Vorgehängte hinterlüftete Fassaden bei Wohngebäuden

In vielen Regionen Deutschlands gehören vorgehängte hinterlüftete Fassaden (VHF) aus Schiefer, Holzschindeln, Ziegeln oder Zinkblechen zur traditionellen Bauweise. Ursprünglich erfolgte der Aufbau ohne Dämmung; erst ab den 1960er-Jahren wurden Fassaden vereinzelt auch mit geringen Dämmstärken ausgeführt. Heute schreibt das Gebäudeenergiegesetz (GEG) deutlich höhere energetische Standards vor, sodass bei Sanierungen in der Regel Dämmstärken von 16 cm oder mehr üblich sind, um die Anforderungen an den Wärmeschutz zu erfüllen.

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Aufbau VHF

Der Aufbau einer vorgehängten hinterlüfteten Fassaden besteht – von innen nach außen – aus der tragenden Unterkonstruktion (Wand), einer Dämmschicht, einer winddichten und diffusionsoffenen Folie zum Witterungsschutz der Dämmung, einer Hinterlüftungsebene (Luftschicht) und schließlich der Außenverkleidung. Die Luftschicht sorgt dafür, dass Feuchtigkeit und Kondensat zuverlässig abgeführt wird und die Konstruktion dauerhaft trocken bleibt. Gemäß geltender Normen, wie der DIN 18516-1: Außenwandbekleidungen, hinterlüftet, muss dabei ein ausreichender Lüftungsquerschnitt eingehalten werden.

Energetische Sanierung

Bei der energetischen Sanierung einer ungedämmten vorgehängten Fassade werden zunächst die Dämmplatten ein- oder zweilagig auf das verputzte Mauerwerk oder auf die Betonwand geklebt. Die Unterkonstruktion der Außenverkleidung muss so ausgeführt sein, dass sie die Dämmung möglichst wenig unterbricht, um Wärmebrücken zu minimieren. Hierfür eignen sich z.B. Befestigungsmaterialien mit geringer Wärmeleitfähigkeit. Anschließend wird zwischen Dämmung und Außenverkleidung eine durchgehende Luftschicht angeordnet, die zur Abführung von Kondensat und Wasserdampf dient. Die Unterkonstruktion ist so auszulegen, dass sie das Gewicht der Verkleidung dauerhaft tragen kann.

Bei Gebäuden mit mehr als zwei Vollgeschossen gelten zudem besondere Anforderungen an die Ausführung, insbesondere in Bezug auf Statik und Brandschutz. So müssen je nach Gebäudehöhe feuerwiderstandsfähige Unterkonstruktionen, nicht brennbare Dämmstoffe und gegebenenfalls Brandsperren oder Brandriegel eingeplant werden.

Geeignete Dämmmaterialien

Grundsätzlich können als Dämmstoff alle Materialien eingesetzt werden, die den baulichen Anforderungen und der Gebäudehöhe entsprechen. Ihre bauphysikalischen und chemischen Eigenschaften sind insbesondere in historischen Konstruktionen auf die bestehenden Baustoffe abzustimmen. Auch die Außenwandbekleidung ist so zu wählen, dass die verwendeten Materialien zum Charakter des Gebäudes passen, um die ursprüngliche Ästhetik zu bewahren und den Bestand fachgerecht zu ergänzen.

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