Businesshotel Firmament in Rankweil

Arbeit, Austausch und Genuss

Noch vor wenigen Jahrzehnten waren Businesshotels vor allem eines: funktional. Heute reicht reine Zweckmäßigkeit nicht mehr aus. Geschäftsreisende erwarten inspirierende Aufenthaltsorte, Unternehmen brauchen Räume für Meetings, Events oder Co-Working. Das Hotel Firmament im österreichischen Vorarlberg bietet all das und verfügt darüber hinaus über eine direkte Anbindung an die A14-Rheintalautobahn sowie Alpenblick.

Die goldfarbenen brüstungshohen Wangen bilden einen starken Kontrast zur schwarzen Untersicht.
Die kreisförmige Stahl-Konstruktion wurde aus drei unterschiedlichen Radien konzipiert.
Durch ihre außergewöhnliche Formgebung und der Laufbreite von 2,3 m dient sie auch als Showtreppe.

Von Sotchi nach Rankweil

Das Haus, das vom Architekten Veit Rausch entworfen wurde, ist eine Kombination aus Hotel, Eventlocation, Catering und Restaurant. Inhaber und Alleininvestor ist Ernst Seidl, der sich mit seinem Cateringunternehmen bei den Olympischen Spielen in Sotchi, Rio de Janeiro und Pyeongchang international einen Namen gemacht hat. Entsprechend wichtiger Bestandteil des Konzepts ist die moderne, offene Showküche, in der Köche aus aller Welt internationale Speisen für bis zu 180 Gäste zubereiten.

Außerdem gibt es eine große Eventhalle, die Platz für bis zu 800 Gäste auf einer Fläche von 590 Quadratmetern bietet. Sie ist teilweise oder als Ganzes bespielbar und verfügt über Licht-, Ton-, und Bildtechnik sowie eine mobile Bühne. Daneben bietet das Hotel Räumlichkeiten für Workshops und Kongresse.

Bad trifft Bett

123 Businesszimmer, acht Suiten und 12 sogenannte Long-Stay-Rooms mit Kitchenette vervollständigen das Raumprogramm. Besonderheit der Zimmergestaltung sind die offenen Bäder: Nur eine halbhohe Wand trennt die Waschbecken vom Bett; dahinter befinden sich die bodengleichen Duschen mit Glaswand – sodass man beim Duschen das Fernsehprogramm verfolgen könne, wie ein Gast in seiner Online-Bewertung positiv anmerkt. Lediglich das WC befindet sich in einem separaten Raum. Einbauten aus honigfarbenem Holz, weiß verputzte Wände und Sichtbetondecken verleihen den Räumen ein zeitgemäßes, freundliches Ambiente.

Von außen zeichnen sich die verschiedenen Funktionsbereiche des Hotels als unterschiedlich große Quader ab; im Inneren jedoch sind sie miteinander verbunden: So geht die Rezeption fließend in die Hotelbar über, von wo aus Sichtkontakt zum Restaurant und eine Verbindung zur Eventhalle besteht.

Treppe mit Auftritt

Ungewöhnlich positioniert und damit umso aufsehenerregender ist die skulpturale Wendeltreppe in der Mitte des Restaurants, die ins erste Obergeschoss führt. Die kreisförmige Stahl-Konstruktion wurde aus drei unterschiedlichen Radien konzipiert; das Treppenauge hat einen Durchmesser von 2,5 Metern. Durch ihre außergewöhnliche Formgebung und der Laufbreite von 2,3 m dient sie auch als Showtreppe, etwa für Fotoshootings und Modeschauen.

Die goldfarbenen brüstungshohen Wangen bilden einen starken Kontrast zur schwarzen Untersicht. Die geschlossenen Stufen sind mit grauem Teppich belegt, der sich auch in den Seminarräumen findet, und aufgrund seiner Optik und Haptik vom Betreiber als Wolkenteppich bezeichnet wird.

Als Handlauf dient ein an der Oberseite der Brüstungswangen angeschweißter, nach unten verlaufender Flachstahl. In diesen sind LED-Spots integriert, die eine stimmungsvolle, indirekte Ausleuchtung des Gehbereichs ermöglichen. 

Die Gestaltung des Firmament zeigt, dass aus nüchterner Funktionalität ein Ort werden kann, an dem Arbeit, Begegnung und Inspiration zusammenfinden.

Bautafel

Architektur: Veit Rausch, Winterthur
Projektbeteiligte: INVESTRAUM, Rankweil (Projektentwicklung/Bauherrenvertretung); METALLART, Salach (Treppenbau)
Bauherr*in: SE.Emotion Liegenschaft, Rankweil
Fertigstellung: 2021
Standort: Römergrund 1, 6830 Rankweil, Österreich
Bildnachweis: Jens Ellensohn

Fachwissen zum Thema

Die DIN 18065 Gebäudetreppen unterscheidet lediglich zwischen Treppen, die mit dem Gebäude konstruktiv verbunden sind und Treppen, die unabhängig vom Gebäude im Gelände erstellt wurden (Freitreppen). Im Bild eine Innentreppe im Bauhaus Dessau.

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Treppenarten

Innentreppen

Repräsentative Wendeltreppe mit dominanten Stahl-Brüstungswangen im Foyer der Firma Berger-Lacke.

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Materialien/​Baustoffe

Stahltreppen

Betontreppe mit Brüstungswangen aus Stahl im Foyer der Firma Truma Gerätetechnik

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Treppenkonstruktionen

Wangentreppen

Wendeltreppe mit brüstungshohen Stahlwangen im Institut für Medizinische Systembiologie (BIMSB) des Berliner Max-Delbrück-Centrums

Wendeltreppe mit brüstungshohen Stahlwangen im Institut für Medizinische Systembiologie (BIMSB) des Berliner Max-Delbrück-Centrums

Treppenformen

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