Gesundheitszentrum in Aschaffenburg

Trapezförmige Mineralfaserdecken

An zentraler Stelle zwischen Bahnhof und Innenstadt liegt das neue Gesundheitszentrum von Aschaffenburg. Lage und Inhalt des Zentrums basieren einerseits auf dem steigenden Bedarf an medizinischer Nachbetreuung - das Klinikum Aschaffenburg befindet sich in unmittelbarer Nähe - und andererseits auf dem städtebaulichen Leitgedanken die beiden Stadtviertel sinnvoll miteinander zu verbinden. Der besondere Schwerpunkt innerhalb des Bauvorhabens lag jedoch auf der Nachhaltigkeit.

Gallerie

Entstanden ist kein konventionelles Gesundheitszentrum, sondern ein eher unbekanntes Konzept für ein Kompetenzzentrum. Über 12 Gemeinschaftspraxen mit bis zu 40 Ärzten und 150 Arzthelfern werden in dem Gebäude miteinander arbeiten und kommunizieren müssen. Die Zahl der potenziellen Patienten pro Tag beläuft sich auf über 1.000.

Der Baukörper nimmt die Rundung eines vor dem Eingang liegenden Kreisverkehrs auf. Die Straßenfassade passt sich diesem Schwung an und endet an einem ebenfalls ähnlich gerundeten Zylinder für die Auffahrt der Parkhauserschließung. Diese Kreissegmente sind im gesamten Gebäude durch unterschiedliche Trockenbaumaßnahmen wieder aufgegriffen worden. Im Erdgeschoss befindet sich das Foyer, eine Apotheke und der Zugang zu den Fahrstühlen, in den darüber liegenden vier Geschossen sind die Arztpraxen auf je 1.200 m² Grundfläche verteilt.

Akustik
Als zentraler Ausbaugedanke wurde von Anfang an der Trockenbau in die Überlegungen mit einbezogen. Neben den tragenden Elementen Treppenhaus und zwei Stützenreihen wurden alle anderen Elemente in Trockenbautechnik erstellt. Dieses Vorgehen hatte den Vorteil, dass die Fertigstellung der Praxisetagen nach und nach durchgeführt werden konnte - die bereits ausgebauten Praxen konnten schnellst möglich in Benutzung genommen werden.

Die erhöhten Anforderungen an Akustik, Brandschutz und Revisionsmöglichkeiten haben zur Wahl von zwei verschiedenen Trockenbausystemen geführt. Für den GK-Ausbau wurde ein System gewählt, in dem die Rundungen der Fassade auch in den raumbegrenzenden Wänden ablesbar blieben. Die Flurbereiche erhielten Metallständerwände als zweilagig beplanktes Einfachständerwerk, wobei in den schallsensiblen Räumen ein schallentkoppeltes Doppelständerwerk und in den brandschutztechnisch relevanten Abschnitten Brandwände (A2, Einfachständerwerk zwei-/ dreilagig beplankt und mit Stahlblech) verbaut wurden.

In den Büros und Arztpraxen kamen im Deckenbereich sichtbare Systemen mit Mineralwolleplatten (Baustoffklasse A2-s1, d0 nach DIN EN 13501-1 und mit RAL-Gütezeichen) zur Ausführung. Sie wurden mit einer weißen Sichtschine eingelegt, ihre Kanten sind so eingelassen, dass die Schienen oberhalb der Plattenebenen liegen. Als Oberfläche haben die Planer bei allen Decken eine genadelte, putzähnliche Struktur gewählt, die über gute akustische Eigenschaften verfügt.

Die besondere Herausforderung für die ausführende Trockenbaufirma lag jedoch in den kreisförmigen Deckenflächen, die mit geometrischen Strukturen zu schließen waren. Hier kamen trapezförmige Mineralfaserdecken (Owacoustic radial) zur Ausführung, die mit Hilfe von Aussteifungsprofilen und Wandwinkel angebracht wurden. Die einfache Art der Aufhängung ermöglicht eine nachträgliche Änderung der Decken mit geringem Aufwand.

Als herausragendes und besonders auffallendes akustisches Gestaltungselement gilt das große Akustiksegel in der Apotheke im Erdgeschoss. Es wurde durch eine spezielle Falttechnik nach oben abgekantet und erhält seine Beleuchtung durch eine darüber verborgene Lichtquelle.

Bautafel

Architekten: Fritz Brönner, Aschaffenburg; Detlef Wildgruber, Planungsbüro für Hochbau, Erlenbach am Main
Projektbeteiligte: Heinrich Bollmann GmbH, Aschaffenburg (Akustikbau); OWA, Amorbach (MF-Systeme); Knauf Gips, Iphofen (GK-Systeme)
Bauherr: Bau- und Immobilienverwaltung Fäth, Aschaffenburg
Fertigstellung: 2006/2007
Standort: Aschaffenburg
Bildnachweis: Detlef Wildgruber, Erlenbach

Kontakt Redaktion Baunetz Wissen: wissen@baunetz.de
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