Juna Ubud Restaurant auf Bali
Speisen zwischen Palmen und Bambus
Auf einer Anhöhe in Ubud, einer Kleinstadt auf Bali, liegt zwischen Wohnhäusern ein abschüssiger Garten mit Palmen und einem kleinen Reisfeld. Inmitten dieser Idylle findet sich ein großzügiger, mit Holzschindeln gedeckter Rundbau, der seit 2025 das Restaurant Juna Ubud beherbergt. Entworfen hat ihn das ebenfalls in Bali ansässige Architekturbüro Pablo Luna Studio. Auf rund 338 Quadratmetern bietet der neu errichtete Pavillon Platz für Gäste, die hier speisen und an der Bar kühle Getränke genießen können. Die Küche befindet sich in einem angrenzenden Bestandsbau.
Galerie
Die Architektur ist in die abfallende Topographie eingepasst. Oberhalb des Gartens bildet das Gebäude eine Plattform, die Blicke in die grüne Umgebung rahmt. Ein Steg führt über einen kleinen Teich in den Pavillon. Der kreisförmige Grundriss ist zentral um ein Wasserbecken organisiert. Das Dach umgibt den Innenraum wie ein doppelter Ring: Nach außen rahmt es mit seinen tief heruntergezogenen Traufen die Landschaft, erhebt sich zu einem umlaufenden First und treppt sich dann in Richtung Gebäudemitte ab. Dort bildet es eine kreisförmige zentrale Öffnung, einen Oculus, über dem Wasserbecken. Materialien und Konstruktion greifen auf traditionelle regionale Bauweisen zurück und setzen diese in einer zeitgenössischen Formensprache um.
Galerie
Kunstvolles Tragwerk aus Bambus
Das Tragwerk besteht primär aus Bambus. Eine Reihe von doppelgliedrigen Gitterschalenbögen aus dicken Bambusröhren stützt den äußeren Rand des Daches und steift es aus. Auf ihnen liegen die Sparren der geneigten Dachflächen. Die Sparren liegen auf Trägern, die wiederum von einer Zangenkonstruktion aus Bambus gehalten werden, welche zwischen den Rundbögen verankert ist. Ein kranzförmiges Oberlicht bringt diffuses Tageslicht in den Raum: Lichtdurchlässige Polycarbonatpaneele sitzen hierfür auf einem Stahlrahmen, der farblich an den Bambus angeglichen ist und eine flache, wasserdichte Fläche bildet. Über einen seitlichen Spalt kann Luft entweichen. Gedeckt ist das Dach mit Schindeln aus Ulin, einem außergewöhnlich harten und witterungsbeständigen lokalen Holz, das traditionell für Dachschindeln verwendet wird.
Galerie
Anstelle aufwendiger Gebäudetechnik sorgen die durchlässige Architektur und ihre Ausrichtung für ein angenehmes Raumklima. Ubud liegt höher als die balinesische Küste und ist dadurch zwar etwas kühler, bleibt aber ganzjährig warm und weist eine hohe Luftfeuchtigkeit auf. Der offene Grundriss, der obere Luftspalt und die zentrale Dachöffnung des Pavillons lassen warme Luft entweichen und sorgen für einen kontinuierlichen Luftzug.
Galerie
Kühlendes Nass
Das Wasserbecken fängt anfallendes Regenwasser auf und kühlt zugleich mit der umgebenden Bepflanzung den Innenraum. Von der Gebäudemitte aus fließt es in einen Teich, der den Pavillon oben am Hang umgibt. Ein Tiefbrunnen versorgt das Gebäude mit Wasser; der hochgesetzte Speicher lässt das Wasser mittels Schwerkraft fließen, sodass die Pumpe selten zum Einsatz kommen muss. Die besondere Dachform schafft somit auch einen hauseigenen Wasserkreislauf, der kühlt und den Restaurantbetrieb mit Wasser versorgt. -hs
Bautafel
Architektur: Pablo Luna Studio, Ubud
Projektbeteiligte: Sekar Kencana (Innenarchitektur); Dewa Aditya (Tragwerksplanung)
Bauherrschaft: Privat
Standort: Jalan Arjuna, 80571, Ubud, Bali, Indonesien
Fertigstellung: 2025
Bildnachweis: Pablo Luna Studio
Fachwissen zum Thema
Bauwerke zum Thema
BauNetz Wissen Wasserkreislauf sponsored by:
ACO GmbH
Am Ahlmannkai
24782 Büdelsdorf
Tel. +49 4331 354-700
www.aco.de
