Universal-Deckung auf dem Dach

Überdeckung, Befestigung und Detailvarianten

Mit diesem Format sind verschiedene Deckweisen möglich
Nagelung der Universal-Deckung auf einer diffusionsoffenen Schalungsbahn an einem Kölner Bürohaus (Hans Kollhoff Architekten, Berlin)
Mindestüberdeckungen in mm bei der Deutschen Deckung, gemäß DDH

Die Decksteine der Universal-Deckung basieren auf einem Quadrat mit einer abgerundeten Ecke. Der gerade Rücken und der kleine Bogenradius ergeben zwei Fersen, die die Universal-Schablone richtungsunabhängig machen. Weiterhin ist durch den gerade verlaufenden Rücken eine – gegenüber der Bogenschnitt-Schablone – größere Seitenüberdeckung im Bereich des unteren Brustloches gegeben, dies erhöht die Regensicherheit. Mit der Universal-Schablone sind auf dem Dach zwei verschiedene Deckweisen möglich: die Linksdeckung (von rechts nach links) oder die Rechtsdeckung (von links nach rechts). Hinweis: Die Universal-Deckung im Hochformat – also die „auf dem Bogen stehende Deckung“ darf ausschließlich an der Fassade ausgeführt werden. Die Universal-Deckung ist weit verbreitet und relativ kostengünstig. 

Die Maße für Überdeckungen und daraus resultierende Gebindehöhen, die Anzahl der Befestigungen sowie die Angaben zur Gebindesteigung entsprechen denen der Deutschen Deckung (= Bogenschnittdeckung). Diese ist im Regelwerk des Deutschen Dachdecker Handwerks (DDH) festgelegt. Nachfolgend einige Eindeckvorschriften für die Universal-Deckung in Anlehnung an die Fachregel des DDH für Dacheindeckungen mit Schiefer.

  • Die Universal-Deckung ist auf Schalung mit Vordeckung und Gebindesteigung als geschlossene Deckung auszuführen. Je geringer die Dachneigung ist, desto steiler muss die Gebindesteigung werden. Die zu wählende Gebindesteigung muss in Abhängigkeit von der Dachneigung zwischen der Mindest- und der Höchstgebindesteigung liegen. 
  • Bei Dächern mit einer Dachneigung > 70° kann auch ohne Gebindesteigung gedeckt werden.
  • Die Universal-Schablonen sind mit hängender Ferse zu decken.
  • Die Universal-Schablonen sind mit mindestens drei Schiefernägeln oder -stiften zu befestigen, wobei die Befestigung im Brustbereich unterhalb der Höhenüberdeckung, aber innerhalb der Seitenüberdeckung erfolgt.
  • Gebindehöhe = Schieferhöhe - Höhenüberdeckung
Bei der Universal-Deckung sind je nach Steingröße und Neigung der einzudeckenden Dachfläche unterschiedliche Mindestüberdeckungen zu beachten. Wird Schiefer im Format 30/30 gewählt, beträgt die Höhenüberdeckung je nach Dachneigung zwischen 70 und 110 mm und die Seitenüberdeckung immer 90 mm. Fällt das Format kleiner aus (25/25) dürfen nur Dächer mit einer Neigung ab 40° eingedeckt werden, dann beträgt die Höhenüberdeckung 70 - 90 mm und die Seitenüberdeckung immer 80 mm.

Im Laufe der Zeit haben sich bei der Eindeckung mit Schiefer an Ort, Grat, First und Kehlen ganz bestimmte Deckschemata als besonders regensicher bewährt. Daher sind auch an diesen Stellen der Dachfläche  bestimmte Regeln bei der Eindeckung zu beachten. Für die Universal-Deckung gilt u.a.: Die Deckung der Traufe kann eingebunden mit Fuß- und Gebindesteinen oder eingespitzt ausgeführt werden. Die Deckung der Anfang- und Endorte muss eingebunden erfolgen. Die Decksteingebinde sind unterhalb des Firstgebindes auszuspitzen. Die Firstgebinde werden auslaufend ohne eingebundene Anfang- und Endorte gedeckt.

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