EnEV: Grundlagen und Ziele

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Energetischer Wärmeschutz
Grundlage zur energetischen Planung von Gebäuden bildet seit 2002 die Energieeinsparverordnung (EnEV). Sie gilt für konditionierte Gebäude, die beheizt oder gekühlt werden. Von den Anforderungen sind u.a. Wohngebäude ausgenommen, die weniger als vier Monate genutzt werden. Da die EnEV Gesetzescharakter hat, muss sie im Rahmen der Planung bei Neubauten und Sanierungen Anwendung finden. Die Nachweise sind bereits im Bauantragsverfahrens zwischen den Planern und dem Bauherren abzustimmen und mit dem Bauantrag einzureichen. Mit der Abnahme des Gebäudes zur Fertigstellung muss die Umsetzung der Maßnahmen, die im Nachweis benannt sind, gegenüber den Bauordnungsämtern bestätigt werden. Mit der aktuellen Fassung der EnEV 2014 wurde erstmalig die Möglichkeit zur stichprobenhaften Kontrolle der Berechnungen eingeführt. Dazu müssen beim DIBt die EnEV-Nachweise angemeldet werden und im Nachweis die Registriernummern des DIBt übernommen werden.

Die Anforderungen an die dämmtechnischen Qualitäten von Gebäudehüllflächen oder Wärmeverteilungsleitungen werden in der Energieeinsparverordnung geregelt. Dies geschieht über Vorgaben an den einzuhaltenden Wärmedurchgangskoeffizienten (U-Wert), welche wiederum die Grundlage für das Referenzgebäude im Nachweisverfahren bilden.

Grundlage EU-Gebäuderichtlinie zur Gesamteffizienz
2010 veröffentlichte die Europäische Union die Richtlinie zur Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden. (Directive on Energy Performance of Buildings kurz EPBD oder auch EU-Gebäuderichtlinie genannt). Diese Richtlinie definiert die gesamteuropäische Grundlage zur Umsetzung der energetischen Ziele in jeweiliges Länderrecht. In Deutschland geschieht dies mit der Energieeinsparverordnung. Die Ziele der Energieeinsparverordnung sind die Reduzierung des CO2-Ausstoßes und damit die Reduktion des Bedarfs an fossilen Brennstoffen sowie die Schaffung eines klimaneutralen Gebäudebestandes bis 2050.
Da in der Europäischen Union der Gesamtenergiebedarf von Gebäuden bei ca. 40% liegt, werden Maßnahmen zur Steigerung der Nutzung von Energie aus erneuerbaren Quellen als vorrangig betrachtet. Nach den Vorgaben der EU-Richtlinie und der EnEV soll bis 2020 der Gesamtenergieverbrauch von Gebäuden  bis zu 20% aus erneuerbaren Energien gedeckt werden.

Mit Einführung der EnEV in Deutschland wurde ein Planungswerkzeug eingeführt, dass den Energiebedarf eines Gebäudes ganzheitlich kalkuliert. In der energetischen Bewertung findet sich die technische Gebäudeausstattung genauso wieder wie die Qualität der wärmeübertragenden Hüllflächen. Bei der technischen Gebäudeausstattung steht besonders die Heizwärme- und Warmwassererzeugung im Mittelpunkt der Betrachtungen.

Die EnEV nimmt eine Unterteilung nach der Nutzung der Gebäude vor. In der Nachweisführung wird unterschieden nach Wohn- und Nichtwohngebäude. Ein weiterer Sonderfall sind Sanierungen und Erweiterungen im Bestand. Für Neubauten wird der EnEV-Nachweis als Bedarfsausweis errechnet. Wird ein Nachweis für ein bestehendes Gebäude erstellt, kann das auf der Grundlage der Verbrauchswerte der vergangenen drei Jahre als Verbrauchsausweis erfolgen. Die Nachweise zur EnEV haben eine Gültigkeitsdauer von 10 Jahren.

Bezug EnEV und EEWärmeG
In direktem Bezug zur EnEV steht das 2009 eingeführte Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz (EEWärmeG). Mit den Vorgaben des EEWärmeG soll die anteilige Nutzung von Wärme und Kälte aus erneuerbaren Energien bei Neubauten verpflichtend eingeführt werden. Bauherren müssen daher im Zuge der Planungen für einen Neubau den Nachweis erbringen, dass die Anforderungen dem Gesetz entsprechen. Zu den erneuerbaren Energien können gerechnet werden:

  • Geothermie
  • Umweltwärme (Wärmepumpen)
  • solare Strahlungsenergie (Solarthermie)
  • Wärme aus Biomasse
Für den Fall, dass der Einsatz erneuerbarer Energien zu unwirtschaftlichen Ergebnissen führt, wenn diese in die technische Gebäudeausstattung eingebunden werden, besteht zusätzlich die Möglichkeit zur Kompensation für den Bauherren und Planer. Diese kann durch die Unterschreitung der Anforderungen der EnEV an die Wärmedämmung der Gebäudehülle und des Jahresprimärenergiebedarfs erfolgen. In diesem Fall muss der Jahresprimärenergiebedarf um mindestens 15% unter den EnEV-Anforderungen liegen, die durch das Referenzgebäude abgebildet werden.

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