Wohnanlage in Hannover

Wohnbebauung mit Sonnen- und Sichtschutzmöglichkeiten

Der Entwurf für die 32 Eigentums- und Mietwohnungen in der Hannover Südstadt ging aus einem 2007 ausgeschriebenen Wettbewerb hervor, den Harald Schulte aus dem ortsansässigen Architekturbüro Agsta gewann. Die Grundrisse variieren zwischen Singlewohnungen, Penthäusern und Maisonetten, ihre Größen reichen von zwei Zimmern mit 69 m² bis zu sechs Zimmern mit 186 m². Sie wurden auf drei Baukörper verteilt: zwei sich gegenüberliegende, viereinhalbgeschossige Blockrandbebauungen und ein freistehendes, dreieinhalbgeschossiges Gebäude im Inneren des Blockes. Durch die städtebauliche Anordnung der Baukörper bilden sich zwei kleinere Gartenhöfe, die ambitioniert gestaltet wurden. Sie bieten z.B. Platz für ein mit Lärchenholz bekleidetes Fahrradhaus und einen sichtgeschützten Abstellplatz für Mülltonnen.

Gallerie

Alle Wohnungen wurden mit einem Primärenergiebedarf von 40 kWh pro m² und Jahr konzipiert und entsprechen damit dem Standard des KfW-Effizienzhauses 70 der Energieeinsparverordnung von 2009. Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung sorgen für einen hygienischen Luftwechsel und die Reduktion von Lüftungswärmeverlusten. Heizwärme und Warmwasser werden über ein gasbetriebenes Blockheizkraftwerk bereitgestellt. Die passivhaustauglichen Fenster verfügen über Dreifachverglasungen mit einem durchschnittlichen U-Wert von 0,8 W/m²K und ermöglichen innerhalb der Wohnungen eine besonders hohe Raumbehaglichkeit im Winter. 

Bei den Fassaden handelt es sich straßenseitig um schlichte, weiß geputzte Lochfassaden mit zum Teil bodentiefen Fenstern. Hofseitig bestimmen große Verglasungen, eingeschnittene Loggien, auskragende Balkone, Terrassen und zurückspringende Eingänge das Fassadenbild.
 
Licht
Ein großer Teil der Wohnungen verfügt sowohl über West- als auch über Ostterrassen, sodass ganztägig wahlweise Sonnen- oder Schattenplätze im Außenbereich zur Verfügung stehen. Den Sicht- und Sonnenschutz bieten hier verschiebbare, aus Lamellen bestehende Lärchenholzläden, die gestalterisch mit den Naturholzfenstern korrespondieren. Sie haben den Vorteil, dass sie vom Nutzer genau dort hin verschoben werden können, wo sie gerade benötigt werden. Darüber hinaus erlauben die Schiebeelemente auch in geschlossenem Zustand einen ausreichenden Tageslichtdurchlass in den dahinter liegenden Räumen sowie einen Durchblick nach außen. Die durchgängig bodentiefen Fenster wurden in den Bädern mit brüstungshohen Sicht- und Sonnenschürzen aus lichtdurchlässigem, aber undurchsichtigem Glas versehen, sodass in diesen Räumen ein Einblick verhindert wird.

Für einen wirksamen Sichtschutz bei nahezu ungehindertem Tageslichteinfall sorgen auch die lichtdurchlässigen, aber nicht durchsichtigen Glasgeländer der Balkone. Normalerweise sind Balkongeländer entweder zu transparent, sodass sie keinen Sichtschutz bieten, oder zu massiv, sodass sie den Tageslichteinfall in den Aufenthaltsräumen stark verringern. Das blickdichte Glasgeländer löst diesen Zielkonflikt auf einfache und gestaltungswirksame Art und verdunkelt die dahinter liegenden Räume nur unwesentlich. Darüber hinaus wird die Variationsbreite der Lichteinfalls- oder Verdunklungsmöglichkeiten durch außen liegende, elektrisch bedienbare Rollläden an den Fenstern weitgehend maximiert. 

Bautafel

Architekten: Agsta Architekten und Ingenieure, Hannover
Projektbeteiligte: Eilers Ingenieure, Hannover (Statik); GMW Ing.-Büro, Hannover (Haustechnik); Thannheiser, Neustadt (Rohbau); Spalink-Sievers, Hannover (Außenanlagen)
Bauherr: Gundlach, Hannover
Fertigstellung: 2009
Standort: Große Düwelstraße 44-46 / Tiestestraße 9-11, Hannover

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