Elysium Spa in Bratislava
Saunalandschaft mit historischem Flair
Mitten im geschäftigen Treiben der slowakischen Hauptstadt Bratislava, im Kellergeschoss eines salbeigrünen Altbaus befindet sich das Elysium Spa – ein Ort der Entschleunigung und Entspannung. Die versteckte Oase mit Sauna- und Ruheräumen hat das ortsansässige Planungsbüro Grau Architects entworfen.
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Mythologisches Leitbild
Der lateinische Begriff Elysium, abgeleitet vom altgriechischen „Elysion Pedion“ (zu Deutsch: „das selige Feld“), hat seinen Ursprung in der griechischen Mythologie. In dieser ist das Elysium ein Ort im Jenseits, die „Insel der Seligen“, zu der die Götter jene verdienstvollen Helden nach ihrem Ableben senden, die sie besonders schätzen. Es gilt als Ort der Ruhe, des Glücks und der Freude, an dem die Seele nach dem Tod einen angenehmen Aufenthalt genießt. Bei der Planung des Spas diente das sagenumwobene Elysium nicht nur als Namensgeber, sondern auch als Leitbild für die Gestaltung. Die Architekt*innen wollten einen Ort schaffen, der es ermöglicht, aus dem Alltag auszubrechen und zur Ruhe zu kommen – ein meditativer Rückzugsort von der Außenwelt.
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Einladende Atmophäre
Vom Haupteingang an der Straße Grösslingova führt eine Steintreppe in das Untergeschoss. Besucher*innen gelangen über sie direkt zum Empfangsbereich der Saunalandschaft. Der blau geflieste Tresen dient sowohl der Anmeldung als auch als kleine Cafébar. Einzelne runde Tische und Stühle laden zum Verweilen ein. Zwei Wandregale – eines aus Eschenfurnier, das andere aus schwarz lackiertem MDF – bieten zusätzlichen Stauraum. Im gesamten Kellergeschoss bewahrten die Planenden die historische Ziegelgewölbedecke. Zwischen den einzelnen Räumen geht der Bodenbelag aus grauen Terrazzofliesen fließend ineinander über. Die Wände sind weiß verputzt und schaffen in dem sonst nur wenig natürlich belichteten Untergeschoss eine freundliche und einladende Atmosphäre.
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Schwarze Keramik in Sanitär- und Hygienebereichen
Ein schmaler Flur verbindet die Anmeldung mit den Umkleide- und Sanitärbereichen. Die reduzierte Materialpalette aus Fliesen, Holz und Terrazzo wird hier fortgeführt: Spinde, Umkleidekabinen und Ablageflächen sind aus warmen Eschenholz gefertigt; eine schwarze Holzbank bildet den Mittelpunkt des Umkleideraums. Zwischen den unaufdringlichen Materialien setzen blaue, keramische Wandfliesen einen farbenfrohen Akzent. Ein runder Spiegel ergänzt die minimalistische Raumausstattung.
An die Umkleidekabine schließt der Sanitärbereich mit zwei U-förmigen Duschkabinen an. Boden und Wände sind vollständig mit schwarzen, quadratischen Keramikfliesen bedeckt, ebenso die aus der Wand ragende Waschtischablage, auf der zwei schwarze Keramikwaschbecken ruhen. Ihre Armaturen bestehen aus gebürstetem Edelstahl, der durch seine hohe Korrosionsbeständigkeit gut für den Einsatz in Nassbereichen geeignet ist. Ein kleines Kellerfenster und einzelne Downlights tauchen den dunklen Raum in ein behagliches, schummriges Ambiente. Die Toiletten befinden sich in einem separaten Sanitärbereich entlang des Flurs.
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Saunakabinen aus Pappelholz
Im Spabereich stehen den Besucher*innen vier Saunakabinen zur Verfügung, die als thermisch geschlossene Einheiten in den Raum eingestellt sind. Die kubusförmigen Kapseln sind aus Pappelholz konstruiert – ein Werkstoff, der sich durch Stabilität, Formfestigkeit sowie eine geringe Wärmeleitfähigkeit auszeichnet und daher besonders gut für Räume geeignet ist, die hohen Temperaturen standhalten müssen.
Nach dem Saunagang bieten zwei Duschkabinen am Ende des länglichen Raumes Abkühlung. Der Ruhebereich hebt sich mit einem niedrigen, blau gefliesten Podest vom Terrazzoboden ab, in den ein üppig bepflanztes Kieselbeet eingelassen ist. Durch ein Oberlichtband über dem Ruhebereich kann tagsüber natürliches Licht einfallen. Ein kleines Treppenhaus verbindet den Spabereich im Untergeschoss mit einer Terrasse im Innenhof. Hier ermöglichen eine weitere Saunakabine sowie einige Liegestühle das Entspannen unter freiem Himmel.
Bautafel
Architektur: GRAU architects, Bratislava
Projektbeteiligte: Ceramica Vogue, Vergnasco, Italien (Hersteller Keramikfliesen blau und schwarz); Cidemat, Hranice, Tschechien (Hersteller Terrazzoplatten Tereza TA101); HUUM, Tartu, Estland (Tropfen-Saunaofen); Osmont, Jihlava, Tschechien (Leuchte Adria L1 und Elsa); Luceplan, New York / Mailand (Leuchte Compendium); Stanislav Ondruš, Bratislava (Gemälde)
Bauherr*innen: Elysium Tech, Bratislava
Standort: Grösslingová 56, 81109, Bratislava, Slowakei
Fertigstellung: 2021
Bildnachweis: Matej Hakár, Bratislava (Fotos); GRAU architects, Bratislava (Pläne)
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