Korean Football Park in Cheonan
Austausch und Beratung im Fokus
In der südkoreanischen Stadt Cheonan, eine Stunde südlich der Hauptstadt Seoul, stellte das niederländische Büro UNS (ehemals UNStudio) den Korean Football Park – nach sechs Jahren Bauzeit – fertig. Der Park dient als neues Zuhause des Nationalverbandes Korean Football Association (KFA), der auch Auftraggeber ist, und soll dem Fußball mehr Präsenz verschaffen und Bürger*innen den geschichtsträchtigen Sport näherbringen, der sich vor rund einem Jahrhundert in Korea etablierte.
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Das Grundstück des Korean Football Parks ist als Terrassenlandschaft konzipiert, die sich in das abfallende Gelände einfügt. Die Planenden machen sich die Topografie zunutze und stellen einen gestuften Verlauf her, der das Gelände in öffentlich, halböffentlich und privat gliedert. Der Park umfasst etwa 450 Quadratmeter und bietet mit zwei Stadien, elf Fußballfeldern, Gesundheits- und Wellnesseinrichtungen sowie Unterkünften für Athlet*innen viel Fläche für die optimale Ausbildung der Leistungssportler*innen. Das Angebot spiegelt die hohen Anforderungen des Spitzensports wider, der heutzutage aus einem komplexen Zusammenspiel aus Training, Daten und psychischer wie physischer Erholung besteht. Abgerundet wird das Programm durch ein öffentliches Sportmuseum, Veranstaltungsflächen und Einzelhandelsflächen für Besucher*innen.
Identitätsstiftendes Trio
Erschlossen wird der Park über einen öffentlichen Platz. Er verbindet die drei Hauptankunftspunkte miteinander: das Museum und zwei Stadien. Die Vorplatzinszenierung bietet Besucher*innen eine klare Orientierung und ermöglicht den Athlet*innen, Mitarbeitenden und operativen Teams einen effizienten Wechsel zwischen den Einrichtungen. Die drei Hauptgebäude werden durch eine Straße miteinander verbunden – sie bilden das Zentrum des Sportparks. Die Stadien wurden als Hallen- und Freiluftstadien ausgeführt. Zweiteres beherbergt den Hauptsitz des KFA und bindet ihn so als Herz der Anlage ein. Die Positionierung des Verbandes auf dem Grundstück war ein wichtiges Mittel, um den Sport und die Verwaltung sichtbar zu vereinen und zugleich die öffentliche Präsenz zu verstärken.
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Das Freiluftstadion zeichnet sich durch seine U-förmige Außenhülle aus Aluminium-Lamellen aus. Die leichte Konstruktion umschließt den dreigeschossigen Gebäuderiegel mit etwas Abstand und flacht in Richtung des östlich vorgelagerten Sportplatzes ab. Die schützende Geste der filigran anmutenden Struktur schafft trotz Offenheit des Stadions einen geschützten Raum mit privaten Zonen. Am Höhepunkt der Struktur formt sie sich zu einem von PV-Paneelen gekleideten Trogdach. Bei Nacht dringt das warme Licht aus dem Inneren, wie durch einen Filter, nach außen und lässt die Konstruktion golden schimmern.
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Während das Freiluftstadion extrovertiert und einladend wirkt, hält sich das rückwärtig angeordnete Hallenstadion zurück. Es liegt unter einer gläsernen Decke, deren gewölbte Dachbänder an den Panzer eines Gürteltiers erinnern. Technisch lässt sich die besondere Konstruktion als Sheddach einordnen, auch wenn das Licht über die gesamte Dachfläche einfallen kann. Das Stadion ist eingeschossig und wirkt neben seinem Nachbarn fast im Boden versenkt. Zur Mitte der Längsseiten zieht sich die Außenhaut jeweils nach oben und schafft so auf organische Weise den Zugang zum überdachten Sportplatz.
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Ein Spagat zwischen öffentlich und privat
Die Ausbildungsbereiche sind eng mit medizinischen und therapeutischen Einrichtungen verwoben und an das Zentrum angebunden. Die Architekt*innen ordnen die Wohn- und Wellnessbereiche dagegen abseits davon an, um möglichst viel Ruhe und Privatsphäre zu gewährleisten. Der Szenenwechsel ist deutlich. Blumenbeete, Wiesen und Ausblicke auf die Landschaft und die Spielfelder erzeugen eine ruhige, aber dennoch leistungsorientierte Atmosphäre.
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Koordination und Zusammenarbeit
Die Kunst bei der Planung eines Projektes in dem Umfang und der spezifischen Mischnutzung lag vor allem in der sorgfältigen Ordnung der Funktionen und dem Schaffen eines Gleichgewichts zwischen privaten und öffentlich zugänglichen Räumen. Dies gelang besonders durch den Austausch und die Unterstützung verschiedener Expert*innen. UNS arbeitete mit einem Netzwerk von Spezialist*innen für Stadionlogistik, Sportwissenschaften und Veranstaltungsbetrieb zusammen. Der Designprozess wurde von dem Johan Cruijff ArenA-Team begleitet. Besonders im Bereich der Sicherheitszonenplanung, der Medienanforderungen, öffentlicher Zugänge und der Betriebsplanung wurde hier intensiv beraten und koordiniert.
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Dieser Prozess ermöglichte eine besonders vorausschauende Planung, die auch zukünftige Entwicklungen und Bedürfnisse, etwa datenbasiertes Coaching und neue Trainingsmethoden, inkludiert. Durch die enge Zusammenarbeit konnte ein kohärenter Komplex geschaffen werden, der identitätsstiftend für den koreanischen Fußball ist und seine Geschichte wie seine Zukunft würdigt.
Bautafel
Architektur: UNS, Amsterdam
Projektbeteiligte: Johan Cruijff ArenA (Stadion-, Logistik-, und Sportberatung);
Projektteam: Ben van Berkel, Gerard Loozekoot with Maurizio Papa, Harlen Miller, Crystal Tang and Alistair Williams, Francesco Balducci, Kayla Manuel, Liva Sadovska, Luigi Olivieri, Martijn Dahrs, Rebekah Tien, Suhan Na, Yangkenan Li, Yonghyun Jeong, Zirong Zhao
Bauherr*in: Korea Football Association (KFA)
Fertigstellung: 2026
Standort: Cheonan-shi, Chungnam-do, Korea
Bildnachweis: Rohspace (Fotografie); UNS (Pläne)
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