Überhitzung

Jahr für Jahr werden Temperaturrekorde gebrochen, während sich zugleich die Behaglichkeitsvorstellungen im Wandel befinden. Die Erwärmung eines Gebäudes hängt in erster Linie von der Menge der in das Gebäude gelangenden Sonneneinstrahlung ab. Maßgeblich sind dabei neben der Größe, Art und Orientierung von Verglasungen auch eventuelle Sonnenschutzvorrichtungen sowie die Dämmung der Außenbauteile.

Der U-Wert bildet die Grundlage für die energetische Bewertung von allen Außenbauteilen, die beheizte Innenräume von Außenräumen oder unbeheizten Innenräumen abgrenzen. Im Bild: PHED - Passivhaus Engeldamm in Berlin-Kreuzberg von Scarchitekten
Im eingeschwungenen Zustand sind nur geringe, periodische Schwankungen der Raumlufttemperatur zu verzeichnen.
Durch Glasfassaden werden zwar die passiven Solarenergiegewinne erhöht, aber auch die Probleme der Überhitzung, d.h. der sommerlichen Gebäudeerwärmung vergrößert. Im Bild: Casa da Música in Porto von OMA

Das sommerliche Wärmeverhalten eines Gebäudes wird bauseitig hauptsächlich durch zwei Faktoren bestimmt: Wärmedämmung (U-Wert) und Wärmespeicherfähigkeit.

Wärmedämmung und U-Wert

Der U-Wert der Außen- aber auch der Innenbauteile bestimmt die im Mittel zu- oder abfließende Wärme. Je niedriger er ausfällt, desto weniger Wärmedurchgang ist zu verzeichnen und umso langsamer heizen sich die Innenräume auf. Eine Dämmung der Außenbauteile senkt den U-Wert und verzögert somit die Erwärmung bei Witterungsumschwüngen, etwa bei Beginn einer Hitzeperiode. Generell trägt die Dämmung dazu bei, dass die mittleren Raumlufttemperaturen im thermisch eingeschwungenen Zustand (beispielsweise um die 22 °C) stabil bleiben. Der U-Wert der Innenbauteile bestimmt die im Mittel mit Nachbarräumen ausgetauschte Wärme.

Wärmekapazität und Schichtanordnung

Auf die Stabilität des Raumklimas und den sommerlichen Wärmeschutz hat auch die Wärmekapazität (auch Wärmespeicherfähigkeit) der Materialschichten eines Bauteils besonderen Einfluss. Unter Berücksichtigung der Schichtanordnung ergibt sich die thermisch wirksame Wärmekapazität (wirksame Wärmespeicherfähigkeit). Diese fällt im thermisch eingeschwungenen Zustand anders aus als beim thermischen Einschwingvorgang. 

Im thermisch eingeschwungenen Zustand sind nur geringe Temperaturschwankungen in den Innenräumen zu verzeichnen, etwa im Verlauf von Tag zu Nacht. Massive Baustoffe wie Beton oder Mauerwerk haben eine hohe Wärmekapazität und können so den nächtlichen Temperaturabfall in der Regel ausgleichen. Eine große thermisch wirksame Wärmespeicherfähigkeit führt also zu einer Glättung der Raumlufttemperaturschwankungen. Steigen die Temperaturen bei einem Wetterumschwung aber stark an, so reicht die Speicherfähigkeit meist nicht mehr aus. Jedoch verzögert sie die Temperaturänderung im Innenraum.

Hitze aus dem Inneren

Der sommerliche Wärmeschutz wird durch niedrige U-Werte der Außenwände und des Dachs positiv beeinflusst sowie gegebenenfalls der Innenbauteile, falls Computer-Arbeitsplätze oder Maschinenräume angrenzen. Bei Gebäuden, die wegen hoher interner Wärmeproduktionen auch noch an kühleren Sommertagen und während der Übergangsjahreszeiten gekühlt werden, ist ein hoher U-Wert der Außenbauteile sowie eine große thermisch wirksame Wärmespeicherfähigkeit, insbesondere der Innenbauteile, vorteilhaft.

Fachwissen zum Thema

Massive Bauteile speichern die Wärme und geben sie in den kühlen Nachtstunden wieder ab.

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Wärmeschutz

Sommerlicher Wärmeschutz

Wärmeverluste im Mauerfuß, an Stürzen und Fenstersimsen (Rot=warm; Blau=kalt)

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Wärmeschutz

Wärmebrücken

Im U-Wert berücksichtigt: Außenwände bestehen meist aus unterschiedlichen Materialschichten.

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Wärmeschutz

Wärmedurchgang

In der Regel speichern massereiche Baustoffe mehr Wärme als massearme.

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Wärmeschutz

Wärmespeicherfähigkeit

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