Philipp Soldan Forum in Frankenberg

3D-Modell für akustische Analysen

Im nordhessischen Frankenberg liegt unterhalb der Altstadt die Ederberglandhalle. Sie wurde in den 1980er-Jahren als Veranstaltungs- und Tagungsort für die gesamte Region gebaut und war nun in die Jahre gekommen. Ian Shaw Architekten leiteten die Umbauarbeiten und Sanierung vom Entwurf über die Genehmigungs- und Ausführungsplanung bis hin zur Bauüberwachung und Kostenkontrolle. Nach zwei Jahren Bauzeit eröffnete die Halle im Jahr 2023 unter dem Namen Philipp Soldan Forum.  

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Gemeinsame Bedarfsanalyse

Das alte L-förmige Backsteingebäude war im Innern dunkel und unstrukturiert, die Materialien abgenutzt und die Akustik schlecht. Die Sanierung sollte vor allem mehr Klarheit und Tageslicht in die einst verstreuten Veranstaltungssäle bringen und für eine bessere Akustik sorgen. Dabei sollte so viel wie möglich des charakteristischen Pultdachgebäudes erhalten bleiben. In einer Reihe von Workshops mit örtlichen Behörden, späteren Nutzergruppen und Bürger*innen erarbeitete das Planungsteam ein erstes Raumprogramm, ermittelte Wünsche und definierte Ziele. So beinhaltete das Konzept etwa die Verbesserung von Technik und Akustik in den Sälen, die Barrierefreiheit und die Aufwertung vorhandener Materialien.

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Über ein großzügiges Foyer gelangen Besuchende in das Gebäude und den Hauptveranstaltungsraum. Oberlichter leiten viel Tageslicht in den Saal. Zu den wichtigsten Umbaumaßnahmen gehörten der Rückbau der Galerie und der sichtbaren Rohre im Hauptsaal. So kommt nun die volle Saalhöhe von zehn Metern zur Geltung. Der Grundriss wurde beibehalten: Der Hauptsaal kann durch verschiebbare Akustikwände mit den beiden Seitensälen verbunden oder abgetrennt werden. Insgesamt bietet der 4.848 Quadratmeter große Saal 750 Sitzplätze und 2.000 Stehplätze.

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Über der Haupthalle und im Untergeschoss entstanden insgesamt vier neue Besprechungsräume. Im Erdgeschoss befinden sich die sanitären Anlagen. Das Team setzt bei der Sanierung auf hochwertige Materialien wie Eichendielen, Fichtenholzdecken und demontierbare Leuchten. Die aufeinander abgestimmte Farbgebung erzeugt eine warme Atmosphäre. Die bronze-eloxierten Fensterrahmen scheinen mit der Backsteinfassade zu verschmelzen.

Digitale Planung

Im Verlauf der Planung erstellte das Projektteam ein 3D-Modell des Bestandsgebäudes. Auf dieser Grundlage ließen sich akustische Tests und Messungen digital am Rechner durchführen. Das Team konnte also die Anforderungen an den Raum sowie akustische Auswirkungen von geplanten Bauteilen früh ermitteln. So entwickelte es die geschwungene Form der Akustikdecke. Anhand des Raummodells konnte das Team die geplante Belichtung und Akustik der Decke testen und schon im Entwurf nachjustieren. Die Holzdecke verbindet optisch den Hauptsaal mit den Seitenflügeln. Sie ermöglicht eine unauffällige Integration von Lüftung, Gebäudetechnik und LED-Beleuchtung. Das Team koordinierte die gesamte Gebäudetechnik, also Beleuchtung, Heizung, Lüftung und Elektroinstallationen sowie deren Integration in die Decke am digitalen Modell. Aber auch die Ausführung der amorph geformten Flächen war dank der 3D-Darstellung präzise planbar.

Bautafel

Architektur: Ian Shaw Architekten BDA RIBA, Frankfut am Main
Projektbeteiligte: Ingenieurbüro Nolte, Frankenberg (Statik); Energieart, Giesen (HLS); Harald Hilbert, Burgwald (Elektronische Anlagen); Vladimir Szynajowski, s-acoustics (Akustik); IBS, Rauschenberg (Brandschutz); Vackiner Bauunternehmung, Gemünden-Wohra (Rohbau); FUS und Sohn, Kirchhain-Großseelheim / Farben Reinhardt, Stadtallendorf (Putz, Trockenbau, Malerei, Schreinerarbeiten); Becker Konzept + Plan, Paderborn (Akustik Decke); Holzbau Becker & Sohn, Medebach (Fenster); Fußbodenbau Rose, Hüttenberg-Rechtenbach (Parkett); Team Simin, Gießen (Fliesen); Ernst Stahl- und Treppenbau, Burgwald-Bottendorf (Metallbau)
Bauherrschaft: Stadt Frankenberg (Eder)
Fertigstellung: 2023
Standort: Teichweg 3, 35066 Frankenberg (Eder)
Bildnachweis: Moritz Bernoully (Fotos); Ian Shaw Architekten BDA RIBA (Pläne)

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