Wohnzeile im Quartier Ecole Maternelle in Trier

Auftakt eines neuen Wohnquartiers

Die Wohnzeile auf dem Petrisberg in Trier markiert den Beginn eines neuen Wohnquartiers. Sie bildet eine klare Abgrenzung gegenüber dem Straßenverkehr. Die Planer*innen von ROSA Wirtz Architektur schufen einen langgestreckten, viergeschossigen Baukörper, dem eine Struktur aus Loggien vorgelagert ist. Deren modulare Ordnung und punktuelle Verknüpfung zeigt, dass hier unterschiedliche Kombinationen und Größen möglich sind.

ROSA Wirtz Architektur entwarfen den langgestreckten Baukörper mit einer vorgelagerten Struktur aus Loggien.
Eingangsbereich an der Ostseite
Freisitze zur gemeinschaftlichen Nutzung an der Hofseite

Individuell bespielbarer Setzkasten

Ähnlich einem Setzkasten sind die Loggien als erweiterte Wohnräume und privater Außenraum individuell genutzt und möbliert. Grundlage einer solchen Flexibiltät ist eine robuste Gebäudestruktur. Die Wohnräume lassen sich achsweise zwischen den tragenden Außenwänden und dem inneren Stützensystem horizontal und grundsätzlich auch vertikal verbinden. So entstehen kleinere und größere durchgesteckte Wohneinheiten. Losgelöst von der Tragstruktur stellen Rankhilfen für eine erdgebundene Fassadenbegrünung die Verbindung zum grünen Innenhof her.

Private und gemeinschaftliche Freisitze

Die gesamte Wohnzeile ist vertikal dreischichtig konzipiert, mit den privaten Loggien im Südwesten, tiefen Wohnräumen im Mittelteil und gemeinschaftlichen Freisitzen zum Hof. Die Bewohnerinnen und Bewohner eignen sich die Freiräume an und sorgen für Lebendigkeit, in dem sie das Private und Gemeinschaftliche zelebrieren. Verschiedene Wohnungstypen und -größen in der Wohnzeile und im Gesamtquartier tragen zur Durchmischung unterschiedlicher Haushalts- und Erwerbsstrukturen bei und fördern soziale Nachhaltigkeit.

Flachdach im Detail

Der Dachaufbau besteht aus einer massiven Stahlbetondecke (200 mm) als tragende Konstruktion. Auf dieser ist eine Dampfsperre aus Polymerbitumen vollflächig verklebt. Die folgende Wärmedämmschicht (EPS) ist als Gefälledämmung ausgeführt, um ein Mindestgefälle von 2% zur Entwässerung sicherzustellen. Als Abdichtungsebene dient eine wurzelfeste, UV-beständige Kunststoffdachbahn. Randbereiche und die Dächer über der Loggia bzw. dem Laubengang an der Hofseite sind mit einer Kiesschicht als Oberlage ausgeführt. 

Im übrigen ist das Hauptdach begrünt: Eine Bautenschutzmatte (5 mm) schützt die Abdichtungsebene vor mechanischer Beanspruchung, eine Drainschicht leitet anfallendes Niederschlagswasser gezielt ab, ein Filtervlies verhindert das Einschwemmen von Feinanteilen in die Drainschicht. Die extensive Dachbegrünung besteht aus einer Vegetationsschicht mit Sedum, Kräutern und Gräsern.

Bautafel

Architektur: ROSA Wirtz Architektur, Frankfurt am Main
Projektbeteiligte: Arus, Trier (Projektsteuerung/Bauleitung); Elektro Reichert, Orenhofen, IG Bauplan, Kaiserslautern (Brandschutz); Bard, Tholey (Haustechnik); MR Ingenieure, Trier (Entwässerungsplanung); HKK Landschaftsarchitektur, Dresden (Freianlagen)
Bauherr: egp – Gesellschaft für urbane Projektentwicklung, Trier 
Fertigstellung: 2022 
Standort: Robert-Schumann-Allee 20, 54296 Trier
Bildnachweis: Eibe Sönnecken 

BauNetz Architekt*innen

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