Digitale Bestandsanalyse
Zu einer umfassenden Bestandsanalyse gehören neben der Dokumentation der Gebäude-Geometrie auch die Erfassung und Beurteilung der verwendeten Materialien und Konstruktionen: Erst nach dieser Abbildung des Ist-Gebäudezustandes lassen sich die Machbarkeit, Kosten und rechtlichen Anforderungen einer Sanierung oder eines Umbaus einschätzen. Zu Beginn eines Projekts ist zudem die Art und der Umfang der digital unterstützten Arbeitsweise zu klären. Eine Frage ist beispielsweise, ob in einer BIM-Umgebung geplant wird. Die strukturierte Erfassung aller Informationen und Untersuchungen ist notwendig und kann bereits früh im digitalen Gebäudemodell festgehalten werden.
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Maßgebliche Bestandsaufnahme
Haben alte Pläne nur unzureichende Informationen über ein Bestandsgebäude oder liegen erst gar keine Pläne vor, braucht es ein neues Aufmaß. Digitale Messverfahren ermöglichen in kurzer Zeit eine großflächige und zuverlässige Dokumentation des Bestandes. Diese daraus resultierenden Daten bilden die Grundlage eines digitalen Gebäudemodells, das sich im Rahmen der Planung bis zu einem vollständigen BIM-Modell ausweiten lässt. Welche Daten in welcher Qualität digital erfasst werden müssen, hängt vom Umfang und Zweck der Baumaßnahme ab.
Für die Erstellung einer digitalen Bestandsaufnahme lassen sich verschiedene Messverfahren unterscheiden:
- Distometrie
- Tachymetrie
- Photogrammetrie
- Laserscanning (terrestrisch und mobil)
- Drohnen-Aufnahme
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Digitale Bauwerksdiagnostik
Zusätzlich werden oft technische, bauwerksdiagnostische Untersuchungen durchgeführt, um den Aufbau, Zustand und die Materialeigenschaften von Bauteilen zu ermitteln. Zu den klassischen Untersuchungsverfahren zählen Bohrkernentnahmen oder Sondierungen. Daneben werden zerstörungsfreie Prüfverfahren eingesetzt, wie Radar zur Erkundung von Bewehrungs- oder Spanngliedverläufen, Ultraschall zur Ortung von Kiesnestern oder Thermografie zur Beurteilung von Wärmebrücken.
Im Sinne einer einzigen Informationsquelle (Single Source of Truth) können die Lage und Ergebnisse der Untersuchungen ebenfalls im BIM-Modell markiert und vermerkt werden – herkömmliche 2D-Pläne zur Dokumentation der Untersuchungsplanung entfallen. Die BIM-Methodik kann also zu mehr Transparenz, Nachvollziehbarkeit und Kollaboration verhelfen.
Ausblick
Durch die zunehmende Digitalisierung und das modellbasierte Arbeiten ergeben sich neue Möglichkeiten und Herausforderungen. Augmented Reality (AR) und Künstliche Intelligenz können gute Werkzeuge sein, um zum Beispiel große Datenmengen, die im Zuge der digitalen Bestandsanalyse entstehen, zu ordnen und auszuwerten.
