Lichttechnische Begriffe

Beleuchtungsstärke
Die wichtigste Einheit aus einer Reihe von Begriffen zur Tageslichtnutzung ist die Beleuchtungsstärke Ev. Alle gesetzlichen Vorschriften, z.B. über die Beleuchtung von Arbeitsplätzen oder anderen Aufenthaltsorten, beziehen sich im Wesentlichen auf sie. Die Beleuchtungsstärke wird in Lux (lx) angegeben und ist der Quotient aus dem auf eine Fläche auftreffenden Lichtstrom (lm) und der beleuchteten Fläche: lx = lm/m² angegeben.

Gallerie

Die maximale Horizontalbeleuchtungsstärke im Freien kann bei klarem Himmel an einem Sommertag bis zu 100.000 lx betragen. Ist der Himmel bedeckt, liegt die Beleuchtungsstärke je nach Wetterlage zwischen 5.000 bis 10.000 lx. Das menschliche Auge ist für einen sehr weiten Bereich von Beleuchtungsstärken empfindlich: Von einigen wenigen Lux bei Mondlicht bis zu den genannten 100.000 Lux in der sommerlichen Mittagssonne.

Die einzuhaltenden Nennbeleuchtungsstärken sind in der DIN 5035 Beleuchtung mit künstlichem Licht, in der EN 12464 Licht und Beleuchtung - Beleuchtung von Arbeitsstätten sowie in der Arbeitsstättenverordnung festgehalten und unterscheiden sich je nach Nutzung des Gebäudes. Für Büroarbeitsplätze werden, je nach Art der Arbeit und Art des Büroraums (Gruppen- oder Einzelbüro), zwischen 300 lx (einfache Arbeiten), 500 lx (allgemeine Arbeiten, EDV) und 1.000 lx (Zeichenbüros) auf der Arbeitsfläche empfohlen.

Lichtstrom
Der Lichtstrom beschreibt die photometrisch bewertete Strahlungsleistung, also die von einer Lichtquelle abgegebene Lichtmenge. Der Lichtstrom wird dabei bezogen auf den gesamten Raum oder nur einen Teil davon (Teillichtstrom in einem Raumwinkelelement). Alle weiteren photometrischen Größen lassen sich vom Lichtstrom ableiten. Die Einheit ist Lumen (lm).

Lichtstärke
Die Lichtstärke ist die Lichtmenge, die in eine bestimmte Richtung des Raumes ausgestrahlt wird. Sie setzt sich aus dem Verhältnis von Lichtstromanteil und zugehörigen Raumwinkelelement zusammen. Die Lichtstärke einer Leuchte ist nicht in jede Richtung des Raumes gleich. Werden die Lichtstärken im Raum (oder in Ebenen) um die Lampe oder Leuchte herum erfasst, erhält man die Lichtstärkeverteilung, welche die lichttechnischen Eigenschaften genau beschreibt. Die Lichtstärkeverteilungskurve (LVK) wird in einem sogenannten Polardiagramm oder Lineardiagramm dargestellt. Die Einheit der Lichtstärke ist Candela (cd).

Leuchtdichte
Die Leuchtdichte (Kurzzeichen: L) ist das Maß für den Helligkeitseindruck, den das Auge von einer leuchtenden oder beleuchteten Fläche hat. Sie ist daher photometrisch definiert als das Verhältnis der Lichtstärke zur leuchtenden Fläche.

Die Leuchtdichte bildet die Grundlage der wahrgenommenen Heiligkeit, Farbe und Kontrast. Gemessen wird die Leuchtdichte in Candela pro Flächeneinheit (cd/m²), bei Lampen meist in cd/cm².

Tageslichtquotient
Ein Maß für die Versorgung eines Raumes mit Tageslicht ist der Tageslichtquotient (D). Der Tageslichtquotient beschreibt das Verhältnis von Innenbeleuchtungsstärke (Ei) zur Außenbeleuchtungsstärke (Ea) bei bedecktem Himmel und wird in Prozent angegeben. Er wird in vorhandenen Räumen ermittelt, in dem die Innen- und die Außenbeleuchtungsstärke gemessen, beide Größen dividiert und mit 100 multipliziert werden (D = Ei : Ea x 100).

Je größer der Tageslichtquotient eines Raumes ist, desto besser ist der Raum belichtet. Durch verschiedene Fensteranordnungen und Fenstergrößen, die Lichttransmission der Verglasung sowie durch die Raumgeometrie und die Raumabmessung lässt er sich beeinflussen. Auch eine Reflexion des einfallenden Lichtes an den Raumoberflächen kann den Tageslichtquotienten erhöhen.

Ein Arbeitsplatz mit einem Tageslichtquotienten von D > 3 % ist zwischen 50 und 70 % des Tages mit Tageslicht versorgt und kann mit dieser hohen Tageslichtautonomie zu einer erheblichen Stromersparnis beitragen. Ein höherer Tageslichtquotient würde eher zu Überhitzung der Räume und zu Blendung am Arbeitsplatz führen.

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