Was ist ein Altbau?

Es gibt keine allgemeingültige Definition für den Begriff Altbau und es ist nicht so einfach wie z.B. bei Autos, die schlicht nach Neuwagen und Gebrauchtwagen benannt werden. Denn ein gebrauchtes Haus ist nicht zwingend ein Altbau.

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Die Förderkriterien der KfW Förderbank sind nur wenig hilfreich, da die Programme keine Anforderungen an ein Mindestalter des Gebäudes stellen. Ausreichend ist die Möglichkeit einer Verbesserung der Bausubstanz. Der Duden definiert einen Altbau als ein „älteres, vor einem bestimmten Zeitpunkt fertiggestelltes Gebäude“. Alter wird im Duden dagegen mit einer „höheren Anzahl von Lebensjahren, Bejahrtheit; letzter Lebensabschnitt“ bezeichnet. Für Bauwerke könnte dies heißen, dass die Nutzungsdauer der tragenden und raumabschließenden Bauteile im letzten Lebensabschnitt liegt.

Bekanntlich liegt die durchschnittliche Nutzungsdauer dieser Bauteile bei 80 Jahren, demnach wäre ein Gebäude ab 60 Jahren ein Altbau. Das hieße, Gebäude vor 1948 wären derzeit Altbauten, eine zeitliche Grenze, die zumindest momentan mit der Gründung der Bundesrepublik Deutschland und der Gründung der Deutschen Demokratischen Republik zusammenfällt. Dieser Definition folgend, wären alle Nachkriegsbauten als Neubauten beziehungsweise als Bauten der jeweiligen Dekade zu kategorisieren und alles davor Entstandene, als Altbau zu bezeichnen. Doch wer würde schon ein in den 1960er Jahren gebautes, also inzwischen mehr als 50 Jahre altes Haus, als Neubau bezeichnen?

Wikipedia bietet eine ähnliche Einordnung, bezieht sich jedoch stärker auf einzelne Bauelemente bzw. Bauweisen: „Als Altbau wird ein Wohngebäude überwiegend aufgrund seiner Beschaffenheit und der während bestimmter Zeitperioden üblichen Bauweise bezeichnet. Hiermit ist im Wesentlichen die bis zum Zweiten Weltkrieg übliche Bauweise im Wohnungsbau gemeint, bei der typischerweise Mauerwerkswände, Holzbalkendecken und Kastenfenster verwendet wurden. Der Beginn der Bauausführung von Betonwänden und -decken sowie Verbund- und Isolierglasfenstern markiert deshalb allgemein das Ende der Altbauära und wird in Deutschland meist auf das Jahr 1949 datiert.“

Im Zweifelsfall gibt es eine aus der Praxis stammende Definition, der sich sicherlich viele Architekt*innen anschließen würden: Ein Altbau ist alles, was besonders viel Ärger macht und immer mehr kostet, als gedacht. Eine Feststellung, die nur wenige der meist selbst im Altbau wohnende Architekt*innen davon abhält, sich immer wieder auf das Abenteuer Altbaumodernisierung einzulassen. Ganz konkret sind einige Merkmale des beliebten Gründerzeit-Altbaus zu benennen: hohe Decken (Deckenhöhen zwischen 3,00 und 4,50 Meter), Dielenböden, alte Parkettböden, oftmals kleine Speise- oder Mädchenkammern, Stuck, Einfach- oder Doppelkastenfenster. Aber auch die Bauten der klassischen Moderne aus den 1920er-Jahren, die unter den Maximen Licht, Luft und Sonne gebaut wurden, verfügen teilweise noch über hohe Decken und großzügige Räume und haben ihren ganz eigenen Charme.

Ganz klar hingegen sind Neubauten definiert: es handelt sich um Objekte, die kürzlich fertiggestellt wurden und der Erstbezug bevorsteht.

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