Wasserversorgung im Hochgebirge
Alpen als natürliche Wasserspeicher
Häufig werden Gebirge als „Wassertürme der Erde“ bezeichnet. Gebirge sind für die Wassersicherheit von mehr als drei Milliarden Menschen weltweit verantwortlich. Wasserknappheit und Wassermangel traten in den vergangenen Jahren jedoch vermehrt auf. Am Beispiel der Alpen wird deutlich, welche Bedeutung Gebirge für die Wasserversorgung haben, wie der Wasserkreislauf im Hochgebirge funktioniert und welche Veränderungen ihm durch den Klimawandel drohen.
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Alpen als natürliche Wasserspeicher
Die Alpen gelten als „Wasserschloss Europas“ und liefern Trink- und Brauchwasser sowie Wasser zur Energiegewinnung: Große Flüsse wie der Rhein, die Donau, der Po und die Rhône entspringen ihren Gletscherregionen. Das Gebirge verfügt über große Süßwasservorkommen und besitzt aufgrund seiner klimatischen Bedingungen eine hohe natürliche Speicherkapazität.
Durch seine Höhenlage wirkt das Gebirge als natürlicher Hochwasserspeicher. Niederschlag wird in Form von Schnee und Eis gebunden und bei der Frühjahrsschmelze verzögert wieder abgegeben: Über mehrere Monate speist sie Bäche, Flüsse und Seen. Unter stabilen klimatischen Bedingungen können sich direkte Bewohner*innen und nachgelagerte Regionen auf diesen saisonalen Zyklus verlassen.
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Herausforderungen der Wasserversorgung in den Bergen
Berghütten haben keinen zuverlässigen Zugang zu sauberem Trinkwasser, obwohl sie oftmals in direkter Nachbarschaft zu dem Wasser stehen. Grund dafür ist der fehlende Anschluss an zentrale Wassersysteme. Stattdessen müssen Betreiber*innen ihre Versorgung eigenständig sichern. Idealerweise liegt oberhalb der Hütte eine Quelle, aus der das Wasser direkt abgeleitet werden kann. Alternativ wird Wasser aus Schmelz- oder Niederschlagsvorräten genutzt oder aus tiefer gelegenen Quellen gepumpt. In Fällen, in denen das Wasser unberechenbar und knapp vorkommt, wird es häufig in Zisternen gespeichert. Da es aber nicht sofort trinkbar ist, muss es aufwendig aufbereitet werden.
Für die Wasserknappheit gibt es nur wenige Lösungen. Das Abschmelzen von Schnee und Eis lässt sich nur durch Klimaschutzmaßnahmen verlangsamen. Meist bleibt nur der sparsame Umgang mit Wasser, etwa durch Trockentoiletten oder eingeschränkte Duschzeiten. Reicht das nicht aus, muss die Versorgung aufwendig über Hubschrauber oder Materialseilbahnen erfolgen. Der Bauwerksbericht Neue Prager Hütte bescheibt beispielhafte Wassersparmaßnahmen im Hochgebirge (siehe Bauwerke zum Thema).
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Hochgebirge unter Druck
Klimaveränderungen treten in den Bergen oft besonders ausgeprägt auf: Temperaturen steigen in den Bergen noch rasanter als im Flachland und bringen den natürlichen Zyklus der Berge durcheinander. Länger anhaltende, höhere Temperaturen haben immer weniger Schnee zur Folge, wodurch die natürlichen Wasserspeicher schrumpfen. Der verbleibende Schnee schmilzt oft in extremen Mengen, was zu Lawinen, Muren und Hochwasser führt. Dem stellen sich besonders gefährdete Regionen mit aufwendig hergestellten Schutzwällen und Mauern entgegen, wie etwa im Schweizer Ort Bondo (siehe Bauwerke zum Thema). In beliebten Urlaubsregionen stellt der steigende Tourismus zudem eine Herausforderung dar.
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