihe

  • DIN 18531: Abdichtung von Dächern sowie von Balkonen, Loggien und Laubengängen
  • DIN 18532: Abdichtung von befahrbaren Verkehrsflächen aus Beton
  • DIN 18533: Abdichtung von erdberührten Bauteilen
  • DIN 18533: Abdichtung von Innenräumen
  • DIN 18535: Abdichtung von Behältern und Becken

zu beachten.

Für die bauphysikalische Bewertung steht hinsichtlich des Feuchteschutzes die DIN 4108-3 Wärmeschutz und Energie-Einsparung in Gebäuden – Klimabedingter Feuchteschutz, Anforderungen, Berechnungsverfahren und Hinweise für Planung und Ausführung im Vordergrund, die als bauaufsichtlich eingeführte Norm zwingend Anwendung finden muss und deren rechnerische Nachweise zum Tauwasserausfall in den Konstruktionen bereits in der Bauantragsplanung zu erbringen sind. Um die Anforderungen an den Wärme- und Feuchteschutz ganzheitlich sicherzustellen, ist ebenso Teil 7 der DIN 4108 zu beachten. Dieser Teil regelt die Luftdichtheit von Gebäuden, gibt Anforderungen vor und zeigt Empfehlungen für die Planung und Ausführung.

In Teil 3 der DIN 4108 sind die unterschiedlichen Aufgaben zum klimabedingten Feuchteschutz geregelt und Vorgaben zu folgenden Themen für die Planung gemacht:

  • Schutz von Konstruktionen gegen Schlagregen
  • Bewertung zum Schutz vor Tauwasser auf den Bauteilen
  • Bewertung zum Schutz vor Tauwasser in Konstruktionen
  • Berechnung der Diffusion zur Ermittlung von Tauwasser- und Verdunstungsmassen
  • Hinweise zur Luftdichtheit von Wänden und Dächern
  • Grundlagen für die Nachweisfreiheit zum Tauwasserschutz
  • Berechnungen zur Dampfdruckverteilung.

Mit diesen unterschiedlichen Zielen verknüpft die DIN 4108-3 den Feuchteschutz mit dem Erhalt der energetischen, also wärmedämmenden Qualität der Konstruktion. Zusätzlich steht der allgemeine Schutz von Konstruktionen vor Bauschäden, die aus Tauwasserausfall oder aus Schlagregenexpositionen resultieren, im Mittelpunkt. Das Kernstück der bauphysikalischen Betrachtungen zum Feuchteschutz bzw. Tauwasserfreiheit bildet die Berechnung nach Glaser.

Neben der von außen auf ein Gebäude einwirkenden Feuchtigkeit aus dem Baugrund oder dem Regen, kann Wasser auch nutzungsbedingt in die Konstruktion gelangen. Dabei müssen unterschiedliche Feuchtequellen Beachtung finden, die vom Nutzer abhängig sind. Zu den nutzerabhängigen Feuchtequellen zählen:

  • Feuchteabgabe der Bewohner, abhängig vom Grad der Aktivität
  • Waschen und Wäsche trocknen
  • Pflanzen in Wohnräumen
  • Baden und Duschen
  • Kochen und Spülen.
Beeinflussbar ist der Feuchtegehalt der Luft durch das Lüftungsverhalten des Nutzers. Im Jahr 2001 veröffentlichte die TU Dresden einen Forschungsbericht zu dem Thema Nutzerverhalten und Bedarfslüftung: Für einen Vierpersonenhaushalt wurde eine Wassermenge von ca. 10,4 kg am Tag (inclusive Wäschewaschen) ermittelt. Diese Menge resultiert nur aus der Nutzung und muss im Laufe des Tages wieder abgeführt werden, damit es in den Wohnräumen nicht zu feuchtebedingten hygienischen oder konstruktiven Schäden kommt.

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