Verglasungen

Fensterflächenanteil und Kennwerte

Großflächige Verglasungen sind an vielen Gebäuden zu finden. Sie liegen insbesondere deshalb im Trend, weil sie Tageslicht in die Räume hineinlassen und in den Wintermonaten passive solare Gewinne erzielen. Im Wohnungsbau tragen große, nach Süden ausgerichtete Verglasungen zu einer Reduktion des Heizwärmebedarfs bei, in Bürogebäuden hingegen sind solare Gewinne durch große Glasflächen meistens unerwünscht, weil sie einerseits zu Lasten des Blendschutzes gehen und andererseits den Kühlenergiebedarf erhöhen. Soll aus energetischen Gründen keine aufwendige Kühlung des Gebäudes erfolgen, ist ein geeignetes Sonnenschutzsystem unerlässlich.

Gallerie

Verglasungs- und Fensterflächenanteil
Bei üblicher Rohbaufensterhöhe von 1,30 m und einer Brüstungshöhe von 0,90 m, sollte die Summe der Fensterbreiten mindestens 55% der Breite des Raumes betragen. Für die Lichtverteilung im Raum sind auch die Lage und die geometrische Form der Fenster entscheidend. Breitere Fenster oder Fensterbänder in mittlerer Höhe verbessern den Lichteinfall; auch mehrere schmale, hohe Fenster, vor allem aber bodentiefe Schrägverglasungen sorgen für eine gleichmäßige Raumausleuchtung. Letztere bringen alerdings je nach Himmelsrichtung, wiederum die Gefahr einer sommerlichen Überhitzung mit sich.

Im Verwaltungsbau wird ein Fensterflächenanteil von 60 bis 65% als optimal angesehen, da bei größeren Glasflächen keine weitere nennenswerte Stromersparnis zu erzielen ist und eher Probleme mit dem sommerlichen Wärmeschutz auftreten. Wenn der Fensterflächenanteil 30% einer Fassadenfläche überschreitet, so ist nach Energieeinsparverordnung ein vereinfachtes Nachweisverfahren anzuwenden, dass sich die Räume nicht überhitzen. Hier sind bestimmte Anforderungen an die Sonneneintragskennwerte oder an die Kühlleistung einzuhalten, um einen energiesparenden sommerlichen Wärmeschutz sicherzustellen.

Sommerlicher Wärmeschutz
Die Größe der Fensterfläche im Verhältnis zur Grundfläche des Raums ist maßgeblich, um Aufenthaltsräume hinsichtlich der Anforderungen an den sommerlichen Wärmeschutz nach DIN 4108-2 Wärmeschutz und Energie-Einsparung in Gebäuden – Teil 2: Mindestanforderungen an den Wärmeschutz zu bewerten. Das normative Rechenverfahren aus der DIN 4108-2 bildet dabei die Grundlage zur Erfüllung der Vorgaben der Energieeinsparverordnung zum sommerlichen Wärmeschutz nach den §§ 3 und 4 für Wohngebäude und Nichtwohngebäude. Mit der Bewertung zum sommerlichen Wärmeschutz stehen die Reduzierung von Kühllasten und die Reduzierung des Energiebedarfs zur Kühlung im Vordergrund. Ebenso geht es aber auch um die Aufenthaltsqualität für den Nutzer und die Einhaltung der Behaglichkeitskriterien.

Kennwerte von Verglasungen
Für die Tageslichtnutzung ist die Größe der Glasflächen, die Himmelsrichtung der Fassade sowie mögliche Verschattungen durch die umgebende Bebauung entscheidend. Für das energieeffiziente Bauen sind der Wärmedurchgangskoeffizient (U-Wert) und der Gesamtenergiedurchlassgrad (g-Wert) der Verglasung von Bedeutung. Je kleiner der U-Wert wird, desto mehr nimmt auch der g-Wert ab. Deshalb ist eine Optimierung beider Kenndaten (kleiner U-Wert bei großem g-Wert) gleichzeitig nicht möglich.

Eine weitere ausschlaggebende Größe der Verglasung ist der Lichttransmissionsgrad; er gibt den Grad der Lichtdurchlässigkeit einer Verglasung an. Bei einer Zweischeiben-Isolierverglasung beträgt er etwa 0,80, bei einer Wärmeschutzverglasung 0,75 und bei Sonnenschutzglas zwischen 0,40 bis 0,60. Das heißt, bei einer Wärmeschutzverglasung gelangt 75 % des einfallenden Lichtes durch die Glasscheibe in den Raum. Das Verhältnis von Lichttransmission und Gesamtenergiedurchlassgrad beträgt üblicherweise etwa 1,3 : 1.

