Wärmeschutz fürs Paradies

Steinwolle dämmt das Tropical Islands

Südlich von Berlin befindet sich das Tropical Islands, eine ursprünglich für den Bau eines Luftschiffes errichtete riesige Halle, deren Mittelteil als Tonnendach gewölbt ist, mit seitlichen Abschlüssen in Form von Halbkuppeln. Der frühere Eigentümer Cargolifter fügte diese aus großen, gebogenen Trapezblechen zusammen. Die Verschattung durch die deutlich höheren, ebenfalls gebogenen Hallenträger sorgte jedoch dafür, dass sich die Dachkonstruktion nicht gleichmäßig ausdehnte. Die Befestigungen gerieten unter Spannung, wenn sich an Sommertagen mit hoher Sonneneinstrahlung die Bleche stark erwärmten und entsprechend ausdehnten. Einzelne Befestigungspunkte lösten sich, die Dämmlage war der Witterung ausgesetzt und wies zunehmend Schadstellen auf. Auf der Innenseite der Hangarhülle entstand nun an kalten Tagen Kondensat, wo die feuchtwarme Raumluft auf kaltes, weil mangelhaft gedämmtes Stahlblech traf.

Das Gebäude verfügt über 12 sogenannte Tore, die zugleich die Abschnitte der Dämmmaßnahme vorgeben.
Dämmung und Bekleidungsbleche liegen auf der Bühne bereit.
Sind Z-Profile und Dämmplatten eines Feldes verlegt, wird sofort die Verkleidung montiert.

Weitere Befestiger wurden bei Stürmen infolge der enormen Windsogkräfte, die auf die gebogenen Fassadenbleche wirkten, abgesprengt. Der Blick ins damit offenliegende Innere der Gebäudehülle zeigte, wie die Dämmung verrutscht und die Dampfbremse beschädigt waren. Klar war, dass Veränderungen an der Dachkonstruktion erforderlich waren, um künftig Schäden zu vermeiden.

Im Vorfeld der Sanierung ließ der Bauherr, die spanische Firmengruppe Parques Reunidos, Windkanaltests durchführen, die zeigten, dass die neue Dachhülle Windgeschwindigkeiten von über 200 km/h standhalten würde. Das hinzugezogene Architekturbüro Artytech2 hatte als neue Dämmung Fixrock VS von Rockwool empfohlen. Beim Dämmstoffe-Hersteller befassen sich technische Spezialist*innen mit Detailfragen des Bauvorhabens, darunter sogenannte Architektenberater ebenso wie Produktmanager*innen und Ingenieur*innen aus der Anwendungstechnik. Erst nach umfassender Prüfung treffen sie Aussagen zur Machbarkeit und zum am besten geeigneten Dämmstoff. Im Frühling 2021 bestätigten sie die Empfehlung des Architekturbüros.

Zum Einsatz kamen 180 Millimeter starke Dämmplatten, verbaut auf insgesamt 54.000 Quadratmetern. Das Montageteam bewegte sich abschnittweise an der gekrümmten Fassade entlang, zusammen mit einer Bühne, auf der Dämmstoffe und Verkleidung parat lagen. Im ersten Arbeitsschritt klebten sie eine Lage alukaschierte Dampfbremse auf die innere Trapezblechschale der Halle auf. Darauf wurden die Z-Profile montiert, zwischen die die Dämmplatten geklemmt wurden. Anschließend folgte die Verkleidung: erst das Stahlblech, dann das Aluminium. Von Vorteil war, dass die hydrophobierten Platten selbst bei Regen und Wind formstabil bleiben und ihre Dämmwirkung behalten.

Wird die Dämmung dicht gestoßen und fugenlos verlegt, ist eine wichtige Voraussetzung erfüllt, um Kondensat auf der Innenseite der Gebäudehülle zu vermeiden. Die neue Konstruktion soll Materialausdehnungen der metallischen Komponenten besser aufnehmen können. Darüber hinaus weist Steinwolle bei Temperaturen von 80 und mehr Grad Celsius keinerlei Längenausdehnung auf.

Firma: Rockwool, Gladbeck

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