Bauliche Brandschutzmaßnahmen
Bei bestehenden Gebäuden entsprechen die baulichen Gegebenheiten häufig nicht mehr den aktuellen Anforderungen des vorbeugenden Brandschutzes. Werden Sanierungs- oder Modernisierungsmaßnahmen vorgenommen, kann deshalb eine teilweise oder vollständige Anpassung an die geltenden Vorschriften notwendig werden, um die Sicherheit von Personen im Brandfall zu erhöhen und die Ausbreitung von Feuer und Rauch wirksam zu verhindern.
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Zu den wesentlichen Anforderungen an die baulichen Brandschutzmaßnahmen gehören zunächst die eingesetzten Baustoffe. Diese sollten je nach Funktion des Bauteils schwer entflammbar oder nicht brennbar sein, zum Beispiel Stein, Beton, Stahl oder Gips. Tragende Konstruktionselemente wie Wände, Decken oder Stützen müssen zudem eine definierte Feuerwiderstandsdauer erreichen, üblich sind Klassifizierungen wie F30 (30 Minuten), F60 (60 Minuten) oder F90 (90 Minuten), die angeben, wie lange die Tragfähigkeit im Brandfall erhalten bleibt.
Öffnungen wie Türen, Fenster oder Installationsdurchführungen sind so auszuführen oder nachzurüsten, dass Rauch und Feuer nicht ungehindert hindurchtreten können. Rauchdichte, selbstschließende Türen oder brandschutztechnisch abgedichtete Fugen leisten hier einen entscheidenden Beitrag. Ein weiteres Kriterium sind sichere Rettungswege: Sie müssen so angelegt sein, dass Personen das Gebäude im Brandfall schnell und ohne Behinderung verlassen können, und sollten möglichst rauchfrei bleiben. Die Anforderungen unterscheiden sich innerhalb der unterschiedlichen Gebäudeklassen.
Im Innenausbau kommen oft leichte Trennwände zum Einsatz, die sich flexibel anpassen lassen und die vorhandene Tragstruktur nicht überlasten. Besonders geeignet sind Gipsplatten, da sie zu den nichtbrennbaren Baustoffen zählen und in Kombination mit entsprechender Unterkonstruktion feuerhemmende bis feuerbeständige Wandaufbauten ermöglichen. Der nachträgliche Einbau massiver Brandwände ist hingegen in Bestandsgebäuden oft nur eingeschränkt realisierbar, da die zusätzlichen Lasten bestehende Decken statisch überlasten können.
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