Wohngebäude in Hamburg Eimsbüttel

Qualitätsicherndes Projektmanagement

Auf dem Gelände eines ehemaligen Hochbunkers in Hamburg Eimsbüttel realisierte das Büro blrm Architekt*innen ein Mehrparteienhaus. Das Projekt Sartoriusstraße stellte das Team vor drei wesentliche Herausforderungen: Zunächst war der Rückbau des fensterlosen Schutzbaus mit meterdicken Wänden zu bewältigen – ein aufwendiger, etappenweise durchgeführter Sprengprozess, der sich über mehrere Jahre hinzog und besondere Rücksicht auf die dichte Bebauung und den alten Baumbestand im Umfeld verlangte. 

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Die zweite Herausforderung lag in der Belichtung des Neubaus auf dem engen, innerstädtischen Eckgrundstück. Drittens galt es, eine Fassadengestaltung zu entwickeln, die zwischen den sehr unterschiedlichen Nachbargebäuden zu vermitteln vermag.

Städtebauliche Einbindung

Der nun realisierte, sechsgeschossige Baukörper basiert auf einem Grundriss, der aus zwei teilweise ineinandergeschobenen Rechtecken besteht: Während das eine Volumen sich in die bestehende Blockrandbebauung einfügt, ragt das andere zur Straßenkreuzung hin aus der Fluchtlinie heraus. So entsteht eine maximal nutzbare Wohnfläche bei gleichzeitig harmonischer Einbindung in die Nachbarschaft.

Belichtung und Freibereiche

Entstanden sind insgesamt 31 Ein- bis Vier-Zimmer-Wohnungen – vom öffentlich geförderten Wohnungsbau in den unteren drei Geschossen bis hin zu zwei hochwertig ausgestatteten Penthäusern in den oberen Etagen. Um die Belichtung der Innenräume zu optimieren, entschieden sich die Planenden für Fenster mit niedrigen Brüstungen und filigranen Absturzsicherungen. Jede Wohnung verfügt zudem über einen privaten Außenbereich: sei es als straßenseitige Loggia, hofseitiger Balkon oder Dachterrasse.

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Klinkerfassade

Gestalterisch orientierte sich das Planungsteam an der Tradition der Hamburger Backsteinarchitektur, wählte jedoch bewusst einen hellgrauen Klinker, um die Farbigkeit der verputzten Nachbarfassaden aufzugreifen. Jede zweite Läuferschicht tritt aus dem flachen Verband hervor, wodurch ein feines Relief mit horizontaler Gliederung entsteht. Um die Fenster und entlang der Geschossdecken ist das Mauerwerk eben und erzeugt die plastische Wirkung eines Abdrucks im Relief, der an klassische Gesimse und Faschen erinnert.

Projektmanagement 

Auftraggeber war ein Wohnungsbauunternehmen, das zugleich als Projektentwickler fungierte. Der Fokus des bürointernen Projektmanagements von blrm lag daher auf der strukturierten Steuerung der Planungsphasen und der Qualitätssicherung bei der Umsetzung der detailreichen Architektur. Das Team von blrm nutzt üblicherweise Revit als CAD- und BIM-Autorensoftware zur Erstellung der Modelle und Zeichnungen und arbeitet routinemäßig mit der Planungsmethodik des Building Information Modeling (BIM). Dabei werden mithilfe digitaler Modelle geometrische, materialbezogene und kostenrelevante Informationen eines Bauwerks erfasst und zwischen den Beteiligten ausgetauscht. 

Das Projekt in der Sartoriusstraße wurde nicht direkt als BIM-Projekt beauftragt, verfolgte aber dieselben Ziele: fundierte Entscheidungsfindung, hohe Planungssicherheit und eine kollisionsfreie Koordination. Für die Kostenplanung wurde die BKI-Software sowie eigene Erfahrungswerte aus verschiedenen realisierten Wohnungsbauprojekten eingesetzt. Die Terminplanung erfolgte mit MS Project, das eine strukturierte Erstellung, Verwaltung und regelmäßige Fortschreibung von Terminplänen sowie die Festlegung und Überwachung von Meilensteinen ermöglicht. Die Qualitätssicherung wurde durch gezielte Koordination, regelmäßige Besprechungen, Bemusterungen und fundierte Entscheidungsgrundlagen für den Auftraggeber gewährleistet.

Bautafel

Architektur: blrm Architekt*innen, Hamburg
Projektbeteiligte: Ingenieurbüro Technotherm, Lübeck (TGA); Ingenieurbüro Abel Gebhart, Hamburg (Statik); Ingenieurbüro T. Wackermann, Hamburg (Brandschutz); GHP Landschaftsarchitekten, Hamburg (Landschaftsarchitektur)
Fertigstellung: 2022
Standort: Sartoriusstraße 17, Hamburg Eimsbüttel
Bildnachweis: Joshua Delissen, Hamburg

BauNetz Architekt*innen

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