Architekturbüro in Grub am Forst

Ungewöhnlicher Umgang mit Bausubstanz aus den 50er Jahren

Ein 1956 erbautes Wohnhaus wurde komplett saniert und zum modernen Architekturbüro umgebaut. Im Erdgeschoss befinden sich zwei miteinander verbundene Büroräume, ein Besprechungsraum, Teeküche und WC. Im 1. Obergeschoss liegen ein großer Büroraum und ein Badezimmer. Im Dachgeschoss befindet sich ein weiterer großer Raum mit einer dazugehörenden Galerie. Große Dachflächenfenster belichten über den Luftraum vor der Galerie auch den darunter liegenden Raum. Fassade und Dach wurden mit demselben Material verkleidet um dem Haus ein homogenes Erscheinungsbild zu geben. Die Fensteröffnungen sind zum Teil vergrößert, zum Teil neu hinzugefügt worden.

Galerie

Sanierung/Modernisierung
Die Wandverkleidung wurde mit Lärchenholzlatten hergestellt mit einem Querschnitt von 60/40 mm als zweilagiger Lattenrost. Die Wand selbst erhielt zwischen der Holzunterkonstruktion eine Dämmung mit Mineralfaser und wird durch eine Fassadenbahn geschützt. Die Fallrohre der Dachentwässerung liegen innerhalb der Dämmebene. Die Holzfenster blieben erhalten, da sie erst 2001 erneuert wurden.

Die Dachsanierung erfolgte von außen mit einer Dampfbremse mit variablem sD-Wert und einer Zwischensparrendämmung. Außen wurde die Konstruktion mit einer regensicheren Unterspannbahn abgedeckt. Oberhalb der Unterspannbahn befindet sich mit Distanz eine zweite Dachebene aus einer Dachschalung mit sägerauen Brettern, auf dieser wurde eine Dachabdichtung verklebt. Auf der Abdichtung liegt die Konterlattung für die Lärchenholzebene. Die Saumrinne aus Titanzink wurde in der Konstruktion versteckt.

Im Erdgeschoss, der verkehrsbelasteten Zone, wurde ein geglätteter Estrich mit einem dünnfilmigen Kunstharz beschichtet. In den Obergeschossen ließen die Architekten auf den vorhandenen Dielen bzw. auf den Deckenbalken Spanplatten zur Verbesserung der Gebäudestatik verschrauben. Darauf wurde Industrieparkett als Hochkantlamellenparkett aus Ahorn vollflächig verklebt und geölt.

Die Innenwände wurden mit Kalkzementputz als Unterputz, rissüberbrückendem Glasfasergewebe und einem Oberputz als Gipsputz versehen. In manchen Bereichen blieb der alte Putz als so genanntes Erinnerungsfeld erhalten. Die Treppenstufen zum Dachgeschoss bestehen aus rohen Stahlplatten mit einer Stärke von 15 mm und kragen aus der Wand heraus, in der sich unsichtbar die Wange der Treppe befindet. In der Nasszelle wurden die Armaturen und Befestigungen der Sanitärobjekte in einer Edelstahlplatte integriert, die gleichzeitig Wandoberfläche ist.

Das Betonband das vom Gehsteig zum Haus führt und sich vom Briefkasten als Weg bis ins Vordach faltet wurde in verschiedenen Betonierabschnitten gefertigt und die horizontalen Oberflächen sorgfältig geglättet.

Bautafel

Bauherr und Architekt: Architekturbüro [lu:p]; Dipl.-Ing. Architekt BDA Renee Lorenz, Grub am Forst
Projektbeteiligte: Wolfgang Forkel, Sonnefeld (Tragwerksplanung); Saint-Gobain Isover, Ludwigshafen (Wärmedämmung Dach + Wand); Stamoid, Eglisau/CH (Dachabdichtung)
Fertigstellung: 2007
Standort: Ringstraße 21, 96271 Grub am Forst
Bildnachweis: Architekturbüro [lu:p], Grub am Forst

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