Grundstücksübergreifende Lösungen der Regenwasserbewirtschaftung
Studie im Auftrag der Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt
Angesichts der zunehmenden Herausforderungen durch den
Klimawandel, wie vermehrte Starkregenereignisse und
Trockenperioden, ist ein Paradigmenwechsel von der reinen Ableitung
in die Kanalisation hin zu einer lokalen
Regenwasserbewirtschaftung notwendig. Schäden durch Starkregen
müssen eingedämmt, die Gewässerqualität gefördert und die
klimatischen Belastungen für die Stadtbewohner*innen verringert
werden. Die Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz
und Umwelt präsentiert Alternativen für den Umgang mit Regenwasser in Berlin. Die Studie
Grundstücksübergreifende Lösungen der
Regenwasserbewirtschaftung, erarbeitet von Gruppe F und
oikotec-Ingenieur*innen, zielt darauf ab, Berlin klimaresilienter
zu machen.
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Eine Frage der Zusammenarbeit
Seit 2018 gilt bei Neubauvorhaben und wesentlichen Änderungen von abflusswirksamen Flächen im Bestand das Hinweisblatt zur Begrenzung von Regenwassereinleitungen bei Bauvorhaben in Berlin (BReWa-BE). Darin ist die Regenwasserbewirtschaftung auf dem jeweiligen Grundstück geregelt. In bestehenden Gebäuden erschweren oft ein hoher Versiegelungsgrad oder schwer sanierbare Altlasten eine Bewirtschaftung auf demselben Grundstück. Zudem benötigen manche Flächen für die Bewässerung von Grünanlagen mehr Regenwasser, als auf ihnen gesammelt werden kann. Eine mögliche Lösung ist eine grundstücksübergreifende Regenwasserbewirtschaftung. Dafür fehlt allerdings noch ein Prüfungsverfahren oder Anreiz- bzw. Hinweissystem für Grundstückseigentümer*innen.
Hilfestellung für Regenwasserprojekte
Gruppe F und oikotec Ingenieur*innen skizzieren anhand von fünf Szenarien das Potenzial von grundstücksübergreifender Regenwasserbewirtschaftung:
- Frontfallrohre bei Blockrandbebauung in Straßenbegleitgrün entwässern
- Dachregenwasser in Grünflächen entwässern
- Regenwasser von Freiflächen in Grünflächen entwässern
- Regenwasser von öffentlichem Straßenland in Grünflächen entwässern
- Regenwasserkanalisation: Abkopplung zur Nutzung oder dezentralen Versickerung
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Anhand dieser Szenarien haben die Verfasser*innen mögliche Versickerungsanlagen, notwendige hydrogeologische Voraussetzungen, einzubeziehende Behörden und die grundlegenden technischen und rechtlichen Regelungen in Form von Steckbriefen aufbereitet. Zudem skizzieren sie ein Prozessablaufschema, in dem die wichtigsten Schritte und Meilensteine eines GüL-Projekts dargestellt sind. Weiterhin beantworten sie häufig auftretende Fragen hinsichtlich rechtlicher, organisatorischer und technischer Aspekte. Abschließend beinhaltet die Studie einen Mustervertrag als Regelungs- und Formulierungshilfe zwischen Geber- und Nehmergrundstücken.
Die Studie kann auf der Website der Senatsverwaltung für
Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt kostenfrei
heruntergeladen werden.
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