Landeshauptarchiv Sachsen-Anhalt in Magedeburg

Beschläge aus mattem Edelstahl

An fünf verschiedenen Standpunkten verwahrt das Landeshauptarchiv Sachsen-Anhalt die Dokumente der Ministerien, Behörden und Einrichtungen des Bundeslandes sowie dessen territorialer Vorgänger. Für den Hauptsitz der Abteilung in Magdeburg sanierte die Arbeitsgemeinschaft Hänel Furkert Zimmermann Architekten eine ehemalige Kaserne und ergänzte den denkmalgeschützten Bau durch einen Magazinneubau. Im Altbau sind die Räume der Leitung und Verwaltung sowie die Benutzungs- und Öffentlichkeitsbereiche inklusive der Bibliothek untergebracht. Des Weiteren finden dort Werkstätten und ein Sondermagazin für Dokumente mit hohen klimatischen Anforderungen Platz. Im Neubau wurden auf drei Geschossen Archivräume mit 22 km Regallänge installiert.

Die ehemalige Kaserne wurde saniert
Der lange Flur ist in Brandabschnitte geteilt
Bestand und Neubau sind über eine überdachte Brücke miteinander verbunden

Die Backsteinfassaden des Bestandsgebäudes blieben erhalten und sind mit einer Innendämmung versehen. Ergänzt wurden lediglich einige funktional erforderliche Anbauten, die von außen als neue Bauteile ablesbar sind, wie beispielsweise der Eingangsvorbau im Nordosten des Hauses. Das Innere organisierten die Architekten strukturell um: Vom neuen Eingang gelangen Besucher in ein Foyer, das gleichzeitig auch die Sicherheitsschleuse beinhaltet. Denn nicht alle Räume sind der Öffentlichkeit zugänglich. Die Erschließung der einzelnen Räume erfolgt in den drei Geschossen über lange schmale Flure, an deren Ende sich jeweils ein Treppenhaus befindet. Ein weiteres Treppenhaus liegt in der Mitte des Gebäudes. Zwei gläserne Fahrstühle wurden außerhalb des Baukörpers hinzugefügt.

Eine markante geschlossene Brücke verbindet den Altbau auf Höhe des ersten Obergeschosses mit dem neuen Magazingebäude. Sie schließt zentral an dessen Süd-West-Seite an. Direkt darunter befindet sich der ebenerdige Zugang in das Magazin. Seine fensterlose Fassade erinnert an ein grob gepixeltes Bild: Quadratische Flächen wurden in drei verschieden Grautönen (Gabbro, matt geschliffen; Basalt, geflammt und gebürstet) nach keinem erkennbaren Prinzip gefügt. Laut Architekten liest sich das bestehende Muster als abstrakter Daten-Code und verweist auf die dauerhafte, sichere Aufbewahrung des Archivgutes im Inneren des Gebäudes.

Der quadratische Grundriss des Magazins ist streng gegliedert: Die Fläche von ca. 80 x 80 m wurde in vier große Räume geteilt, die über einen langen Mittelflur erschlossen werden. Dieser teilt das Gebäude vom Zugang im Südwesten nach Nordosten, wo sich am Ende eine Fluchtreppe befindet. Am Eingangsbereich liegt der Versorgungskern mit Treppe, Fahrstuhl und Sanitärräumen.

Beschläge
Um den heutigen klimatischen Anforderungen zu genügen, mussten sämtliche Fenster und Türen des Altbaus ersetzt werden. Damit das Erscheinungsbild der Fassade jedoch nicht durch breite Rahmen verändert wird, kommen Holzfenster mit einer Ganzglasvorsatzscheibe zum Einsatz. Die Scheiben bestehen aus sogenanntem Alarmglas. Bei diesem werden Kontaktschleifen in das Sicherheitsglas mit eingebrannt, die an eine Alarmanlage angeschlossen sind. Bei einer Beschädigung löst der Kontakt ein Signal aus.

Die Eingangstüren bestehen aufgrund der hohen Sicherheitsbestimmungen aus Stahl. Sie erreichen die Widerstandsklasse WK 4, d.h. sie halten auch Einbruchswerkzeugen wie z.B. Bohrmaschinen, Stich- oder Säbelsägen und Winkelschleifern stand. In den langen Fluren des Altbaus sind die Brandschutzabschnitte mit Glasflächen abgeteilt, in die massive weiße Holztüren eingesetzt wurden. Im geschlossenem Zustand schließt dessen Öffnungsflügel flächenbündig mit dem Rahmen ab. Als Beschläge wählten die Planer schlichte Drücker mit runden Rosetten und darunter angeordneten Schlössern mit runden Schutzrosetten aus mattem Edelstahl. Einige der Innentüren sind mit passenden Edelstahl-Knöpfen ausgestattet. -eh

Bautafel

Architekten: Hänel Furkert Zimmermann Architekten, Dresden
Projektbeteiligte: Christine Bergmann, Halle (Kunst am Bau); Hi Tec Martin T. Lacher, Bisingen (Glaser); Karcher Design, Bad Rappenau (Türbeschläge); Schörghuber, Ampfing (Innentüren); Forbo, Paderborn (Linoleum); Hoba - Holzbau Schmid, Adelberg (Flurtüren/Brandschutzelemente), Stahltürenbau Buchele, Ebersbach/Fils (Außentüren); Besco Berliner Steinkontor, Berlin (Fassadenplatten)
Bauherr: Land Sachsen-Anhalt, Magdeburg
Fertigstellung: 2011
Standort: Brückstraße 2, 39114 Magdeburg
Bildnachweis: Joachim Blobel, Halle; Lothar Sprenger, Dresden; Hänel Furkert Zimmermann Architekten, Dresden; Karcher Design, Bad Rappenau

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