Hotel Topazz in Wien

Schokobraune Glasmosaikfassade mit Tiefenwirkung

Auf einem nur 153 Quadratmeter großen Grundstück ist in der Wiener Innenstadt ein Hotelgebäude entstanden, das deutlich aus der im Stil des Historismus errichteten Nachbarbebauung hervorsticht. Grund dafür ist seine schokoladenbraune Glasmosaikfassade mit ovalen und leicht vorspringenden Fensteröffnungen, die wie Augen auf den Stadtraum blicken. Der Entwurf für den Neubau stammt von BWM Architekten und Partner, die Innengestaltung von Michael Manzenreiter, beide Büros haben ihren Sitz in Wien.

Gallerie

Sanft gebogene Fassade
Unweit des Stephansdoms an der Ecke Kramergasse und Lichtensteg gelegen, wurde der Hotelneubau mit drei Unter- und zehn Obergeschossen realisiert. Hinter seiner sanft gebogenen Fassade befinden sich auf 2.200 m² Bruttogeschossfläche 32 Zimmer und ein Penthouse. In den Regelgeschossen gibt es je vier Zimmer mit einer Fläche von durchschnittlich 22 m², das Dachgeschoss bietet Platz für eine 60 m² große Suite mit rundum laufender Terrasse von etwa 40 m². Im Erdgeschoss ist die Rezeption, im Untergeschoss der Salon angeordnet, der als Frühstücksraum und Lounge genutzt wird. Blickt der Gast von hier nach oben, kann er die Fußgänger durch eine große Glasfassade aus der Froschperspektive beobachten. Bei der Innengestaltung des Hotels ließ sich Manzenreiter von Entwürfen der Wiener Werkstätte inspirieren, einer Produktionsgemeinschaft bildender Künstler, die von 1903 bis 1932 existierte. Fließende Formen, Textilien und Wandmalereien sollen das Flair einstiger Wiener Salons vermitteln.

Weich gepolsterter Ausguck
An der Fassade nimmt die versetzte Anordnung der ovalen Fenster die unterschiedlichen Geschosshöhen der Nachbargebäude auf und kontrastiert die Einheitlichkeit der historisch geprägten Umgebung. Im Inneren dienen die Fenster den Hotelbesuchern als körperfreundlich gepolsterter Ausguck, von dem sie im Liegen das Treiben auf der Straße beobachten können. Mit seiner Hülle aus schokoladenbraunen Glasmosaikfliesen ist das neue Hotel ein echter Hingucker in der Wiener Innenstadt. Zu Abertausenden bedecken die glänzenden Steinchen die Fassade. Sie sind Teil eines Fassadensystems, das üblicherweise vorgehängt und hinterlüftet, hier aber als Wärmedämmverbundsystem (WDVS) ausgeführt wurde, das heißt, die Fliesen wurden direkt auf den Untergrund geklebt. Mit diesem Aufbau ließ sich eine geringere Konstruktionsdicke erzielen. An ihrer Oberfläche leicht gerundet (bombiert), lassen die 5 x 5 cm großen und 4 mm dicken Glasmosaike ein facettenreiches Lichtspiel auf der Fassade entstehen. Durch die rückseitige Einschmelzung der Farbpigmente in die Glasplatte sind sie farbbeständig und haben eine homogene Farbwirkung.

Niedrigenergiehaus
Technisch handelt es sich bei dem Gebäude um ein Niedrigenergiehaus mit einem Heizwärmebedarf von weniger als 25 kWh/m²a. Geheizt und gekühlt wird es mittels Wärmepumpe über einen Grundwasserbrunnen und eine mechanische Lüftung mit Wärmerückgewinnung aus der Abluft. Die Spitzenlastabdeckung erfolgt über Fernwärme. Komplettiert wird das Energiekonzept durch eine luftdichte Gebäudehülle und Fenster mit Dreischeiben-Wärmeschutzverglasung.

