Anspruchsvolle Dachsanierung einer Villa

Steinwolle und abgestimmte Dichtfolien

Imposant ist diese Stadtvilla im westfälischen Lünen, die in ihrer rund hundertjährigen Geschichte bereits mehrfach umgebaut und erweitert wurde. Heute sind vier Wohneinheiten und eine Praxis im Gebäude untergebracht. 2026 entschied sich die Eigentümerin, das komplexe Dach sanieren zu lassen. Den Auftrag übernahm der Lünener Meisterbetrieb Janz Bedachungen. Zum Einsatz kam ein kombiniertes Zwischen- und Aufsparrendämmsystem mit Steinwolle und diffusionsoffener Abdichtung, dazu eine Dachdeckung mit integrierten Photovoltaik-Modulen.

Die Villa vor der Dachsanierung
Die Arbeiten begannen auf der Straßenseite des Walmdachs.
Auf allen Walm- und Satteldachflächen wurden Deckung und Dichtbahn entfernt, die alte Zwischensparrendämmung ausgetauscht.

Die ursprüngliche Villa stammt aus dem frühen 20. Jahrhundert. Zunächst war seitlich ein längerer Gebäudeflügel angebaut worden, dessen Satteldach sich bis zum First mit dem Walmdach der Villa verschneidet. An dieser Stelle wurde ein Teil des Walmdachs angehoben, sodass ein schmales Flachdach entstand. Darüber hinaus waren in das Walmdach zwei Gauben integriert worden: straßenseitig eine große Schleppgaube und auf der schmalen Seite eine kleine Satteldachgaube. Gartenseitig wurde zudem eine Dachterrasse in das Walmdach eingeschnitten. 

Durch diese Eingriffe weist das Dach zahlreiche Kehlen und Grate auf – eine Herausforderung für eine saubere Abdichtung und Eindeckung. Ebenso waren die gartenseitigen Dachfenster, die Glasüberdachung der Dachterrasse und die vorhandene Solarthermie bei der Dachsanierung zu berücksichtigen. Außerdem mussten ein alter Kamin abgetragen und ein jüngerer saniert werden.

Für das umfangreiche Vorhaben nutzte der Dachdeckerbetrieb das Meisterdach System des Herstellers Rockwool. Es umfasst neben Steinwolledämmplatten darauf abgestimmte Dichtfolien, Systemkleber und Klebebänder. Dank vier möglicher Verlegevarianten ließ sich eine Kombination von Zwischen- und Aufsparrendämmung realisieren. Aus Sicht von Dachdeckermeister Markus Janz spricht für Steinwolle, dass sie diffusionsoffen und nichtbrennbar ist. 

Die 300 m2 umfassenden Steildachflächen wurden nicht auf einmal angefasst, sondern abschnittsweise. Die Arbeiten begannen jeweils damit, die Deckung zu entfernen und die alte Abdichtung zu öffnen. Dann wurde die alte Zwischensparrendämmung durch 120 mm dicke Steinwollplatten vom Typ Klemmrock 035 ersetzt. Darauf wurde eine neue Dampfbremse mit einem sd-Wert von 0,5 m ausgerollt, die RockTect Meditop. Die Überlappungen verschlossen die Dachdecker mit den vorbereiteten Klebeflächen der Dichtbahn. Die Anschlüsse an den Sparren dichteten sie mit dem Klebeband RockTect Twinline ab. Die Dichtbahn hat den Vorteil, dass sie gemäß Fachregeln als Behelfsdeckung dienen kann. Das heißt, dass das Dach bereits vor der Neueindeckung regendicht und windsicher ist.

Auf den Sparren wurde eine zusätzliche, 140 mm starke Dämmlage aufgebracht. Bei dem eingesetzten Masterrock 035 kaschiert handelt es sich um eine hoch verdichtete Steinwollplatte mit einer aufkaschierten diffusionsoffenen Unterdeckbahn. Die Platten besitzen eine extra harte Oberlage und eine Wärmeleitfähigkeit von 0,035 W/(mK). Die Kaschierung weist einen sd-Wert von weniger als 0,1 m auf und ist ebenfalls mit Selbstklebestreifen ausgerüstet. Die Abdichtung am First, auf Graten und Kehlen erfolgte mit der selbstklebenden, diffusionsoffenen First- und Kehlbahn RockTect Finatop.

Zum System gehören auch die Meisterdach Plus Schrauben. Die Doppelgewindeschrauben durchdringen Konterlattung, Dämmung und Dichtbahn. Die Perforation lässt sich mit dem Klebeband RockTect Nailkit abdichten, das rückseitig auf die Konterlatten geklebt wird. So kann kein Wasser eindringen, wo die Schrauben die Kaschierung der Dämmplatten durchdringen, und folglich gilt auch dieser Arbeitsstand gemäß Fachregeln als Behelfsdeckung. Schließlich folgte die neue Deckung: rote Doppelmuldenfalz-Ziegel in Kombination mit passenden PV-Modulen.

Hersteller: Rockwool, Gladbeck

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Um 1800 errichtetes Fachwerkhaus mit Steildach.

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Steinwolle gehört zur Gruppe der der Mineralwolle und zu den im Bauwesen am häufigsten verwendeten Dämmstoffarten

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