Eklektizismus
Eklektizismus bezeichnet eine Methode, eine Haltung und ein Gestaltungsprinzip. In der altgriechischen Philosophie bedeuten die beiden Vokabeln ἐκλεκτικός (eklektikos) wörtlich übersetzt „das Beste auswählen" und ἐκλεκτός (eklektos) „ausgewählt" oder gar „auserlesen". In der Architektur bezieht sich dieses Prinzip auf eine individuelle Auswahl aus vorhandenen Elementen wie Bauteilen, Formen oder Verzierungen, die technisch und stilistisch sowie in Herkunft und Alter nicht einheitlich sind. Sie werden zu einer neuen Komposition zusammengefügt – als Stilmix wie in einer Collage oder Assemblage. Vergleichbare Begriffe sind daher Manierismus und Synkretismus.
Eklektizismus war besonders beliebt im Historismus etwa ab der Mitte des 19. Jahrhunderts, danach wieder in der Postmoderne in der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts.
Typische eklektizistische Gestaltungen sind beispielsweise:
- exotisch empfundene Konturen von Fenstern und Türen mit Hufeisenbögen, Eselsrücken oder Tudorbögen, die an persische und indische Architektur erinnern
- Fenstergitter in der Anmutung von mittelalterlichen Ritterrüstungen
- Zitate aus anderen Disziplinen, wie der Sprenggiebel à la Chippendale-Kommode beim AT&T-Hochhaus in New York von Philip Johnson
- geschwungene rote Dachsegmente, teilweise sogar mit Dachreitern und hängenden Lampions, aus der klassischen chinesischen Architektursprache als Vordächer, Vorblenden und Signets für Asia-Gastronomie
Auch heute wird in gewisser Weise eklektizistisch gearbeitet, wenn beispielsweise ein Re-Use von Bauteilen mit Rückgriffen auf regionale Traditionen des einfachen Bauens und Integration smarter Technologie kombiniert wird.
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