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Minergie

Minergie ist ein Schweizer Label für die Zertifizierung von Niedrigenergiehäusern. Mit ihm lassen sich Effizienz, Klimaschutz und Komfort bei Neubauten und Sanierungen bewerten. Zertifikate können beispielsweise durch eine stärker gedämmte Gebäudehülle, einen kontrollierten Luftwechsel und den konsequenten Einsatz von erneuerbaren Energien erreicht werden. Nach Angaben des Vereins Minergie müssen alle zertifizierten Gebäude CO₂-frei betrieben werden und auch in der Herstellung gegenüber klassischen Bauvorhaben Treibhausgasemissionen reduzieren.

Die Standards
Ein Gebäude kann nach den drei Standards Minergie, Minergie-P und Minergie-A klassifiziert werden. Alle übersteigen die Schweizer Gesetzesvorgaben zum Klimaschutz bei Neubauten. Mit dem Zusatz ECO lässt sich darüber hinaus die Verwendung ökologischer Baumaterialien zertifizieren. Es kann mit allen Standards kombiniert werden. Das Label Minergie-Areal richtet sich an städtebauliche Vorhaben. 

Der Minergie-Standard bildet die Basisstufe und soll laut Verein im Vergleich zu den Schweizer Gesetzesvorgaben an Neubauten eine mindestens 25% bessere Energiebilanz aufweisen. Folgende Kriterien werden bewertet:

  • Erneuerbare Energien wie Photovoltaik auf dem Dach oder an der Fassade 
  • Wärmedämmung mit möglichst geringem Energieverlust 
  • Sommerlicher Wärmeschutz (max. 100h/Jahr über 26,5°C) 
  • Automatische Lufterneuerung, bzw. ausführliches Lüftungskonzept 
  • CO₂-freier Betrieb
  • Einhaltung von Schweizer Treibhausgasgrenzwerten bei der Herstellung des Gebäudes 
  • Monitoring im Betrieb bei über 1.000 Quadratmeter Energiebezugsfläche 
Minergie-P ergänzt den Minergie-Standard und soll laut Verein im Vergleich zu den Schweizer Gesetzesvorgaben an Neubauten eine mindestens 30 % bessere Energiebilanz aufweisen. Folgende Kriterien werden zusätzlich bewertet: 
  • Luftdichtigkeit der Gebäudehülle 
  • Ausnutzung des Solarpotenzials 
  • Ergänzend zur Solarenergie sind Windturbinen, Wärmekraftkopplung, Solarthermie und Holzenergie anrechenbar
Minergie-A ergänzt den Minergie-P-Standard und soll laut Verein im Vergleich zu den Schweizer Gesetzesvorgaben an Neubauten eine mindestens 60% bessere Energiebilanz aufweisen. Folgende Kriterien werden zusätzlich bewertet:
  • Ausnutzung des Solarpotenzials, auch im Fassadenbereich 
  • Energie-Monitoring im Betrieb verpflichtend 
  • Einhaltung von Schweizer Treibhausgasgrenzwerten bei der Herstellung des Gebäudes 
Zertifizierung
Die Zertifizierung erfolgt über regionale Zweigstellen des Vereins Minergie. Eine Sanierung ist mit einem sogenannten Systemnachweis nach Minergie, Minergie-P oder Minergie-A möglich – jeweils kombinierbar mit dem Zusatz ECO.

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