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CO₂-Bepreisung

Ein CO₂-Preis ist ein marktbasiertes Instrument der Umweltpolitik. Es sorgt dafür, dass das Ausstoßen von Treibhausgasen teurer wird, indem die bisher unberücksichtigten Umweltkosten eingepreist werden. Für jede ausgestoßene Tonne CO₂ muss also bezahlt werden – entweder über den Kauf von Emissionszertifikaten im Rahmen eines Emissionshandels oder über eine CO₂-Steuer. Auf diese Weise sollen klimafreundlichere Technologien attraktiver, die tatsächlichen Umweltkosten sichtbar und die nationalen sowie internationalen Klimaziele besser erreicht werden.

Im Gebäudesektor entstehen Emissionen nicht nur während des Betriebs, sondern zu einem erheblichen Teil bereits in der Herstellung und Errichtung („graue Emissionen“). Eine Lebenszyklusbetrachtung von Bauweisen, Materialien und Nutzungsdauern ist daher zentral, um CO₂-Bepreisung wirksam werden zu lassen und um Investitionen in nachhaltige Lösungen zu belohnen.

Das europäische Emissionshandelssystem (EU-ETS 1) existiert seit 2005 und verpflichtet energieintensive Branchen wie Industrie und Stromerzeugung zur Abgabe von Emissionszertifikaten. Deutschland ergänzte dieses System 2021 durch das nationale Emissionshandelssystem (nEHS), das fossile Brennstoffe wie Heizöl, Erdgas, Benzin und Diesel bepreist – also solche, die nicht unter das EU-ETS 1 fallen. Inzwischen wurde das nEHS schrittweise auch auf weitere Sektoren wie Kohle und Abfallverbrennung ausgeweitet. Der Preis pro Tonne CO₂ stieg 2025 von 45 auf 55 Euro, weitere Erhöhungen sind bereits geplant. Ab 2027 soll zudem ein neues EU-weites Emissionshandelssystem (EU-ETS 2) für den Verkehrs- und Wärmesektor eingeführt werden, das das nEHS weitgehend ersetzt. Prognosen gehen davon aus, dass der CO₂-Preis in Zukunft auf bis zu 300 Euro pro Tonne steigen könnte – mit spürbaren Folgen für Unternehmen ebenso wie für private Haushalte.

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