Fogo Island Inn bei Joe Batt’s Arm

Dachterrasse mit Whirlpools und Ausblick zum Meer

Neufundland bildet den östlichsten Zipfel des nordamerikanischen Kontinents und gehört zu Kanada. Der Insel vorgelagert ist Fogo Island, landschaftlich geprägt durch hügelige Wälder und felsige Küsten. Auf der Anhöhe einer sanft abfallenden Felsküste unweit der Ortschaft Joe Batt's Arm befindet sich das Fünf-Sterne-Hotel Fogo Island Inn, dessen hochwertig ausgestattete Gästezimmer mit Panoramafenstern imposante Ausblicke zum Meer eröffnen.

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Gästehaus als Treffpunkt und Impuls

Das Hotel gehört zur gemeinnützigen Shorefast-Stiftung, die versucht, durch kulturelle und wirtschaftliche Förderung eine Zukunftsperspektive für Fischer, Bootsbauer und Kunsthandwerker zu entwickeln. Das wirtschaftliche Fundament der Inselbewohner war mit einem Fangverbot für Kabeljau im Jahr 1992 zusammengebrochen, die Einnahmen aus dem Tourismus wurden immer wichtiger. 2007 gründete die Kanadierin Zita Cobb die Stiftung und investierte in die Unterstützung der Bewohner. Die mit dem Hotelbetrieb erwirtschafteten Gewinne sollen den elf Fischerdörfern der Insel zugute kommen. Das Gästehaus soll möglichst viele Einheimische beschäftigen und als Treffpunkt für Touristen und Inselbewohner fungieren: So bietet es neben 29 Zimmern auch öffentliche Einrichtungen wie Kino, Bibliothek, Gastronomie und eine unabhängig betriebene Kunstgalerie.

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Aufgeständert und im Fels verankert

Auch Architekt Todd Saunders entstammt der Gegend, wanderte jedoch vor vielen Jahren nach Norwegen aus und gründete dort mit Saunders Architecture sein eigenes Büro. Einen Teil des Bauwerks stellte er in Anlehnung an die traditionellen Pfahlbauten der Fischer auf Stelzen, die in den Felsen verankert sind. Das Haupthaus wird gebildet durch zwei lange Riegel, die sich X-förmig überlagern. Ein Riegel verläuft zweigeschossig von Westen nach Osten – hier sind die öffentlichen Bereiche untergebracht. Der zweite, längere Baukörper erstreckt sich parallel zur Küste von Südwesten nach Nordosten und beinhaltet auf vier Geschossen die Hotelzimmer. In einem dritten, zurückversetzten Gebäude ist Platz für Lagerräume, Wäscherei und Heiztechnik. Die Fassadenbekleidung aus gebeizter heimischer Schwarzfichte ist in lokaler Bauweise ausgeführt. Unregelmäßig angeordnete, teilweise schräg stehende Stahlstützen tragen die auskragenden Gebäudeteile.

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Fenster zum Meer

Erschlossen wird das Hotel an seiner Südseite – dort, wo sich die Gebäuderiegel überschneiden. Die Gäste betreten eine großzügig gestaltete Lobby im Erdgeschoss mit Glasfassade zum Meer. Helles, durchgängig verlegtes Ahornparkett schafft eine wohnliche und warme Atmosphäre. Vis à vis zum Eingang befindet sich ein Treppenaufgang. Linkerhand sind die Rezeption, eine Lounge mit Bar sowie das an zwei Seiten verglaste Restaurant angeordnet, das sich am Ende des Gebäuderiegels über zwei Etagen erstreckt. Rechterhand des Eingangsbereichs eröffnet sich ein Trakt mit vier Gästezimmern, Aufzügen und einem weiteren Treppenaufgang sowie der kleinere Riegel mit Bibliothek und Kunstgalerie. Im zweiten Stock sind Konferenzbereiche, Fitnessstudio, ein Kino und weitere vier Zimmer untergebracht. Die dritte Etage beinhaltet zehn Zimmer und vier Suiten, die vierte ebenfalls vier Zimmer, drei Loft-Suiten als Maisonettes sowie den Wellness-Bereich mit Dachterrassen.

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Hochwertige Ausstattung in Holz

Alle Hotelzimmer öffnen sich mit raumhohen Fensterfronten zum Meer. Ihre Größen variieren zwischen 32 und 102 Quadratmetern, ihre Ausstattung ist zeitlos und hochwertig: Sämtliche Möbel und Textilien sind Entwürfe internationaler Designer und wurden zum Teil von Kunsthandwerkern der Insel gefertigt. Die Zimmer verfügen über abgeschlossene Bäder mit Waschtisch, WC und Dusche. Böden und Duschen sind gefliest, die Wände jedoch ebenso wie in den Schlafräumen mit gebeiztem Fichtenholz verkleidet. Der Waschtisch ist aus hellem Birkenholz gefertigt. In den Suiten sind die Bäder besonders großzügig gestaltet und die freistehenden, ovalen Badewannen zum Teil in den Wohnraum integriert. Die Ecksuite im dritten Obergeschoss hat raumhohe Fenster an zweiten Seiten, eine ovale Wanne steht frei davor. So eröffnet sich beim Baden der Panoramablick übers Meer. Neben der Badewanne ist eine schlichte, verchromte Standarmatur im Boden installiert. Die Böden sind mit hellem Ahornparkett ausgestattet, Wände und Decken mit gebeizter heimischer Schwarzfichte verkleidet.

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Wellness auf dem Dach

Auf dem Dach befinden sich zwei Saunen, ein geräumiger Ruhebereich, Umkleiden, Duschen und sanitäre Anlagen. Am äußeren Ende der umlaufenden Dachterrasse sind auf einem Podest drei Whirlpools platziert. Auch von dort genießen die Gäste den weiten Blick übers Meer. Die Terrasse und die drei runden Pools sind mit unbehandeltem Fichtenholz verkleidet.

Regenwassernutzung und Solarwärme

Für die Bauherrin war eine nachhaltige, ressourcenschonende Bauweise wichtig: So wird Regenwasser vom Dach zu Tanks in den Keller geleitet, gefiltert und für Toiletten und Wäscherei verwendet. Solarwärmekollektoren auf dem Dach des Nebengebäudes liefern Energie zur Bereitung von Warmwasser für die Fußbodenheizung, Wäscherei und Küche. Die Fenster sind dreifachverglast.

Autorin: Stefanie Merbecks, Karlsruhe

Bautafel

Architekt: Saunders Architecture, Bergen
Projektbeteiligte:
DBA Consulting Engineers, St. John's (Statik); Crosbie Engineering, Odyssey Mechanical und Bayview Electrical, St. John's sowie Sustainable Edge, Toronto (Gebäudetechnik); Wetstyle, Montreal (freistehende Badewanne)
Bauherr und Betreiber: Shorefast-Stiftung, Fogo Island
Fertigstellung:
2013
Standort:
210 Main Street, Joe Batt’s Arm, Neufundland, Kanada
Bildnachweis: Alex Fradkin, New York/San Francisco; Paddy Barry, St. John's

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