Bauzeitlichkeit
Die Begriffe Bauzeitlichkeit und bauzeitlich tauchen regelmäßig auf, wenn es um die Beurteilung und Bestimmung originaler, authentischer und damit sinngemäß echter Bauteile, Details, Materialien, Farben und deren Kombination geht.
Bauzeitlich bedeutet wörtlich die Zeit der Entstehung eines Bauwerks. Diese Zeitspanne umfasst den ursprünglichen Entwurf und dessen Umsetzung mit Aspekten wie Zeitgeschichte, historischem Kontext und daraus folgend der Originalität. Die Entstehungszeit ist in den meisten Fällen eine Phase mehrerer Monate zwischen Entwurf, Ausführungsplanung und Realisierung. Die Zeitspanne kann allerdings je nach Bauwerk variieren. Am Kölner Dom wurde bis zur Fertigstellung nachweislich von 1248 bis 1880 gearbeitet, also mehr als 600 Jahre in mehreren Bauphasen. Bei der Sagrada Familia, einem Kirchenbau in Barcelona, wurde 1882 begonnen. Nach den Vorgaben des Architekten Antoni Gaudi wird bis heute weitergebaut.
Die bauzeitliche Bestimmung dient zur Identifikation ursprünglicher und authentischer Entwürfe, Gestaltungen und Details oder Änderungen beispielsweise durch bauphysikalische oder funktionale Anpassungen. Hinsichtlich Originalität kann daher auch eine Wertsteigerung oder ein singulärer Denkmalschutz einschließlich finanzieller Förderung erfolgen. Wenn dagegen ursprüngliche Bauteile durch minderwertigen Ersatz ausgetauscht wurden, kann dies zu einer Wertminderung führen. Die Hinzuziehung und fachliche Beurteilung durch Expert*innen, etwa aus dem Denkmalschutz ist daher oft unverzichtbar.
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