Dach- und Wandschiefer – ein traditioneller Baustoff in Mitteleuropa

Broschüre des Netzwerks „Steine in der Stadt”

Als eines der ältesten Dachbaumaterialien überhaupt wird Schiefer traditionell vor allem dort verwendet, wo er natürlicherweise vorkommt. In Deutschland sind das beispielsweise Gebiete an Rhein und Mosel, also Rheinland-Pfalz und der Südwesten Nordrhein-Westfalens, aber auch Teile von Hessen, Thüringen und Sachsen. Über diese lokalen Einsatzgebiete hinaus ist der robuste Naturstein vielfach an Baudenkmälern zu finden, gerade solchen mit komplizierten Dachgeometrien. Aber auch in England, Frankreich, Spanien, den Benelux-Staaten und Tschechien sind Schieferdeckungen weit verbreitet. Dach- und Wandschiefer – ein traditioneller Baustoff in Mitteleuropa lautet der Titel einer Broschüre von H. Wolfgang Wagner, die 2018 vom Netzwerk „Steine in der Stadt” herausgegeben wurde.

Gallerie

Der Geologe Wagner zeigt zunächst die große Bandbreite des von der Römerzeit über das Mittelalter und den Barock bis heute verwendeten Dachmaterials in Format und Deckbild auf. Er geht auf die Herstellung und Verarbeitung der Dachschiefer ein, die das Erscheinungsbild selbstverständlich beeinflussten. Regionale Besonderheiten spielen ebenfalls eine wichtige Rolle.

Die Altdeutsche Deckung wird beschrieben, unterschiedliche Hiebe anhand grafischer Darstellungen verglichen. Eine farbige Karte veranschaulicht die Verbreitung verschiedener Dachdeckungen in Deutschland und bei den unmittelbar angrenzenden Nachbarn. Farbfotos zeigen Zierfassaden und Baudenkmäler, die mit Schiefer gedeckt sind. Im 19. und 20. Jahrhundert spielte walisischer Schiefer eine wichtige Rolle: Er wurde vielfach in Küstengebieten des europäischen Festlands verwendet. Das bot sich an, weil der Naturstein Segelschiffen als Ballast diente und insofern kaum Transportkosten anfielen.

Ein weiteres Thema sind sogenannte Legschiefer, die spätestens ab dem 12. Jahrhundert verwendet wurden: Dünn spaltende Kalksteine, mehrfach übereinandergelegt auf Dächern mit geringer Neigung. Dies ist auch eine traditionelle Art der Dachdeckung im Alpenraum, wo unterschiedliche, grob spaltbare Gesteine genutzt wurden. Welche Materialien im vergangenen Jahrhundert aufkamen, um den Naturbaustoff zu verdrängen bzw. zu ersetzen, und warum es Sinn macht, das Erscheinungsbild eines Ortes, lokale Besonderheiten und kulturelle Identität zu wahren, erörtert Wagner am Ende der Publikation.

Die 32-seitige, farbige Broschüre steht auf der unten genannten Webseite des Netzwerks Steine in der Stadt als Pdf-Datei zum kostenlosen Download zur Verfügung. Dort ist auch eine Adresse für den Bezug des gedruckten Heftes angegeben, das für 5,50 EUR inkl. Versand erhältlich ist.

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