Regenwassernutzung
Funktion und Wirkungsweise
Regenwassernutzungsanlagen sammeln und speichern Niederschlagswasser, das anschließend für verschiedene Zwecke im Gebäude und auf dem Grundstück genutzt werden kann. Typische Einsatzbereiche sind die Gartenbewässerung, Toilettenspülungen, Reinigungsarbeiten oder Waschmaschinen. Dadurch lässt sich der Verbrauch von aufbereitetem Trinkwasser reduzieren und die Ressource Wasser nachhaltiger nutzen. Fast die Hälfte des täglichen Trinkwasserverbrauches kann durch Regenwasser ersetzt werden.
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Prinzip
Als Auffangflächen für Regenwasser dienen alle Dachflächen eines Gebäudes. Besonders gut geeignet sind geneigte Dachflächen mit einem Abflussbeiwert von 0.8 bis 0.9, deren Dachdeckung aus Ton, Schiefer oder Beton besteht. Das Dachablauf-Regenwasser fließt über ein Zuleitungssystem und einen vorgeschalteten Filter zu einem speziellen Regenwassertank. Dieser muss kühl (18°C) und dunkel gelagert sein, um Wachstum von Algen und Bakterien zu verhindern. Am besten eignen sich unterirdische Zisternen im Erdreich. Wenn kein Platz im Außengelände vorhanden ist, dann wird ein Kellertank genutzt.
Bei der Berechnung des Speichervolumens werden die Größe der Dachfläche und deren Beschaffenheit, die jährliche regionale Niederschlagsmenge (Ertragsbeiwert nach DIN 1989-100:2022-07 Regenwassernutzungsanlagen - Teil 100: Bestimmungen in Verbindung mit DIN EN 16941-1) und der geschätzte Bedarf berücksichtigt.
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Bevor das Wasser in den Speicher fließt, wird es mit selbstreinigenden Filtern gesäubert. Eine Pumpe fördert das aufgefangene Wasser vom Sammeltank über einen nachgeschalteten Rückspülfilter in ein separates Regenwasser-Verteilernetz, das die Verbrauchsstellen im Haus versorgt. Da Regenwasser als Betriebswasser genutzt wird, muss das Regenwassernetz dauerhaft vom Trinkwassernetz getrennt sein, um eine Verunreinigung des Trinkwassers auszuschließen. In Trockenperioden erfolgt die Wasserversorgung über eine automatische Trinkwasser-Nachspeisung.
Besonders sinnvoll ist die Kombination einer Regenwassernutzungsanlage mit Gründächern oder Versickerungsanlagen auf dem Grundstück. So kann Niederschlagswasser nicht nur genutzt, sondern auch verzögert an den natürlichen Wasserkreislauf zurückgegeben werden.
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Reinigung und Wartung
Damit die Anlage dauerhaft hygienisch und funktionstüchtig bleibt, muss die Regenwassernutzungsanlage mit ihren Schutzvorrichtungen nach DIN EN 13564 Rückstauverschlüsse für Gebäude - Teil 1: Anforderungen; Deutsche Fassung EN 13564-1:2002 zweimal pro Jahr sorgfältig gewartet und gereinigt werden.
Fachwissen zum Thema
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