Schließzylinder

Varianten, Funktion und Sicherheit

Ein Schließzylinder ist der Bestandteil eines Zylinderschlosses, in den der Schlüssel eingeführt wird. Er besteht meist aus einem Gehäuse und einem drehbaren Zylinderkern. Die Verriegelungsart wurde Mitte des 19. Jahrhunderts von Linus Yale in England entwickelt. Schließzylinder unterscheiden sich durch ihre Gehäuseform und Baugröße. Auf dem Markt sind Profilzylinder, ovale, runde und sogenannte Schweizer Zylinder gängig, ebenso wie gestufte Doppelzylinder und Halbzylinder. Sie bestehen

Zylindervarianten
Ein Schließzylinder besteht meist aus einem Gehäuse und einem drehbaren Zylinderkern.
BKS 6-stifitger Doppelprofilzylinder

Prüfung

Schließzylinder werden in Europa gemäß der DIN EN 1303 – Schließzylinder für Schlösser in verschiedenen Kategorien bewertet, darunter Sicherheitsklasse, Verschleißfestigkeit und Korrosionsbeständigkeit. Zur Prüfung der Langlebigkeit und Zuverlässigkeit werden die Schließzylinder auf eine Mindestanzahl an Schließzyklen getestet, denen der Schließzylinder mindestens standhalten muss (30.000 oder mehr). Dieser Test wird typischerweise von automatisierten Maschinen durchgeführt, die den Schlüssel in den Zylinder einführen, ihn drehen und wieder entfernen. Das Verfahren wird für die festgelegte Anzahl von Zyklen, abhängig von der Zylinderklasse, wiederholt. Für Profilzylinder ist die DIN 18252 Profilzylinder für Türschlösser - Begriffe, Maße, Anforderungen, Kennzeichnung gültig.

Funktion und Aufbau

Für die Funktionsweise des Zylinders sind zwei konstruktive Merkmale besonders entscheidend: Erstens erlaubt die Profilierung des Schlüsselkanals nur das Einstecken des passenden Schlüssels mit identischer Profilierung. Zweitens heben die Schlüsseleinschnitte Stifte unterschiedlicher Anzahl und Länge an oder drücken sie herunter, wodurch die Trennebene zwischen Zylinderkern und Zylindergehäuse freigegeben wird. Dadurch kann der Schlüssel den Zylinderkern drehen und somit den Riegel verriegeln oder entriegeln.

Sicherheitstechnische Vorteile

  • Trennung von Schloss und Versperrmechanismus: Diese Konstruktion ermöglicht eine flexible Anpassung und erhöht die Sicherheit, da der Schließzylinder unabhängig vom Schloss ausgewechselt werden kann.
  • Profilierung des Schlüsselkanals: Durch die präzise Profilierung wird sichergestellt, dass nur Schlüssel mit exakt passendem Profil verwendet werden können.
  • Nachsperrsicherheit: Schließzylinder gelten ab einer Anzahl von fünf Schlüsseleinschnitten als nachsperrsicher, was Manipulationen durch nicht dazu passende Schlüssel erheblich erschwert.
  • Einbindung in Schließanlagen: Schließzylinder können in komplexe Schließanlagen integriert werden, was die Verwaltung und Kontrolle von Zutrittsberechtigungen erleichtert.
  • Aufbohrschutz: Moderne Schließzylinder bieten Aufbohrschutz, indem sie gehärtete Stiftpaare oder Hartmetallscheiben einsetzen, die das gewaltsame Öffnen erschweren oder verhindern.

Einige Systeme verfügen zusätzlich über Magnettaster und Sperrkugeln, die zusätzlich in den Schließmechanismus integriert sind, um den Schutz vor unautorisiertem Zugriff zu erhöhen. Eine noch höhere Sicherheit gegen Nachsperren allerdings bieten elektronische Schließzylinder und Zutrittskontrollsysteme. Zusätzlich kann ein Schutzbeschlag erhöhte Sicherheit bieten. Damit dieser Schutz optimal ist, muss der Zylinder bündig mit dem Beschlag abschließen, das heißt, der Zylinder darf nicht herausragen. Wenn er herausragt, ist er anfälliger für Kernziehen, eine Methode, bei der Einbrecher versuchen, den Zylinder herauszuziehen, um das Schloss zu öffnen.

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