Kühlung im Sommer mittels einfacher technischer und nachhaltiger Maßnahmen
Wärmeschutzmaßnahmen dienen meist dem Schutz des (warmen)
Innenraums vor der Kälte draußen. Doch auch im Sommer ist oftmals
ein Wärmeschutz nötig, um den (dann kühleren) Innenraum vor der
Wärme draußen, aber auch vor internen Wärmequellen zu schützen. Um
dies zu erreichen, können einige bauliche, also passive Maßnahmen
ergriffen werden, etwa ein außenliegender Sonnenschutz oder die
Reduktion interner Wärmequellen. Doch auch bei der Planung von
Heizungs- und Lüftungsanlagen bietet sich die Möglichkeit,
Bestandsgebäude vor der sommerlichen Wärme zu schützen und zu
kühlen. Die wesentlichen Regelwerke hierfür sind das
Gebäudeenergiegesetz (GEG) sowie die DIN 4108-2 Wärmeschutz und
Energie-Einsparung in Gebäuden – Teil 2: Mindestanforderungen an
den Wärmeschutz.
Galerie
Sommerlicher Wärmeschutz kombiniert passive Maßnahmen – wie hier Klappläden – aber auch technische Systeme, um Innenräume auch an heißen Tagen behaglich zu halten.
Bild: Stephan Redeker, Berlin
01|06
Moderne Wärmepumpen können – je nach Ausführung – im reversiblen Betrieb auch Kälte produzieren (Active Cooling).
Bild: Buderus, Wetzlar
02|06
Günstige Kälte lässt sich etwa auch aus „kalter Nahwärme“ nehmen, die ein ganzes Quartier versorgt.
Bild: Naturstrom, Düsseldorf
03|06
Bei der Nutzung von Geothermie wird die Umweltenergie (in der Regel für ein Wärmepumpengerät) aus dem Erdreich gewonnen und wieder zurückgegeben, je nach Anforderung, ob ein Gebäude beheizt oder gekühlt werden soll.
Bild: Bundesverband Wärmepumpe, Berlin
04|06
Sommerlicher Wärmeschutz beginnt beim Einplanen von Verschattungen, um den Wärmeeintrag durch die Sonne zu reduzieren.
Bild: wienerberger, Hannover / Jens Willebrand
05|06
Bauteile lassen sich durch die Führung der Zuluft kostengünstig kühlen.
Bild: Kiefer Klimatechnik, Stuttgart
06|06
Bestandsgebäude verfügen oft nicht über einen geeigneten
Wärmeschutz. Wenn jedoch ein solches Gebäude saniert wird, bietet
sich in der Regel auch die Chance, im Zuge dessen auch den
Wärmeschutz zu aufzuwerten. Meist allerdings liegt der Fokus dabei
ausschließlich auf dem winterlichen Wärmeschutz. Doch auch bei den
nicht selten hohen Temperaturen im Sommer muss das Innenraumklima
reguliert werden. Dies sollte bereits bei der Planung der Heizungs-
und Lüftungsanlagen berücksichtigt werden.
Wärmepumpe: Heizungsanlage mit Kühlfunktion
Wärmepumpen eignen sich – entgegen häufigen Vorurteilen – auch
für die Nachrüstung in Bestandsbauten (siehe Kapitel „Wärmepumpen im Bestand“).
Eigentümerinnen und Eigentümer von Gebäuden sollten bei der
Heizungsplanung mit einer Wärmepumpe außerdem in Betracht ziehen,
über dasselbe Heizsystem die Räume zu kühlen. Das ist mit Geräten
im sogenannten „reversiblen Betrieb“ möglich, üblicherweise als
„Active Cooling“ bezeichnet. Dabei produziert die Wärmepumpe keine
Wärme, sondern Kälte, mit der die Räume gekühlt werden können:
Luft/Luft-Wärmepumpen funktionieren dabei wie klassische
Klimaanlagen: Die Kälte wird über Ventilatoren direkt an die
Innenraumluft abgegeben. Bei allen anderen Wärmepumpensystemen
erfolgt die Kühlung über den Heizkreislauf des Gebäudes. Die Kälte
wird dabei über Flächenheizungen, etwa Fußbodenheizungen, oder über
Radiatoren an den Raum abgegeben. Dabei ist unbedingt darauf zu
achten, dass die Oberflächentemperaturen nicht zu stark absinken.
Andernfalls kann sich Kondenswasser bilden, das Bauteile schädigen
und die Entstehung von Schimmel begünstigen kann.
