Grundlagen Entscheidungsprozesse

Wie Unternehmen ins Handeln kommen.

Entscheidungen sind der Motor jedes Unternehmens und meistens Aufgabe von Führungskräften. Wenn Entscheidungen ausbleiben, es zu Verzögerungen oder Stillstand im Unternehmen kommt, gibt es verschiedene Ursachen: So blockieren zum Beispiel persönliche Gründe, wie die Angst vor Fehlern und Fehlentscheidungen, Zweifel an den eigenen Fähigkeiten und fehlende Anreize den Entscheidungsprozess. Ein anderer Grund können unklare Sachlagen sein. Wer Ziele, Budgets und Details nicht kennt, kann keine soliden Entscheidungen treffen. Ebenso können zu viele Details die Entscheidungsfindung erschweren. Zeit ist ein wesentlicher Faktor: Hektik führt zu vorschnellen, oft schlechten Entscheidungen. Bei einem zu großen Zeitfenster jedoch dauern Diskussionen endlos. 

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Wissenschaftliche Methoden zur Entscheidungsfindung

Es gibt sehr viele verschiedene wissenschaftliche Strategien zu Entscheidungsfindung. Im Alltag eines Planungsbüros sind Strategien geeignet, die auf Heuristik basieren, also auf mentalen Abkürzungen oder Faustregeln, mit denen sich Entscheidungen schnell und praktikabel finden lassen.

  • Bauch und Kopf: Nach sogenannten dualen Prozesstheorien werden zwei verschiedene Entscheidungsprozesse kombiniert: die Intuition und die Analyse. Die Prozesse des Abwägens von Gefühl und Verstand sind den meisten Menschen vertraut und haben sich in der Psychologie etabliert. Gute Entscheidungen entstehen oft durch das Zusammenspiel von Bauch und Kopf, bzw. rechter und linker Gehirnhälfte. Allerdings könnte die Intuition trügen und das Gefühl Sachverhalte verzerren, was das Ergebnis beeinträchtigt.
  • Gut genug: Wer stattdessen nach der rational perfekten Lösungen sucht, den kann die Perfektion lähmen. Denn mit dem Verstand alleine lassen sich nicht die zahlreichen Einflussaspekte und Konsequenzen einer Entscheidung berücksichtigen. Gegen eine Denkblockade hilft die alltagstaugliche „Gut-genug-Lösung“. Gewählt wird hier aus einer gerade notwendigen Anzahl von Entscheidungsoptionen (statt aus allen möglichen Optionen) eine zufriedenstellende Lösung. Dieses Entscheidungsmodell sowie den dazugehörigen Begriff Bounded Rationality (Begrenzte Rationalität) beschrieb der Soziologe Herbert A. Simon in den 1950er Jahren. Pragmatismus, statt Perfektion, das funktioniert bis heute.
  • Take the best: Bei der Take-the-best-Strategie, von Gerd Gigerenzer in den 1990er Jahren beschrieben, wird eine Rangfolge von wichtigen Parametern angelegt. Dabei vergleicht man die Entscheidungsmöglichkeiten entlang der Rangfolge vom wichtigsten bis zum unwichtigsten Aspekt. Die Entscheidung, die die Parameter der Rangfolge weitestmöglich erfüllt, ist in diesem Kontext die beste Entscheidung. Die Visualisierung dieses Prozesses ergibt Entscheidungsbäume. Sie sind üblich für viele Handlungsleitfäden in der Medizin oder bei der Problembehebung von Maschinen. Die Baumstruktur standardisiert die Lösungsfindung und hilft vor allem bei routinierten, wiederkehrenden Entscheidungsprozessen.

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Praktische Aspekte zur Entscheidungsfindung

Wissenschaftliche Strategien helfen, um geeignete Routinen und Tools für das eigene Planungsbüro zu entwickeln. Für den Arbeitsalltag im Planungsbüro muss man nicht zwangsläufig in wissenschaftliche Theorien abtauchen. Oft helfen schon einfache Standards bei der Vorgehensweise, um Entscheidungen voranzutreiben und die Entwicklung im Unternehmen positiv zu beeinflussen. 

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  • Rahmenbedingungen definieren: Klare End- und Etappenziele bieten dem Team Orientierung und ermöglichen, komplexe Entscheidungen herunterzubrechen und zu vereinfachen. Klare finanzielle Rahmenbedingungen, evtl. auch für verschiedene Unterbereiche, führen zu mehr Sicherheit im Entscheidungsprozess. Es braucht zudem genügend Zeit und Personal für Entscheidungsroutinen, die regelmäßig in den Arbeitsalltag eingeplant werden sollten.
  • Team einbinden: Gute Entscheidungen sind oft Teamwork. Bei der Beteiligung der Teams an Entscheidungen hilft es, Diskussionen und Meetings straff und fokussiert durchzuführen, damit Ideen nicht zerredet werden. Zudem gilt es, das Selbstvertrauen im Team zu stärken und selbst ebenso auf das Team zu vertrauen und dessen Fachwissen, sowie seine Intuition und persönliche Gefühle zu berücksichtigen. Anreize, wie besondere Events oder Schulungen, und Beteiligungen an Einsparungen oder Erfolgen motivieren die Teams, sich einzubringen und gute Entscheidungen für das Unternehmen zu treffen.
  • Unternehmenskultur anpassen: Entscheidungen sollten schnell umgesetzt werden, sodass die daraus resultierenden Erfolge direkt erlebbar sind und motivierend wirken. Erst in der Praxis zeigt sich, ob eine Entscheidung gut war – und nur durch Erfahrung können Verbesserungen entstehen. 
Es gilt also, weniger zu analysieren, mehr zu handeln. Letztlich sollten Fehler als Chance zur Weiterentwicklung betrachtet werden, denn Fehler sind essenziell, um Prozesse wirklich zu verstehen, zu verbessern und voranzubringen. 
Autor: BIMUC Mario Broksch

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