Der g-Wert und der Lichttransmissionsgrad variieren je nach Verglasungstyp, Glasdicke und Anzahl der Scheiben. Je nachdem, wie viel auftreffende Sonnenstrahlung die Glasscheibe absorbieren oder reflektieren kann, wird viel oder wenig Energie bzw. Licht durch sie hindurch gelassen.

Quelle: D. Haas-Arndt, F. Ranft; Tageslichttechnik in Gebäuden, Verlag Hüthig Jehle Rehm, Heidelberg

Fachwissen zum Thema

Fassade der Triangle-Gebäudes in Köln mit integrierten Lichtlenkelementen

Fassade der Triangle-Gebäudes in Köln mit integrierten Lichtlenkelementen

Tageslicht

Tageslicht und sommerlicher Wärmeschutz

Ob sich ein Gebäude im Sommer überhitzt, ist im Wesentlichen von seinem Glasflächenanteil und der einfallenden Sonneneinstrahlung...

Kontakt Redaktion Baunetz Wissen: wissen@baunetz.de
Baunetz Wissen Licht sponsored by:
Plug & Light
Kontakt: +49 (0)2351 936-4100 | service@plugandlight.de
Zum Seitenanfang

Historische Tageslichtsysteme

Kirche in Ronchamps von Le Corbusier (1954)

Kirche in Ronchamps von Le Corbusier (1954)

Der gezielte Umgang mit Tageslicht in Gebäuden, wie er heute meist aus gesundheitlichen oder energetischen Gründen erfolgt, ist...

Tageslichtlenkung

Anhebung der Beleuchtungsstärke in Raumtiefe

Anhebung der Beleuchtungsstärke in Raumtiefe

Unter dem Begriff Tageslichtlenkung werden Techniken zusammengefasst, die Tageslicht gezielt in den tieferen Innenraum lenken....

Tageslichtleitung

Lichttransport zu einer Lightpipe

Lichttransport zu einer Lightpipe

Systeme zur Tageslichtleitung gehören zu den so genannten indirekten Lichtlenksystemen. Sie sind in der Lage, Licht über weitere...

Verglasungen

Verglasungen

Großflächige Verglasungen sind an vielen Gebäuden zu finden. Sie liegen insbesondere deshalb im Trend, weil sie Tageslicht in die...

Oberlichter

Oberlicht über einem Treppenraum

Oberlicht über einem Treppenraum

Dachoberlichter werden eingesetzt, um auch in tiefen Räumen einen ausreichenden Tageslichtquotienten in Raummitte zu erreichen....

Atrien und Lichthöfe

Atrium mit Trichterform zur besseren Belichtung der unteren Geschosse und als Erschließungbereich

Atrium mit Trichterform zur besseren Belichtung der unteren Geschosse und als Erschließungbereich

Büroarbeitsplätze sollten möglichst an der Außenseite von Gebäuden liegen. Ist dies nicht bei allen Räumen möglich, so können sie...

Lichtgauben und Lichtstraßen

Ansicht Lichtgaube

Ansicht Lichtgaube

Dachgauben ermöglichen das Ausbauen von Dachgeschossräumen, die entweder eine zu geringe Kopfhöhe aufweisen oder keine...

Sheddächer

Sägezahnartige Sheddachform

Sägezahnartige Sheddachform

Ein Sheddach besteht aus mehreren aneinander gereihten, parallel angeordneten Pultdächern, die dem Gebäude eine sägeähnliche...

Prismensysteme

Prinzip eines Prismas

Prinzip eines Prismas

Prismen werden immer häufiger in verschiedenen Ausführungen zur Tageslichtlenkung eingesetzt. Sie funktionieren nach dem Prinzip...

Holographisch-optische Elemente

Holographisches Element im seitlichen Oberlicht einer Glasscheibe

Holographisches Element im seitlichen Oberlicht einer Glasscheibe

Holographisch-optische Elemente (HOE) werden durch die Belichtung eines holographischen Films mittels Laserstrahlung hergestellt....

Licht. Aus der Steckdose

Mit Plug & Light wird Lichtgestaltung im Innenraum neu definiert und die Lichtsteuerung wunderbar einfach

Partner-Anzeige