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Sommerlicher Wärmeschutz kombiniert passive Maßnahmen – wie hier Klappläden – aber auch technische Systeme, um Innenräume auch an heißen Tagen behaglich zu halten.
Bild: Stephan Redeker, Berlin
01|06
Moderne Wärmepumpen können – je nach Ausführung – im reversiblen Betrieb auch Kälte produzieren (Active Cooling).
Bild: Buderus, Wetzlar
02|06
Günstige Kälte lässt sich etwa auch aus „kalter Nahwärme“ nehmen, die ein ganzes Quartier versorgt.
Bild: Naturstrom, Düsseldorf
03|06
Bei der Nutzung von Geothermie wird die Umweltenergie (in der Regel für ein Wärmepumpengerät) aus dem Erdreich gewonnen und wieder zurückgegeben, je nach Anforderung, ob ein Gebäude beheizt oder gekühlt werden soll.
Bild: Bundesverband Wärmepumpe, Berlin
04|06
Sommerlicher Wärmeschutz beginnt beim Einplanen von Verschattungen, um den Wärmeeintrag durch die Sonne zu reduzieren.
Bild: wienerberger, Hannover / Jens Willebrand
05|06
Bauteile lassen sich durch die Führung der Zuluft kostengünstig kühlen.
Bild: Kiefer Klimatechnik, Stuttgart
06|06
Free/Passive Cooling: Kostenlose Kälte
Sole/Wasser- und Wasser/Wasser-Wärmepumpen, die das Erdreich
oder das Grundwasser als Umweltenergiequelle nutzen, bieten bei der
Kühlung einen wichtigen Vorteil: Die ganzjährig relativ konstanten
Temperaturen des Erdreichs (Geothermie) beziehungsweise des
Grundwassers von in der Regel 8 bis 12 °C können direkt zur Kühlung
der Innenräume genutzt werden. Da hierfür keine aktive
Kälteerzeugung durch den Verdichter der Wärmepumpe erforderlich
ist, sondern lediglich die vorhandene Kälte über einen
Wärmetauscher an das Gebäudesystem übertragen wird, spricht man von
„Free Cooling“ oder „Passive Cooling“. Es fallen lediglich geringe
Betriebskosten für Umwälzpumpen und Regelungstechnik an.
Grundsätzlich lassen sich auch andere Kältequellen erschließen.
So kann beispielsweise die sogenannte „kalte Nahwärme“ – ein
Niedertemperatur-Wärmenetz, das etwa Quartiere mit Temperaturen
zwischen 5 und 20 °C versorgt – im Winter als Wärmequelle für
Wärmepumpen und im Sommer zur Gebäudekühlung genutzt werden, indem
überschüssige Wärme an das Netz abgegeben wird. Eine weitere
Möglichkeit bieten Eisspeicher (Latentwärmespeicher). Ihnen wird im
Winter Wärme entzogen, sodass sich Eis bildet. Dieses kann im
Sommer als Kältequelle für die Raumkühlung genutzt werden. Der
Kreativität bei der Erschließung geeigneter Kältequellen für die
Gebäudekühlung sind nahezu keine Grenzen gesetzt.
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Sommerlicher Wärmeschutz kombiniert passive Maßnahmen – wie hier Klappläden – aber auch technische Systeme, um Innenräume auch an heißen Tagen behaglich zu halten.
Bild: Stephan Redeker, Berlin
01|06
Moderne Wärmepumpen können – je nach Ausführung – im reversiblen Betrieb auch Kälte produzieren (Active Cooling).
Bild: Buderus, Wetzlar
02|06
Günstige Kälte lässt sich etwa auch aus „kalter Nahwärme“ nehmen, die ein ganzes Quartier versorgt.
Bild: Naturstrom, Düsseldorf
03|06
Bei der Nutzung von Geothermie wird die Umweltenergie (in der Regel für ein Wärmepumpengerät) aus dem Erdreich gewonnen und wieder zurückgegeben, je nach Anforderung, ob ein Gebäude beheizt oder gekühlt werden soll.
Bild: Bundesverband Wärmepumpe, Berlin
04|06
Sommerlicher Wärmeschutz beginnt beim Einplanen von Verschattungen, um den Wärmeeintrag durch die Sonne zu reduzieren.
Bild: wienerberger, Hannover / Jens Willebrand
05|06
Bauteile lassen sich durch die Führung der Zuluft kostengünstig kühlen.