Licht: Zentrale Beleuchtungssteuerung
Zur Steuerung aller gebäudetechnischen Funktionen wurde das Boutiquehotel mit einer Gebäudeautomation ausgestattet, die mit einem KNX-Bussystem umgesetzt wird. Alle Informationen der Gebäudetechnik wie Beleuchtung, Heizung und Verdunklung laufen auf einem Home-Server zusammen. KNX als elektronisches Nervensystem bietet den Vorteil, dass es zukunftssicher und dank des weltweit gültigen Standards herstelleroffen ist. Neben der zentralen Steuerung der Beleuchtung aus der technischen Zentrale heraus, war es wichtig, die Bedienung des Lichts für die Hotelgäste so unkompliziert wie möglich zu gestalten. In den Zimmern kommt darum – passend zum Interieur – eine einfache doch elegante Schalterserie in reduziertem Design zum Einsatz, die obendrein ausgesprochen strapazierfähig ist.

Bautafel

Architekten: BWM Architekten und Partner, Wien, und Michael Manzenreiter, Wien
Projektbeteiligte: Dorr-Schober und Partner, Wien (Tragwerksplanung); Technisches Ingenieurbüro Heiling, Wartmannstetten (Haustechnik); Dasch Bauunternehmen, Schwechat (Baufirma); Sto Verotec, Lauingen (Fassadesystem Ventec); Gira, Radevormwald (Licht: Schalterprogramm Gira E2)
Bauherr: Lenikus Unternehmensgruppe, Wien
Standort: Lichtensteg 3, 1010 Wien
Fertigstellung: 2012
Bildnachweis: Anna Blau, Wien für Lenikus und BWM Architekten und Partner, Wien

Baunetz Architekten

Fachwissen zum Thema

In Gasträumen ist eine hohe Lichtqualität erforderlich

In Gasträumen ist eine hohe Lichtqualität erforderlich

Beleuchtungsplanung

Licht in Hotel und Gastronomie

In unvertrauten Umgebungen ein Umfeld zu schaffen, in dem sich die Gäste auf Anhieb wohl fühlen, ist die Anforderung an die Lichtplanung.

Surftipps

Kontakt Redaktion Baunetz Wissen: wissen@baunetz.de
Baunetz Wissen Licht sponsored by:
Plug & Light
Kontakt: +49 (0)2351 936-4100 | service@plugandlight.de
Zum Seitenanfang

Das von BWM Architekten geplante Hotel Topazz entstand auf einem nur 153 Quadratmeter großen Eckgrundstück mitten in Wien.

Das von BWM Architekten geplante Hotel Topazz entstand auf einem nur 153 Quadratmeter großen Eckgrundstück mitten in Wien.

Hotel/​Gastronomie

Hotel Topazz in Wien

Schokobraune Glasmosaikfassade mit Tiefenwirkung

Der Architekt Didier Faustino hat in Gent ein Entree für ein Kongresszentrum entworfen, das in einem Bestandsbau von 1906 untergebracht ist.

Der Architekt Didier Faustino hat in Gent ein Entree für ein Kongresszentrum entworfen, das in einem Bestandsbau von 1906 untergebracht ist.

Hotel/​Gastronomie

XYZ Lounge in Ghent

Entree zum Konferenzzentrum mit maßgefertigtem Lichtkonzept

Das Lichtkonzept des Hotel-Ensembles La Maison trägt maßgeblich dazu bei, Alt und Neu miteinander in Einklang zu bringen

Das Lichtkonzept des Hotel-Ensembles La Maison trägt maßgeblich dazu bei, Alt und Neu miteinander in Einklang zu bringen

Hotel/​Gastronomie

Hotel La Maison in Saarlouis

KNX gesteuerte LED-Inszenierung

Das Restaurant im Untergeschoss einer grellbunten Pachinko-Spielhalle ist ein nur minimal beleuchteter, kontemplativer Ort

Das Restaurant im Untergeschoss einer grellbunten Pachinko-Spielhalle ist ein nur minimal beleuchteter, kontemplativer Ort

Hotel/​Gastronomie

Restaurant Subajin in Kyoto

Minimale Beleuchtung in einem pechschwarzen Raum

Die sogenannte Bergoase des Tschuggen Grand Hotels nach dem Entwurf von Mario Botta erinnern an gewölbte Segel

Die sogenannte Bergoase des Tschuggen Grand Hotels nach dem Entwurf von Mario Botta erinnern an gewölbte Segel

Hotel/​Gastronomie

Tschuggen Bergoase in Arosa

Hoch aufragende Segel für viel Sonnenlicht

Licht. Aus der Steckdose

Mit Plug & Light wird Lichtgestaltung im Innenraum neu definiert und die Lichtsteuerung wunderbar einfach

Partner-Anzeige