Geländerfüllung

Treppengeländer bestehen in der Regel aus tragenden Pfosten und dazwischenliegenden Geländerfüllungen, die auch als Geländerfelder oder Ausfachungen bezeichnet werden. Sie erfüllen sowohl eine sicherheitsrelevante als auch eine gestalterische Funktion und sind in verschiedenen Bauweisen ausgeführt.

Wendeltreppe mit brüstungshohen Stahlwangen im Institut für Medizinische Systembiologie (BIMSB) des Berliner Max-Delbrück-Centrums
Faltwerktreppe mit Glasgeländer im Verwaltungsgebäude der Firma DSV in Krefeld
Eingespanntes, tragendes Glasgeländer mit Rahmen und Wange aus Messing

Unterschiedliche Konstruktionsweisen

Geländerfüllungen können unterschiedlich gestaltet sein. Vollflächige Elemente aus Glas oder Metall schaffen eine geschlossene Optik, während Stabgeländer mit vertikalen Holzstäben oder Stahlprofilen eine leichtere Anmutung haben. Eine weitere Variante sind Gurtgeländer, bei denen horizontale Kniegurte den Treppenverlauf begleiten. Auch Konstruktionen aus Gittern, Netzen oder Seilverspannungen kommen häufig zum Einsatz, insbesondere bei modernen und transparenten Designs.

Sicherheitsanforderungen und Vorschriften

Besondere Vorschriften gelten für Treppen, die von Kindern genutzt werden, sowie für notwendige Treppen in Wohngebäuden mit mehr als zwei Wohnungen. Hier darf der Abstand zwischen Geländerstäben oder Kniegurten maximal zwölf Zentimeter betragen, um ein Durchrutschen zu verhindern. Zudem muss bei horizontal geteilten Geländerfüllungen darauf geachtet werden, dass sie keinen Leitereffekt bieten, um ein Hochklettern auszuschließen. Diese Anforderungen sind essenziell, um Verletzungen zu vermeiden und die Einhaltung baurechtlicher Vorgaben zu gewährleisten.

Befestigung der Geländerbauteile

Die Geländerpfosten übernehmen die Halterung der Füllungselemente und können je nach Bauweise unterschiedlich montiert werden. Sind sie direkt auf dem Treppenlauf befestigt, reduziert sich die nutzbare Laufbreite geringfügig. Alternativ können sie mit Kröpfungen oder Laschen seitlich an Wangen, Holmen oder Seilabhängungen angebracht werden, sodass der Laufbereich vollständig erhalten bleibt. Geländerfüllungen sind häufig in Obergurte, Untergurte oder komplette Rahmen eingefasst, was sowohl zur Stabilität als auch zur optischen Gestaltung beiträgt.

Fazit

Geländerfüllungen müssen sowohl funktionalen als auch sicherheitstechnischen Anforderungen entsprechen. Neben ihrer Schutzfunktion spielen sie eine wesentliche Rolle für die Gestaltung von Treppenhäusern. Die Wahl der geeigneten Konstruktionsweise und Befestigung hängt dabei nicht nur von ästhetischen Überlegungen, sondern auch von den geltenden Vorschriften zur Absturzsicherung und Barrierefreiheit ab.

Fachwissen zum Thema

Notwendige Treppen dürfen nicht mehr als 35 Meter von jedem Punkt des Gebäudes entfernt sein

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Treppenarten

Notwendige Treppen

Wendeltreppe in der Hamburger Joachim Herz Stiftung mit brüstungshohen Wangen aus Flachstahl.

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Treppenelemente

Wangen

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