Türgriffe

Unterschiede, Funktionen und Normen

Im allgemeinen Sprachgebrauch werden die Begriffe Türgriff und Türdrücker oft synonym verwendet, doch es gibt einen wesentlichen Unterschied: Ein Türgriff ist der Oberbegriff für jegliche Form von Griffen, die zum Öffnen und Schließen von Türen genutzt werden, während der Türdrücker eine spezifische Art von Türgriff darstellt, der durch Herunterdrücken der Klinke den Mechanismus einer Tür betätigt. Türdrücker sind vor allem an Innentüren verbreitet, wohingegen Türgriffe auch Zug- oder Drehgriffe wie Türknöpfe oder Stoßgriffe umfassen, die meist durch Ziehen oder Schieben der Tür funktionieren. Der Türgriff ist somit das allgemeine Bedienelement einer Tür, während der Türdrücker eine Unterkategorie darstellt, die speziell auf das Drücken ausgelegt ist.

Der Türdrücker stellt eine spezifische Art von Türgriff dar, der durch Herunterdrücken der Klinke den Mechanismus einer Tür betätigt. Im Bild: Türgriff Kome
Türdrücker sind vor allem an Innentüren verbreitet. Im Bild: Türgriff Clavis
Türgriffe können auch Zug- oder Drehgriffe wie Türknöpfe oder Stoßgriffe umfassen, die meist durch Ziehen oder Schieben der Tür funktionieren. Im Bild: Stoßgriff

Gestaltung und Funktionalität

Bei der Gestaltung von Türgriffen gilt das Prinzip „form follows function“. Während viele Türgriffe so gestaltet werden, dass sie ergonomisch zur Hand passen und in einer bestimmten Weise gegriffen werden, verfolgen Stoßgriffe häufig ein anderes Ziel: Sie sind so konzipiert, dass sie von einer breiten Personengruppe auf einfache und schnelle Weise bedient werden können, ohne sich speziell der Form der Hand anzupassen. Diese Griffe müssen also universell bedienbar sein – sei es mit der Hand, dem Ellbogen oder sogar dem Körper, um die Tür durch Drücken oder Ziehen zu öffnen. Sie kommen deshalb besonders in stark frequentierten Bereichen, wie Hauseingängen, Geschäften und Objektbauten zum Einsatz.

Im Gegensatz zu einem Universalgriff, der von allen Menschen gleichermaßen bedient werden kann und daher eine einfache, klare Form aufweisen sollte, können Türdrücker im Wohnungsbau stärker auf den ergonomischen Zugriff der Hand ausgelegt werden. Bei der Gestaltung dieser Griffe sind die sogenannten „Vier Gebote des Greifens“ von zentraler Bedeutung: 

  • Daumenbremse: Der Daumen benötigt vorne am Übergang von Drücker zu Drehachse eine Daumenbremse für sicheren Halt.
  • Zeigefingerkuhle: Der Zeigefinger sollte in der Zeigefingerkuhle am hinteren Übergang des Drückers zu Drehachse einen bequemen Platz finden.
  • Ballenstütze: Die Handinnenfläche muss den Drücker sicher und bequem umschließen können.
  • Greifvolumen: Das Greifvolumen des Drückers muss zur Größe der Hand passen. 

Abgesehen von der ergonomischen Handhabung können Türgriffe auch nach Werkstoff, Stilepoche, Funktion und dem Bauelement, das sie bewegen sollen, klassifiziert werden. Die normativen Anforderungen an Türgriffe sind in der DIN 18255 Baubeschläge – Türdrücker, Türschilder und Türrosetten – Begriffe, Maße, Anforderungen, Kennzeichnung festgelegt. Für spezielle Einsatzbereiche wie Feuerschutztüren und Rauchschutztüren gelten zusätzliche Vorschriften der DIN 18273, die spezifische Prüfungen und Anforderungen definieren.

Fachwissen zum Thema

Die Ummantelung aus Birkenrinde sorgt bei diesem Türdrücker für eine wohlige Haptik. Der Entwurf für den Nordic Straight stammt von dem dänischen Designer und Architekten Lars Vejen.

Die Ummantelung aus Birkenrinde sorgt bei diesem Türdrücker für eine wohlige Haptik. Der Entwurf für den Nordic Straight stammt von dem dänischen Designer und Architekten Lars Vejen.

Grundlagen

Ergonomie von Türbeschlägen

Normen

Normen zu Baubeschlägen

Geschwungener Stoßgriff an Hauseingang

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Türbeschläge

Stoßgriffe

Drückergarnituren bestehen aus verschiedenen Bestandteilen

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Türbeschläge

Türdrücker