Dampfbremsen mit variablem Diffusionswiderstand

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Geneigte Dachräume werden zunehmend in Wohnraum umgenutzt. Dabei entstehen erhöhte Anforderungen an das Bauteil Dach. Neben der Dämmung ist auch der richtige Einsatz von Dampfbremsen unerlässlich für eine schadensfreie Ausführung. Um die richtige Konstruktion beurteilen zu können muss man vorab das gesamte Bauteil betrachten.

Hier soll auf ein Warmdach mit Dämmung zwischen den Sparren eingegangen werden, dessen Aufbau von außen nach innen sieht wie folgt aus:

  • Dachziegel
  • Konterlattung und Ziegellattung
  • Unterspannbahn bzw. Unterdeckplatte
  • Dämmung zwischen den Sparren
  • Dampfbremse
  • Verkleidung mit Unterkonstruktion

Prinzipiell nimmt die Dampfdichtigkeit von innen nach außen ab. Raumseitig sind Dampfbremsen notwendig um den Feuchteeintrag der Raumluftfeuchte in die Wärmedämmung zu unterbinden. Unterspannbahnen oder Unterdeckplatten auf der Dämmung und unterhalb der regensicheren Eindeckung haben hingegen einen geringeren Dampfdiffusionswiderstand um eine Austrocknung zu begünstigen.

Früher wurden häufig dampfdichte Konstruktionen favorisiert, die jedoch in der Ausführung schwer umzusetzen und in der Bauleitung schwer zu kontrollieren sind. Kleine Ausführungsmängel können in einer dampfdichten Konstruktion erhebliche Feuchtigkeitschäden erzeugen. Diffusionshemmende Dampfbremsen mit einem sd-Wert (diffusionsäquivalente Luftschichtdicke) zwischen 2 und 5 m sind gegenüber herkömmlichen Dampfsperren mit 100 m zu bevorzugen. Dabei wird ein kontrollierter Feuchteeintrag hingenommen, der jedoch nach außen ablüften kann. Ein Dach ist wechselnden Belastungszyklen ausgesetzt, die Beanspruchungen bezüglich Temperatur und Feuchtigkeit können im Sommer und Winter diametral verschieden sein bzw. sich umkehren. Dann kann sich auch der Dampfstrom, sonst von innen nach außen, umkehren. Durch eine Dampfbremse (sD-Wert 2 - 5 m) ist eine Rücktrocknung von Feuchtigkeit im Sommer nach innen ebenfalls möglich.

Im Extremfall ist auch ein Einsatz von trocknungsfördernden Dampfbremsen möglich. Diese Dampfbremsen sind feuchteadaptiv, d.h. sie verändern aufgrund der Umgebungsfeuchte ihre bauphysikalischen Eigenschaften. Ist es im Bereich der Dampfbremse sehr trocken verhindert sie, dass von der Raumseite Feuchtigkeit nachströmt, indem sie die Durchlässigkeit verringert. Steigt die relative Feuchte, erhöht sie die Durchlässigkeit. Bei einer Dachsanierung von außen, bei der die Innenschale des Bestandsdaches unangetastet bleiben soll, ist der Einsatz von feuchteadaptiven Dampfbremsen ideal. Diese Dampfbremse kann auch über die Sparren und seitlich von diesen zurück an die raumseitige Schale geführt werden. Durch das feuchteadaptive Verhalten der Dampfsperre, kann diese sich auf die unterschiedlichen Austrocknungsbedingungen des Holzes und der innenseitigen Raumschale einstellen.

Quelle: WTA-Journal 1/03 S.6-25 von Hartwig M. Künzel, Richtiger Einsatz von Dampfbremsen bei der Altbausanierung

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