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Ohr

Die baugeschichtliche Vokabel „Ohr” bezeichnet bei Fenstern und Türen eine dekorative Ausbildung der Laibung oder der Faschen an den oberen Ecken im Sturz- und Kämpferbereich. Diese seitlich überstehenden und zu einem Ornament überformten Ecken können flächig oder plastisch gestaltet sein – als Elemente aus Kreisen, Ellipsen oder gestaffelt aus Romben oder Polygonen. Sie erinnern bildlich an Ohren, daher stammt die Bezeichnung, auf Französisch und Italienisch auch oreille, orecchio und crossette genannt. Bei Möbeln finden sie ihre Entsprechung beispielsweise beim Ohrensessel.

Als Schmuckform sind sie morphologisch verwandt mit Knorpelwerk, Rocaillen aus Schleifen und Muscheln, stilisierten Ranken oder auch Fächern. Ähnliche Ornamente finden sich im Barock und dem Manierismus. Als dekorative Überhöhung von Fenstern und Türen waren Ohren besonders im Jugendstil und Art Déco beliebt. In der Postmoderne wurden sie als baugeschichtliche Zitate wieder aufgegriffen, um bei Fassaden spielerisch und humorvoll Assoziationen an Gesichter zu erzeugen.

Gallerie

Fachwissen zum Thema

Faschen betonen eine Gruppe von Fenstern

Faschen betonen eine Gruppe von Fenstern

Konstruktion/​Funktion

Fensterfasche

Eine Fensterfasche ist eine visuell-optische Erweiterung eines Fensters über die konstruktive Laibung hinaus.

Die Schnittfläche zwischen einem Fenster und der umgebenden Wand wird als Fensterlaibung bezeichnet (im Bild: tiefe Naturstein-Laibungen als Zitat der Heidelberger Schloss-Ruine, Besucherzentrum, Max Dudler 2010-2012).

Die Schnittfläche zwischen einem Fenster und der umgebenden Wand wird als Fensterlaibung bezeichnet (im Bild: tiefe Naturstein-Laibungen als Zitat der Heidelberger Schloss-Ruine, Besucherzentrum, Max Dudler 2010-2012).

Konstruktion/​Funktion

Fensterlaibung

Die Schnittfläche zwischen einem Fenster und der umgebenden Wand wird als Fensterlaibung bezeichnet. Sie können gebogen, schräg geschnitten, geknickt, gefaltet, flächenbündig fluchtend oder expressiv plastisch überhöht sein.

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