Stufenbeläge

Treppenstufen können entweder direkt auf ihren Konstruktionsmaterialien Holz, Beton, Stahl, Ziegel, Lochblech, Naturstein, etc. begangen oder mit ganz unterschiedlichen Materialien belegt werden.

Freitragende Designtreppe im Hamburger Restaurant Burgerlich. Um ein Ausrutschen zu verhindern, wurden schwarze Gummiprofil in die Antrittskanten der Holzstufen integriert.
Bei Stufen aus Naturstein ist auf eine ausreichende, dem jeweiligen Auflagerabstand entsprechende Dimensionierung zu achten.
Betontreppen lassen sich mit rutschfesten Beschichtungen oder Anstrichen versehen; Kantenschutzprofile verbessern ebenfalls die Rutschsicherheit

Bei der Auswahl des passenden Belags für Treppenstufen sind, außer den Gestaltungsvorgaben, folgende Kriterien zu berücksichtigen:

  • Brandschutz
  • Schallschutz
  • Nutzungsart und entsprechende Rutschfestigkeitsklasse
  • Reinigungsfähigkeit
  • Abnutzung bei viel begangenen Treppen
  • Barrierefreiheit

Die Bauordnungen stellen je nach Gebäudeklasse und Art der Treppe bestimmte Anforderungen an die für Unterkonstruktion, Stufen und Belag verwendeten Baustoffe sowie an den Feuerwiderstand der Treppenkonstruktion. Die Landesbauordnungen und die Technischen Richtlinien für Arbeitsstätten (ASR) enthalten konkrete Vorgaben für die Beläge von Treppen. Unabhängig davon gelten einige allgemeine Hinweise:

  • Holz
    Bei Holzstufen spielt die DIN 68365 Schnittholz für Zimmererarbeiten eine wichtige Rolle, da hier Eigenschaften wie Holzqualität, Astigkeit etc. festgelegt sind. Weichholzstufen aus Kiefer, Fichte oder Lärche eignen sich nur für wenig begangene Wohnhaustreppen, da der Abrieb und das Schwindverhalten relativ groß sind. Hartholz wie Eiche, Buche oder Esche ist robuster und eignet sich auch für den Einsatz im Objektbereich, in Dicken über 40 mm sogar als feuerhemmender Stufenbelag. Vollholzstufen sollten wegen des besseren Schwindverhaltens (z.B. kein „Aufschüsseln“) aus mehrfach gegeneinander verleimtem Holz bestehen. Zur Oberflächenbehandlung eignen sich wie bei Holzböden sowohl Lack als auch Öle und/oder Wachse.
  • Naturstein
    Bei Stufen aus Naturstein ist auf eine ausreichende, dem jeweiligen Auflagerabstand entsprechende Dimensionierung zu achten (mindestens 40 mm). Polierte Oberflächen lassen sich leichter reinigen als raue. Poröse Steine wie Sandsteine oder Travertin werden fast ausschließlich als aufgesetzte Beläge auf Betontreppen verwendet. Gleiches gilt für Kunststein-Stufen, die auch als vorgefertigte Winkelstufen eingesetzt werden.
  • Metall
    Auch Metallblech eignet sich als Stufenbelag. In notwendigen Treppenhäusern darf es wegen seiner Verformung bei Hitze nur mit Brandschutzanstrich als tragendes Bauteil der Treppe verwendet werden. Im Industriebau kommen Stufenbeläge aus Metall häufig zum Einsatz, z.B. in Form von Halbzeugen wie Riffelblechen oder Gitterrosten. Zudem werden gekantete Trogtritte aus Metallblech verwendet, die mit Estrich befüllt werden können.
  • Glas
    Glasstufen dürfen nur mit Einzelprüfnachweis als tragende Trittstufen eingesetzt werden.
  • Beton
    Ortbeton- oder Betonfertigteiltreppen lassen sich auch mit, ursprünglich für Industrieböden entwickelten, rutschfesten Beschichtungen oder Anstrichen versehen. Alternativ dazu kommen Betontreppen auch oberflächenfertig zum Einsatz. Bei Betonfertigteiltreppen kann durch die Verwendung von Strukturmatrizen die Rutschfestigkeit der Auftritte verbessert werden. Ortbetontreppen erhalten durch Schleifen eine terrazzoähnliche Oberfläche.

  • Keramische, elastische und textile Beläge
    Treppenstufen lassen sich mit fast allen üblichen Bodenbelagsmaterialien wie beispielsweise Fliesen, Teppich, Kautschuk (Gummi), Vinyl (PVC) oder Linoleum belegen. Die Hersteller bieten in der Regel spezielle Kantenschutzprofile für Treppenstufen an, die gleichzeitig die Rutschfestigkeit verbessern können. Da aus Schallschutzgründen häufig der Treppenlauf vom Podest entkoppelt ist, ist an dieser Stelle auch eine Fuge im Oberbelag nötig, die entweder mit einer dauerelastischen Füllung, einer Metalleinlage oder einem Abdeckprofil versehen werden kann. Da hier unterschiedliche Bodenaufbauten aufeinandertreffen, ist eine sorgfältige Detaillierung wichtig, um eine bündige Fußbodenoberkante zu erzielen.

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