Bild: Kiefer Klimatechnik, Stuttgart
06|06
Lüftung: Passives Kühlen mit Luft
Zum Kühlen von Innenräumen bedarf es nicht zwingend einer
Maschine, die aktiv Kälte erzeugt. Oft genügt es bereits, die
Raumtemperatur um wenige Grad zu senken. Hierfür lassen sich die
Speichermassen eines Gebäudes gezielt nutzen. Grundsätzlich gibt es
dafür zwei Möglichkeiten:
Bei der Nachtauskühlung werden die Räume – der Name verrät es
bereits – nachts so gelüftet, dass die kühlere Außenluft durch das
Gebäude strömt und dabei sowohl die Raumluft als auch die Bauteile
und Einrichtungsgegenstände abkühlt. Dazu genügt es häufig, den
Kamineffekt zu nutzen, indem möglichst weit unten und möglichst
weit oben im Gebäude Fenster oder Lüftungsklappen geöffnet werden.
Durch Temperaturunterschiede entsteht ein natürlicher Luftstrom,
der einen kontinuierlichen Luftaustausch bewirkt.
Eine weitere Möglichkeit besteht darin, Bauteile gezielt zu
temperieren. Dazu werden beispielsweise Rohrleitungen in Decken
oder Böden verlegt, durch die kühles Wasser als Wärmeträgermedium
zirkuliert und den Bauteilen Wärme entzieht. Alternativ existieren
Systeme, bei denen die Zuluft einer Lüftungsanlage durch spezielle
Luftkanäle innerhalb der Bauteile geführt wird und diese auf diese
Weise ebenfalls abkühlt.
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Sommerlicher Wärmeschutz kombiniert passive Maßnahmen – wie hier Klappläden – aber auch technische Systeme, um Innenräume auch an heißen Tagen behaglich zu halten.
Bild: Stephan Redeker, Berlin
01|06
Moderne Wärmepumpen können – je nach Ausführung – im reversiblen Betrieb auch Kälte produzieren (Active Cooling).
Bild: Buderus, Wetzlar
02|06
Günstige Kälte lässt sich etwa auch aus „kalter Nahwärme“ nehmen, die ein ganzes Quartier versorgt.
Bild: Naturstrom, Düsseldorf
03|06
Bei der Nutzung von Geothermie wird die Umweltenergie (in der Regel für ein Wärmepumpengerät) aus dem Erdreich gewonnen und wieder zurückgegeben, je nach Anforderung, ob ein Gebäude beheizt oder gekühlt werden soll.
Bild: Bundesverband Wärmepumpe, Berlin
04|06
Sommerlicher Wärmeschutz beginnt beim Einplanen von Verschattungen, um den Wärmeeintrag durch die Sonne zu reduzieren.
Bild: wienerberger, Hannover / Jens Willebrand
05|06
Bauteile lassen sich durch die Führung der Zuluft kostengünstig kühlen.
Bild: Kiefer Klimatechnik, Stuttgart
06|06
Normen und Regelwerke
Wesentliche Grundlage für die Planung ist die DIN 4108-2
Wärmeschutz und Energie-Einsparung in Gebäuden – Teil 2:
Mindestanforderungen an den Wärmeschutz. Sie legt die
Mindestanforderungen an den Wärmeschutz von Gebäuden fest und
enthält Vorgaben zum winterlichen und sommerlichen Wärmeschutz
sowie Hinweise für die wärmetechnische Planung und Ausführung von
Aufenthaltsräumen in Hochbauten, die ihrer Bestimmung nach auf
übliche Innentemperaturen von 19 °C beheizt werden. Das
Gebäudeenergiegesetz (GEG) nimmt an mehreren Stellen Bezug auf die
Norm, unter anderem in § 11 „Mindestwärmeschutz“, § 14
„Sommerlicher Wärmeschutz“ und § 47 „Nachrüstung eines bestehenden
Gebäudes“.
Fachwissen zum Thema
Das Grundprinzip der Temperierung
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Bild: Foamglas, Hilden
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Bild: Bundesverband Wärmepumpe, Berlin
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Wärmepumpen lassen sich auch in Bestandsbauten einbauen, allerdings sollte das Bauwerk baulich ertüchtigt werden, um unnötige Wärmeverluste zu vermeiden.
Bild: Buderus, Wetzlar
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Bild: Stiebel Eltron, Holzminden
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Wärmepumpen: Wärmequellen und Arten
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